Alles über 25 Jahre trans aktuell
Steffen Ruwolt Seru Distrubution ilo Zoom
Foto: Ilona Juengst

Seru Distribution

Logistik für die Gamer-Szene

Seru Distribution ist seit 25 Jahren am Markt und mit Computer- und Videospielen groß geworden. Der Logistiker sorgt dafür, dass Millionen Spieler in Deutschland das neueste Spiel pünktlich zum Releasetermin erhalten.

Computer- und Videospiele waren auch 1992 schon ein beliebter Zeitvertreib – allerdings in einer ganz anderen Form als heute. Neben der Game-Boy-Konsole gab es meist auch CD-ROM-Spiele für den Commodore Amiga und den Atari ST sowie DOS-Spiele für den PC. Beliebt waren damals auch sogenannte Arcade-Spiele an öffentlichen Spielautomaten, an denen man für eine D-Mark eine Zeit lang spielen konnte. Von Anfang an mit dabei ist das Unternehmen Seru Distribution, das als Logistiker dafür sorgt, dass Millionen Spieler in Deutschland das neueste Spiel pünktlich zum Releasetermin erhalten.

Logistik für The Witcher oder Fall Out

Ob The Witcher oder Fall Out: Die Anforderung besteht etwa darin, dass unter anderem 400 Media- und Saturnmärkte in Österreich und Deutschland das neueste Spiel gleichzeitig erhalten – nicht einen Tag früher, nicht einen Tag später, betont Steffen Ruwolt, Geschäftsführer von Seru aus Nortorf bei Neumünster. In der Branche wird mit der Terminansage die Erwartungshaltung und die Aufregung der Kunden befeuert, die auf das Datum hinfiebern – eine ganz bewusste Marketingmaßnahme.

"Die Hersteller geben uns in der Regel Veröffentlichungslisten, aus denen hervorgeht, was wann auf den Markt kommt. Es ist dann an uns, entsprechend zu planen und etwa beim Transport nach Österreich oder in die Schweiz früher zu starten, etwa wegen der Zollformalitäten. Knifflig wird das Ganze, wenn der Verkaufsaktion auch noch Feiertage vorausgehen, wie etwa zu Anfang des Monats an den Pfingstfeiertagen.

Zehn Mitarbeiter seit 1992 dabei

Doch das Team von Seru hat viel Erfahrung: Zehn der insgesamt 26 festen Mitarbeiter von Seru sind bereits seit dem Geschäftsbeginn 1992 mit dabei, Geschäftsführer Steffen Ruwolt ist quasi mit der Firma aufgewachsen. Sein Vater Helmut war es, der als Distributionsleiter des Schallplattenwerks Teldec zusammen mit dem damaligen Kunden Sega das Unternehmen Seru gründete – der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben zusammen. Der japanische Konzern war damals neben Sony und Nintendo einer der Hauptanbieter von Videospielen und Arcade-Automaten und stand vor seinem Europa-Eintritt, und Helmut Ruwolt hatte die notwendige Logistik-Expertise dafür. Mit 17.000 Quadratmetern in einer angemieteten Lagerhalle fing die Geschichte von Seru an.

Heute bestimmen rund 15 Hersteller den Markt und Seru arbeitet als Logistikdienstleister für einige von ihnen. Das Unternehmen übernimmt das komplette Fulfillment für seine Kunden: die Einlagerung der Spiele, die meist aus deutschen CD-Werken stammen, die Annahme der Bestellungen, die direkt in das Warenwirtschaftssystem gehen, die Zusammenstellung der Paletten entsprechend den Vorgaben von Amazon, Groß- und Einzelhandel, die Transportplanung bis zur Übergabe an die Dienstleister DPD, DHL, Transoflex und Voigt. Auch Customer-Service-Tätigkeiten und das Debitorenmanagement bis zu drei Mahnstufen übernimmt Seru.

Sicherheit großes Thema

Mehrwertleistungen fallen etwa bei Sammlereditionen an, die meist besonders umfangreich sind. Während normalerweise fast 3.000 Stück eines Computerspiels auf eine Palette passen, müssen in manchen Fällen die Paletten mit je 24 der sogenannten Collectors-Editionen bestückt werden – und das bei einer Gesamtzahl von manchmal mehr als 10.000. Auch Konfektionierungsarbeiten übernimmt Seru, etwa wenn ein Soundtrack extra in einem Papp-schuber auf die Außenseite der Spielebox geklebt werden muss.

Eine besondere Herausforderung ist das Thema Sicherheit. Wenn vor einem Verkaufstermin mehrere 100.000 Stück eines Spiels für eine Dauer von vier bis sechs Wochen auf Lager sind, steigt der Warenwert laut Steffen Ruwolt auf Millionenhöhe – dann muss kurzfristig die Versicherung erhöht werden. Um der Diebstahl-Gefahr zu begegnen, sind im Lager aber auch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen installiert.
"Eine spannende Branche ist das, mit einem gewissen Flair", sagt Ruwolt über seine Kunden, die er auch auf der Leitmesse der Branche, der Gamescom, trifft.

Aber genauso eine Branche im Wandel: "Die physische Distribution lässt stetig nach, die Mengen werden weniger", erklärt Ruwolt – Tablet, Smartphone und andere Mobilgeräte verändern das Angebot, viele Spiele sind "free to play" herunterzuladen. Zudem verschiebe sich der Markt gleichzeitig – weniger Neuerscheinungen, aber dafür sehr hochwertige, mit gigantischen Marketingmaßnahmen und einer entsprechenden Medienwirksamkeit.
Das Familienunternehmen aus Nortorf stellt sich mit neuen Kunden entsprechend auf, etwa aus dem Bereich Elektronikzubehör. Oder mit der Logistik von Merchandising-Artikeln – Textilien, Koffer, Accessoires und andere Lizenzartikel, auch als B2C-Geschäft. Dabei ist Seru genauso für den Bereich E-Sports aktiv, wo sich inzwischen Bundesligavereine und Hersteller tummeln. Einen Gaming-Profi-Club zählt Seru bereits zu seinen Kunden.

Ilona Jüngst

Autor

Datum

19. Juni 2017
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