Retro Classics 15 Bilder Zoom

Messe Retro Classics 2017: Industriegeschichte auf Rädern

Es stehen zwar lange nicht so viele Lkw wie Pkw auf der Retro Classics. Doch jeder der liebevoll gepflegten Nutzfahrzeugveteranen hat eine sprichwörtlich bewegte Geschichte zu erzählen. 

Diesmal wartet eine echte Überraschung in der Messehalle 8, die traditionell den Nutzfahrzeugen gehört, auf die Besucher: Zwei Henschel-Kipper stehen da am Daimler-Stand, einer davon mit Stern im Kühlergrill. Mit diesen ungewöhnlichen Exponaten, den Hanomag-Henschel mit Original-Patina hat Helmut Hoffmann beigesteuert, blickt Daimler zurück auf die eigene Unternehmensgeschichte: die Übernahme von Hanomag-Henschel Ende der 60er-Jahre. Die schweren Frontlenker-Baufahrzeuge nahm Daimler-Benz damals dankbar ins Portfolio auf und produzierte sie bis 1974 im Werk Kassel weiter – bis die Neue Generation das Ende der Henschel-Frontlenker besiegelte. Auch die übrigen deutschen Stammwerke stehen im Fokus des diesjährigen Messeauftritts: Gaggenau, Mannheim und Wörth, mit jeweils mehreren dort produzierten Oldtimern. Den Vergleich mit ihren aktuellen Nachkommen ermöglichen zwei moderne Exponate: der mit allerlei Zubehör aus dem Mercedes-Shop verzierte Actros 1853 und ein Arocs SLT 4163. In letzterem dürfen die Besucher anders als bei den historischen Schätzchen auch nach Herzenslust probesitzen. 

Alt und Neu im Vergleich

Ihr modernes Flaggschiff, den Stralis XP, haben auch die Männer vom Oldtimerclub Magirus Iveco e.V. mitgebracht. Daneben präsentieren sie drei Viererclub-Oldies aus der Ulmer Werkssammlung: einen ehemaligen Messwagen für Lkw-Tests, ein Tanklöschfahrzeug und einen Bundeswehr-Fünftonner. Da der Platz im Werk für die Magirus-Sammlung zunehmend eng wird, befindet sich gerade eine Ausstellung im Alten Lager in Münsingen im Aufbau. Man darf gespannt sein. 

Direkt im Anschluss haben Mitglieder der Nutzfahrzeug Veteranen Gemeinschaft e.V. ihre Schätzchen aufgefahren, darunter einen Opel Blitz samt historischer Beladung, einen MAN 19.230 DHAK und Raritäten wie den Absetzkipper Volvo N88, den Hürlimann-Schlepper aus der Schweiz und den Kaelble Z 3 S von Hermann Paule. 

Wie frisch vom Band

Einen weiteren Straßenschlepper, diesmal von Lanz, zeigt das schwäbische Bauern- und Technikmuseum. Ein paar Meter weiter präsentiert die Veteranenhalle den bestens gepflegten Mercedes L315 von Dieter Hauser Int. Ferntransporte. Mehrere Omnibusse in erstklassigem Zustand finden sich schließlich am Stand des Auwärter-Museums, darunter ein Setra S125 und ein Mercedes O302. 

Teil der Nutzfahrzeugausstellung ist erneut die historische Sammlung des Technischen Hilfswerks, die diesmal einen frisch restaurierten DKW Munga, der makelloser nicht hätte vom Band laufen können, sowie einen Borgward B 522 AD Mannschaftskraftwagen mitgebracht hat. Letzterer leistet einen wesentlichen Beitrag zum charakteristischen Duft nach altem Metall, Leder, Fetten, Holz und Leinen, der die Besucher in Halle 8 einhüllt und ihre Lkw-Zeitreise perfekt macht. 

Johannes Roller, Redakteur FERNFAHRER

Autor

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Johannes Roller

Datum

3. März 2017
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