Daniel Wiesler Zoom

KD-Projekt-Consulting: Ein Mann mit Perspektiven

Daniel Wiesler hat in seiner Karriere stets neue Herausforderungen gesucht. Der 48-Jährige führt die Geschäfte des Logistikunternehmens KD-Projekt-Consulting. Als jüngstes von zwölf Kindern hat Daniel Wiesler schon früh gelernt, was es heißt, sich durchzusetzen. Aber auch, was es heißt, sich ins große Ganze zu integrieren.

"Jeder musste ran, alle mussten arbeiten", sagt der 48-Jährige im Rückblick auf seine Kindheit und Jugend. Die Eltern hatten einen Gastronomiebetrieb, ein Café, im Badischen. Während die sechs Jungen sich eher in der Bäckerei betätigten, kümmerten sich die Schwestern um den Verkauf und die Kaffeegäste. Am Wochenende war dort Hochbetrieb – einer der Gründe, warum Wiesler nie Skilaufen lernte. Für derartige Freizeitaktivitäten war schlichtweg keine Zeit.

Wegzufliegen, um Kraft zu schöpfen

Das hat sich geändert. "Ich versuche, viel rauszugehen und Fahrrad zu fahren. Außerdem hat mich meine Frau mit ihrer Freude an der Gartenarbeit angesteckt", sagt er. Und bei aller badischen Bodenständigkeit – Wiesler liebt es, am Wochenende einfach einmal wegzufliegen, um Kraft zu schöpfen. "Nach Berlin, Paris oder Istanbul. Nicht um auf die Schnelle etwas zu unternehmen, sondern um in eine andere Kultur einzutauchen, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen."

Sich weiterentwickeln, anders herum zu denken, hat für den Manager große Bedeutung. Seit 26 Jahren arbeitet Wiesler jetzt bei der Fachspedition Karl Dischinger in Ehrenkirchen bei Freiburg und hat sich immer wieder neue Herausforderungen gesucht. Bereits nach dem Abitur und abgeschlossener Bundeswehrzeit legte er erst einmal einen längeren Auslandsaufenthalt in Paris ein. "Das war damals bei uns im Dorf eine Revolution", sagt er.

Praxisbezogene Studium an der Dualen Hochschule

Eigentlich hatte er eine Bankkarriere ins Auge gefasst. Bis ihn jemand auf das praxisbezogene Studium an der Dualen Hochschule in Lörrach hinwies. Wiesler suchte nach einem Unternehmen, das mitziehen wollte und fragte bei Karl Dischinger an. Die Chemie stimmte. So war er mit 22 Jahren der erste BA-Student, der ins Unternehmen kam. "Nach dem Studium habe ich recht schnell den Bereich Ausbildung übernommen.

Damals hatte Dischinger noch etwa 40 Mitarbeiter. Jetzt hat allein die 2001 gegründete und von Wiesler geführte 100-prozentige Firmentochter und Logistik-Dienstleisterin KD–Projekt-Consulting (KD-PC) 150 Beschäftigte, die Fachspedition ist bei 350 Mitarbeitern angelangt. Bei der ebenfalls von Wiesler geleiteten Firma Zoll-Ution arbeiten zwölf Spezialisten für Zoll und Außenwirtschaft. Diese kleinste und jüngste Tochter verzeichnet derzeit das größte Wachstum.

Führungsverantwortung ist keine Altersfrage

Personalentwicklung liegt Wiesler am Herzen. "Es geht heute nicht mehr, die Leute patriarchalisch zu führen", sagt er. "Der Wohlfühlfaktor und die persönliche Weiterentwicklung spielen eine große Rolle, um die Mitarbeiter zu halten."  Beim Führungsstil wird bei KD-PC weniger auf Kontrolle als auf eine unterstützende Begleitung und das frühzeitige Aufzeigen von Perspektiven Wert gelegt. Es gibt einen Jahreszielplan" der diskutiert und den Mitarbeitern vorgelegt wird. Die Ausbildungsquote liegt bei 15 Prozent, Führungsverantwortung ist keine Altersfrage. "Wir haben bei KD-PC viele junge Führungskräfte in den 20-ern", sagt Wiesler.

Um mit der Hektik der heutigen Zeit klar zu kommen, setzt Wiesler für sein Team auch auf professionelle Trainer. Es gibt Seminare mit dem Titel "Ruhig Blut" und andere, für die richtige Balance zwischen den verschiedenen Lebensbereichen. Der menschliche Faktor wird immer wichtiger, meint Wiesler. "Ich hole mir auch ab und zu mal einen Coach, um Fragen auch aus einer anderen Richtung gestellt zu bekommen."

Vom Transporteur zum Logistiker

Mit der KD-Projekt-Consulting hat Dischinger den Spagat vom reinen Transporteur zum Logistiker geschafft. "Ursprünglich haben wir vor gut zehn Jahren beim Autozulieferer  Vibracoustic in Neuenburg mit zwei Mitarbeitern im Versand begonnen. Heute verwalten wir mit 40 Mitarbeitern vor Ort den kompletten Wareneingang", berichtet Wiesler nicht ohne Stolz.

Die Spezialisierung biete den Vorteil, nicht leicht ersetzbar zu sein. "Es entsteht eine, wenn auch gegenseitige, Abhängigkeit."Der Ursprungsgedanke war, das Risiko breiter zu streuen. Aber auch die Umsatzrendite spricht dafür. Während sie in der Spedition bei 0,5 bis ein Prozent liege, kann KD-PC mit fünf bis sechs Prozent punkten.

Eigene Erfahrung auf dem Markt anbieten

Know-how im Bereich Lagergestaltung wird inzwischen auf breiterer Ebene eingebracht. Aber nicht nur das. "Wir haben in den vergangenen zwei, drei Jahren festgestellt, dass wir auch unsere Erfahrung auf dem Markt anbieten können", sagt Wiesler. "Schließlich haben wir uns im vergangenen Jahrzehnt stark weiterentwickelt." Das Unternehmen will zunehmend auch beratend tätig werden und hat dafür eine professionelle Marketing-Firma mit an Bord genommen.

Als Einstiegskonzept gilt nicht zuletzt das Behältermanagement. "Dort gibt es große buchhalterische Probleme und Defizite. Jetzt bieten wir als Dienstleistung ein intelligentes System zum Abgleichen der Bestände an." Dabei gehe es um Risikominimierung und Qualitätssicherung. "Wenn viele Behälter einfach nur herumstehen, kostet das auch viel Miete."

Wieslers Bilanz fällt rundum positiv aus: "Wenn man mit dem Unternehmen wächst, lernt man viel, auch von den horizontalen Strukturen. Alles kennenzulernen war für mich der richtige Weg." Er ist in Gedanken bereits bei der Entwicklung eines weiteren Geschäftsfelds – im Bereich Gesundheitslogistik. "Man darf nie zufrieden sein mit dem, was man gerade tut. Gut ist nicht gut genug."

Autor

Foto

Regina Weinrich

Datum

5. April 2012
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