Alles über Logistikgipfel 2012
Erik Wirsing, Logistikgipfel Zoom

Logistikgipfel : Schenker packt Telematik in die Box

Mit Telematik auf Nummer sicher gehen, das ist der Ansatz von Erik Wirsing, Leiter der Zentrale Innovation bei Schenker. Dabei hat er allerdings keinen Lkw sondern eine Versand-Box für Wertgegenstände im Blick, die ihren Standort meldet.

Spricht man von Telematik, denken die meisten an die Zugmaschine oder aber den Auflieger. Dass diese Technik aber auch an ganz anderer Stelle ihre Vorzüge entfalten kann, beweist DB Schenker mit der sogenannten Security-Box. "Dabei ist das Thema Telematik bei DB Schenker bereits seit 1998 ein Thema. Sogar unsere 4.500 Wechselbrücken sind mit GPS ausgestattet", erklärte Erik Wirsing, Leiter der Zentrale Innovation bei Schenker, auf dem Transport-Logistikgipfel in Ludwigsburg.

Neues Geschäftsfeld erschlossen

"Sicherheit ist für uns ein großes Thema", räumte Wirsing ein. Manche Transporte ließen sich mit dem vorhandenen Fuhrpark allerdings nicht realisieren. Daher suchte die Schenker-Entwicklungsabteilung nach anderen Ansätzen. In Zusammenarbeit mit den Experten für Transportsicherheit von Cargoguard entwickelte der Logistiker daher die Security-Box. Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um eine normale Transportbox. Schenker setzt dabei auf eine normale, zusammenklappbare Rau-Box, die die Größe einer Europalette hat. Der Kunststoffbehälter ist mit einem sogenannten Smart-Lock ausgestattet. Dabei handelt es sich zum einen um ein mechatronisches Schloss, das der Versender versiegelt. Per E-Mail geht ein Code an den Empfänger. Außer ihm ist damit niemand in der Lage, den Versandbehälter zu öffnen. Zumindest nicht ohne dass das System einen Alarm auslöst.

Die Technik im Hintergrund

Dreh- und Angelpunkt ist dabei der Sicherheitsserver von Cargoguard. Über diesen läuft die verschlüsselte Kommunikation mit dem Smart-Lock. Über das Cargoguard Webportal kann der Versender zudem entscheiden, von wem, wann und wo ein Zugriff auf das Transportgut möglich ist. Zudem kann man sich den Weg und den momentane Standort der Box jederzeit verfolgen. "Die Security-Box verfügt zudem über ein hochleistungsfähiges GPS/GSM-Trackingmodul, Schocksensoren und integrierte Temperaturfühler, die komplexe Lieferketten auch beim Stückgut jederzeit lückenlos nachvollziehbar und dokumentierbar machen", erklärte Wirsing.

Durch eine integrierte Sensorik ist aber nicht nur die Überwachung verschiedener Parameter wie Temperatur oder Beschleunigung möglich. Geht der Alarm los, informiert das System den Versender sowie andere vorher autorisierte Personen in Echtzeit per SMS und E-Mail. Doch nicht nur bei den beteiligten Unternehmen geht der Alarm ein. Auf Wunsch ist auch die Notrufleitstelle von Bosch mit von der Partie. "Die schicken bei Bedarf ein Interventionsteam los", erklärte Wirsing. Mittlerweile hat Schenker etwa die Personalakten der Konzernmutter DB transportiert. Auch gehört beispielsweise ein Schweizer Uhrenhersteller zu den neugewonnenen Kunden. Fast nur eine Randnotiz – wenn auch eine erfreuliche: Im November erhielt die Security-Box den Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Transportverpackungen.



Portraits

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

19. April 2012
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Prof. Dr.-Ing. Heinz-Leo Dudek, Experte für Telematik Heinz-Leo Dudek Telematik
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