Pachta-Reyhofen2, MAN-Chef, 2011 Zoom

Pachta-Reyhofen: MAN-Chef für Kooperation mit Scania

MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen hat die Pläne von Großaktionär Volkswagen für eine Kooperation mit der VW-Tochter Scania verteidigt. Das teilt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit. Eine enge Zusammenarbeit von MAN, Scania und Volkswagen biete für alle Beteiligten große Vorteile und werde die Wettbewerbsfähigkeit der Partner stärken.

„Von dieser industriellen Logik sind MAN, VW und Scania überzeugt und dafür sind wir auch die richtigen Partner“, sagte Pachta-Reyhofen auf der Hauptversammlung des Münchner Lastwagenbauers am Montag laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript.
 
Ungeachtet der formellen Ablehnung des vorliegenden Übernahmeangebots als zu niedrig, bekräftigte Pachta-Reyhofen, die Zusammenarbeit bringe Kosteneinsparungen im Einkauf, bei der Entwicklung und in der Produktion. Gemeinsam seien die künftigen Herausforderungen wie steigende technische Anforderungen und der wachsende Wettbewerbsdruck leichter zu schultern. Zudem sei mit VW eine Erweiterung der Produktpalette in den Bereich leichter Lastwagen möglich. „Um die Potenziale der Globalisierung und des technologischen Wandels zu nutzen, sollten wir uns nicht für einen Alleingang entscheiden“, sagte der MAN-Chef.

Pachta-Reyhofen: "Marken müssen Identität behalten"

Pachta-Reyhofen bekräftigte, beide Marken, MAN und Scania, müssten ihre eigene Identität behalten. Auch bliebe MAN in der bestehenden Struktur mit den beiden Säulen Nutzfahrzeug- und Motorengeschäft erhalten. Der MAN-Chef betonte, VW habe bislang keine Pläne, MAN von der Börse zu nehmen. Er wiederholte, das Angebot von 95 Euro je Stammaktie sei nicht angemessen und ziehe die erwarteten Einsparungen nicht hinreichend in Betracht. VW hatte im Mai überraschend seine Beteiligung über die 30-Prozent-Schwelle erhöht und damit ein Pflichtangebot ausgelöst, das noch bis zum Mittwoch läuft. Bislang hat VW nur gut ein Prozent der Stammaktien angeboten bekommen. Angestrebt wird vorerst eine Beteiligung von insgesamt 35 bis 40 Prozent.
 
Auf der Hauptversammlung wird vor allem Protest von Aktionären gegen das Durchgreifen von VW-Patriarch Ferdinand Piech erwartet, der bei MAN und Volkswagen den Posten des Chefaufsehers inne hat. VW will fünf Manager aus den eigenen Reihen in den MAN-Aufsichtsrat wählen lassen. Drei davon, VW-Chef Martin Winterkorn, sein Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch und der VW-Nutzfahrzeugchef Jochem Heizmann sitzen auch im Kontrollgremium von Scania. Diesen Verstoß gegen das Prinzip der guten Unternehmensführung (Corporate Governance) beklagt unter anderem die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und lehnt daher die Wahl der Kandidaten ab.

Ferrostaal: MAN an schneller Einigung interessiert

Zum Streit um die frühere MAN-Tochter Ferrostaal sagte Pachta-Reyhofen, MAN sei weiter an einer schnellen Einigung interessiert. Laut Medienberichten vom Wochenende zeichnet sich nach dem Scheitern im Frühjahr nun erneut eine Lösung ab. Demnach fordert die Staatsanwaltschaft München eine Strafzahlung von 177 Millionen Euro, mit der die Schmiergeldaffäre abgeschlossen werden könnte. Der „Spiegel“ schreibt von zwei Monaten Bedenkzeit, die die zerstrittenen Parteien nun hätten. Der neue Ferrostaal-Haupteigner, der Staatsfonds IPIC aus Abu Dhabi, hatte sich sehr verärgert über die erst nach der Übernahme aufgeflogene Schmiergeldaffäre gezeigt und eine Rückabwicklung des Geschäfts gefordert.
 
Das Geschäft mit den Lastwagen, Bussen, Dieselmotoren und Turbomaschinen läuft indes nach der tiefen Krise wieder rund. Für das zweite Quartal will der MAN-Chef bei der Zwischenbilanz eine „ähnlich gute Entwicklung“ wie im ersten Quartal vermelden. Im ersten Jahresviertel stieg der Umsatz um knapp ein Fünftel auf 3,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wurde auf 325 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Den anhaltenden Geschäftserfolg führt Pachta-Reyhofen zum großen Teil auf die eingeleitete Strategie in den Wachstumsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China zurück. „Mehr als jeden vierten Euro setzen wir bereits in den BRIC-Staaten um.“
 
Im laufenden Jahr will MAN den Umsatz um sieben bis zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 14,7 Milliarden Euro steigern. Der Konzern soll profitabler werden und eine Umsatzrendite von mindestens 8,1 Prozent erzielen. Für das vergangene Geschäftsjahr sollen die Aktionäre eine auf 2,00 Euro erhöhte Dividende erhalten (Vorjahr: 0,25 Euro). Diese steht auch Anteilseignern zu, die ihre Aktien in das Übernahmeangebot einbringen.

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27. Juni 2011
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