Mack B-73 BLT Millenium 12 Bilder Zoom

Mack B-73 BLT Millenium: Metamorphose

Verwandlung extrem – in sieben Jahren Bauzeit und mit über drei Meter Längenzuwachs machte James Cotta einen alten Mack zum Hot Rod.

Wer auf kalifornischen Truck­shows den Mack B-73 BLT von James Cotta zu Gesicht bekommt, fragt sich unweigerlich, wie man bitte mit so einem skurrilen Customtruck etwas Ordentliches arbeiten soll. Zugegeben, eigentlich ist das hellgelbe Gefährt auch eher ein Liebhaberstück, das sich Winzer James Cotta aus historischen Gründen gegönnt hat, aber: Der Mack kann nicht nur einen Auflieger auf seiner Sattelplatte einrasten lassen, von Zeit zu Zeit erledigt der betagte Kerl sogar noch die eine oder andere Transportaufgabe.

Der Mack ist Cottas Darling

James Cotta kommt aus Lodi in Kalifornien und liebt die schönen Dinge des Lebens. Neben seiner großen Leidenschaft, dem Fahrradfahren, ist es vor allem der alte Mack, der es ihm angetan hat. "Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich mit meinem Vater nach Stockton fuhr, um einen gebrauchten 1956er Mack zu kaufen. Das war 1975 und ich war gerade einmal 14 Jahre alt. Der Mack selbst hatte schon beinahe 20 Jahre auf dem Buckel und schon bessere Zeiten gesehen. Mein Vater stellte einen Scheck über 2.000 Dollar aus und wurde nicht müde, sich immer wieder darüber zu beklagen, dass dies viel Geld für einen Truck wäre, der saisonal lediglich zwei Monate pro Jahr im Einsatz ist", erinnert sich James. Doch für ihn war dieses Vehikel etwas ganz Besonderes.

Schon ein paar Jahre später saß er selbst hinter dem Lenkrad des Mack. Zur Weinlese transportierte er jede Nacht die tagsüber geernteten Trauben. James fuhr während der Erntezeit so oft Truck, dass er sogar Ärger mit der Schule bekam. Aufgrund seiner anstrengenden "Nachtschichten" war er im Unterricht eingeschlafen. Leider gab der Mack 1981 seinen Geist auf und eine Reparatur schien sich nicht mehr zu lohnen.

Jugendliche Vandalen brachten die Wende

Die folgenden zwölf Jahre parkte er in einer alten Scheune und moderte vor sich hin. James hatte immer wieder vorgehabt, das alte Teil wieder zum Laufen zu bringen, so richtig Zeit dafür fand er aber nie. 1993 brachen schließlich jugendliche Vandalen in die Scheune ein, in der die Bulldogge vor sich hin schlummerte. Sie durchlöcherten den Mack mit Kugeln, bis er aussah wie ein Sieb, und zerschlugen sämtliche Scheinwerfer und Scheiben. Als James seinen Truck in diesem jämmerlichen Zustand sah, musste endlich etwas geschehen: Die Metamorphose des Mack konnte beginnen.

Getreu dem alten Hot-Rod-Motto: "If it ain’t steel, it ain’t real!" bestehen alle Modifikationen aus Stahl oder Aluminium. Lediglich die Frontstoßstange ist aus Fiberglas gefertigt. Ganze sieben Jahre lang bastelten James und eine ganze Schar Spezialisten an diesem Mega-Projekt. Der ursprüngliche Motor, ein Cummins 220, musste einem neueren Cummins 335 mit 350 Horsepowers weichen. Dies war auch gleichzeitig von den Abmessungen her das größte Aggregat, welches unter der Haube des Mack noch unterzubringen war. Den Rahmen des Trucks verlängerten die Restauratoren nach einer ordentlichen Aufbereitung um über zehn Fuß – also über drei Meter. Insgesamt misst der lang gezogene und geduckte Truck jetzt mehr als 30 Fuß – das sind neun Meter. Gleichzeitig sorgt nun unterm Blechkleid eine moderne Luftfederung von Freightliner für mehr Fahrkomfort.

Rucksack für die Soundanlage

Für angemessenen Musikgenuss während der Fahrt stehen dem geneigten Fahrer nicht weniger als drei riesige Verstärker zur Verfügung. Natürlich fanden die Soundge­räte in der engen Kabine keinen Platz mehr. Ein maßgeschneiderter "Rucksack" hinter dem Fahrerhaus inklusive einer sich nach hinten öffnenden Haube dient daher als Heim für die Krachmacher.

Die handgeformte Chassisverkleidung des Mack besitzt außerdem zwei Deckel, die per Fernbedienung wie zwei kleine Flügel in die Höhe schwingen. Sie gewähren den Zugang zu den Batterien und zum polierten Aluminium-Tank. Ebenso wie von Geisterhand fahren beim Öffnen der Türen auch zwei polierte Trittstufen aus der Karosserie heraus. Ohne die beiden Tritthilfen, die übrigens sogar einen Mack-Schriftzug tragen, wäre es in der Tat schwierig, in die Kabine zu klettern.

Die aufwendige Restauration beendeten James und sein Team gerade noch rechtzeitig zur Jahrtausendwende, weshalb sie dem Truck am Ende den Namen "Millennium Mack" verpassten. Seit diesem Zeitpunkt muss der Hot Rod nicht mehr viel arbeiten. Aber wie bereits erwähnt: Er könnte es, wenn er müsste.

Truck: Mack B-73 BLT

  • Baujahr: 1956
  • Motor: Cummins 335
  • Leistung: 355 PS/
261 kW
  • Gesamtlänge: 
9,14 Meter
  • Aufgabengebiet: vereinzelte Transporte für die Weinlese

Autor

Foto

Otto Miedl

Datum

28. August 2011
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Unsere Experten
Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Jan Bergrath beobachtet und beschreibt seit über 25 Jahren als freier Fachjournalist die… Profil anzeigen Frage stellen
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Arbeitsrecht
Ich bin Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht. Ich vertrete Arbeitnehmer und Arbeitgeber… Profil anzeigen Frage stellen
Aktuelle Fragen
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Tests +++
+++ News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.