Matthias Strehl, Geschäftsführer von Meyer Logistik, im Iveco Stralis NP. Zoom

Meyer Logistik setzt auf LNG: In Berlin mit dem Iveco Stralis NP unterwegs

Das Testen und Integrieren von alternativen Antrieben ist für Matthias Strehl, Geschäftsführer von Meyer Logistik, schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Schließlich ist das Teil des unternehmerischen Zukunftskonzepts des Frischelogistikers. Zur IAA Nutzfahrzeuge bekommt der Fuhrpark des Unternehmens mit Sitz im hessischen Friedrichsdorf nun Verstärkung in Sachen alternative Antriebe: Gleich 20 LNG-Zugmaschinen Iveco Stralis NP – NP steht für Natural Power – hat der Frischelogistiker geordert, die zu Beginn der Messe in Hannover offiziell übergeben werden.

Mit ihren 400 PS starken Motoren und den beiden Flüssiggastanks würde der Iveco Stralis NP als Zugmaschine  wunderbar ins Konzept von Meyer Logistik passen, sagt Strehl im Gespräch mit trans aktuell. Die mit Automatikgetriebe ausgestatteten Fahrzeuge können auf jeden Fall „eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometer schaffen, was für unsere Einsatzzwecke genügt“, sagt Strehl. Auch wenn die Fahrzeuge von Iveco (Halle 16/A01) zunächst nur für den Berliner Regionalverkehr gedacht sind. Aber anders als beim Diesel gibt es LNG-Tankstellen in Deutschland bisher in nur sehr begrenzter Zahl.

Das ist auch der Grund, warum Meyer Logistik den LNG-Anbieter Liqvis, ein Unternehmen des Energiekonzerns Uniper, damit beauftragt hat, eine LNG-Tankstelle am östlichen Rand von Berlin zu bauen. Die ist dann nicht nur für die Lkw des Logistikdienstleisters , sondern öffentlich zugänglich.

Meyer Logistik federt teure Anschaffung durch Zuschuss ab

Eine zweite Möglichkeit zu tanken gibt es am Standort Ulm. Ganz in der Nähe der dortigen Niederlassung von Meyer Logistik unterhält Iveco eine mobile LNG-Tankstelle, die ebenfalls von Externen benutzt werden kann. Aus unternehmerischer Sicht rechnet sich das Ganze bislang nur bedingt. Denn die Anschaffungskosten der LNG-Fahrzeuge liegen noch deutlich über denen der Diesel-Pendants. Daher hat das Bundesverkehrsministerium (BMVI) den Kauf der 20 Iveco Stralis NP auch mit rund 360.000 Euro bezuschusst. So wird das Ganze zumindest kein zu großes Zuschussgeschäft.

Eine durchweg positive Bilanz stellt Strehl den LNG-Fahrzeugen aber bereits heute aus: "Nach unseren Berechnungen werden wir je Lkw innerhalb von fünf Jahren rund 50 Tonnen CO2 einsparen." Aber auch in Sachen NOx und Feinstaub sind die Lkw mit dem Flüssiggasantrieb deutlich umweltfreundlicher unterwegs. Nun müssen die Fahrzeuge noch ihre betriebswirtschaftliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. "Wobei ich davon ausgehe, dass der Anschaffungspreis sinkt, sobald die LNG-Lkw in größerer Zahl verkauft werden, sodass dieser nicht mehr so stark zu Buche schlägt", erklärt Strehl.
Bei den LNG-Lkw aus dem Hause Iveco soll es nicht bleiben. "Auch Scania ist in Sachen Flüssiggasantrieb weit fortgeschritten. Ich gehe davon aus, dass wir zu geeigneter Zeit auch dort Fahrzeuge ordern können", so Strehl.

Leistung des Iveco Stralis NP reicht für den Einsatzzweck aus

Bis das so weit ist, muss erst einmal der Iveco Stralis NP ran. Mit seinen 400 PS und 2.000/min bringt der LNG-Fernverkehrszug auf jeden Fall annehmbare Leistungsdaten für den Alltag mit. Wobei die 1.700 Newtonmeter, die im Hauptfahrdrehzahlbereich anliegen, natürlich keinen Rekordwert darstellen. Im Zusammenspiel mit dem automatisierten Zwölfganggetriebe im modellgepflegten Iveco Stralis NP sorgt das für ein entspanntes Fortkommen. Zudem soll das Fahrzeug laut Herstellerangaben rund fünf Prozent sparsamer als der 330 PS starke Vorgänger sein und in puncto Servicekosten gar zehn Prozent darunter liegen.

Portraits

Autor

Foto

Meyer Logistik

Datum

16. September 2016
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Tests +++
+++ News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.