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Logwert-Studie: Die Branche und ihre Innovationskraft

Die Wirtschaft sieht beim Transport Nachholbedarf. Das ist ein Ergebnis der Logwert-Studie.

Welche Innovationen braucht die Logistik in den nächsten Jahren und wie wirtschaftlich sinnvoll sind diese? Dieser Frage ist das Kompetenzzentrum Logwert nachgegangen, in dem Experten des Fraunhofer- Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Hochschule Heilbronn zusammenarbeiten. Unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat Logwert eine Studie zu den "Logistikinnovationen in Baden-Württemberg" erarbeitet.


Denn die Logistik hat inzwischen für den Südwesten einen Bedeutungszuwachs erlebt. "Wenn die verarbeitende Wirtschaft das Herz ist, dann bildet die Logistik die Blutbahnen, die das Herz am Schlagen halten", sagte Jochen Pahlke vom Wirtschaftsministerium im Rahmen der Heilbronner Verkehrsgespräche 2016, bei denen die Studie vorgestellt wurden.

Um zu erfahren, welche Trends aus Sicht der Wissenschaft sowie von Verlader- und Dienstleisterseite Innovationen beeinflussen, war bestand der erste Schritt der Studie aus umfangreichen Befragungen. Dabei zeigte sich, dass in puncto  Innovationen für die verladende Wirtschaft die Frage nach Wichtigkeit und Innovationsbeitrag, für die Dienstleister die nach Wirtschaftlichkeit und der Realisierungsgrad am bedeutsamsten sind, sagte Dr. Tobias Bernecker, Studiendekan  der Hochschule und wissenschaftlicher Leiter von Logwert.


Insgesamt sechs Innovationsfelder werden in der Studie thematisiert: Transport und Umschlag, Lagerung und Ladeeinheiten, IT und Technik, Prozesse und Organisation, Grüne Logistik, Arbeit und Sozialbedingungen. Im Bereich Transport und Umschlag wird von beiden Seiten sowohl Handlungsbedarf als auch Potenzial für Logistikinnovationen gesehen. Vor allem die Logistikdienstleister sehen etwa in der Bündelung von Transporten den größten Hebel.


Der Bereich IT und Technik zeichnet sich in der Studie laut Bernecker dadurch aus, dass dem Thema ein hohes Innovationspotenzial von beiden Seiten zugerechnet wird, insbesondere auch bei Online-Plattformen sowie Antrieb und Kraftstoff. Allerdings halten die wenigsten das Thema für das eigene Unternehmen wichtig. Beim Thema Lagerung und Ladeeinheiten zeige sich ein homogeneres Bild. Die höchsten Innovationspotenziale sehen die Verlader laut Bernecker hier wegen der Frage der Flächeneffizienz in der Optimierung der Leergutströme und  der datengestützten Ein- und Auslagerung. Lediglich im Bereit Arbeit teilten Verlader und Dienstleister die Einschätzung, dass die Arbeitgeber-Attraktivität gesteigert werden müsse – es allerdings für den Bereich kein richtiges Innovationspotenzial gibt.


Im Gesamten, so die Autoren der Studie, "überwiegt aus Sicht der Unternehmen der theoretische Nutzen von Logistikinnovationen gegenüber der tatsächlichen Wichtigkeit dieser Maßnahmen für die Unternehmenspraxis".  Dabei ist laut Bernecker erwiesen, dass sich Logistikinnovationen positiv auf Effektivität und Effizienz auswirken. Während die Extralogistik aber derzeit einen hohen Innovationsbedarf habe, gebe es Innovationen besonders im Bereich der Intralogistik.

Schlussfolgerung: das Innovationspotenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Verlader schätzen laut Bernecker die Relevanz und die Innovationskraft der Logistikdienstleister höher ein als diese selber. Innovationshemmnisse auf deren Seite sind allerdings der Zeitaufwand und die Amortisationsdauer – Hürden, die durch immer kürzere Vetragslaufzeiten nicht eben geringer werden. Bernecker regte daher an, dass Thema auf beiden Seiten weiter intensiv zu diskutieren – "Logistikinnovationen sind immer bis zu einem Grad riskant, aber sie bieten auch viele Chancen, besser zu werden."

Ilona Jüngst

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Datum

8. November 2016
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