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Logcoop startet Lagernetzwerk

Den Großen die Stirn bieten

Ein neues Ass im Ärmel hat seit Jahresanfang die Kooperation Logcoop: ein Lagernetzwerk, das insgesamt über 1,4 Millionen Quadratmeter Lagerfläche an 46 Standorten verfügt.

Nach Angaben von Marc Possekel, geschäftsführender Gesellschafter von Logcoop, beteiligen sich bereits 25 mittelständische Mitglieder an dem Netzwerk. Ziel der neuen Gesellschaft Lagernetzwerk ist, Mittelständlern mit einem Umsatz zwischen drei und 250 Millionen Euro bei der Vermarktung ihrer Lager- und Logistikflächen zu unterstützen.


Dafür betreibt Posselke entsprechende Vertriebsarbeit – durch Anzeigen, auf Messen, durch Kaltakquise. Die Anfragen gehen bei ihm und seinem Team in der Zentrale in Meerbusch ein und werden dann an alle Mitglieder weitergeleitet.

Absolute Transparenz ist wichtig – zwar verbinden die Mitglieder im Netzwerk die gleichen Interessen, aber sie agieren trotzdem als eigenständige Wettbewerber. Wegen ihrer regionalen Zuordnung kommen sich die Mitglieder aber nicht in die Quere. Ganz im Gegenteil hilft die Regionalität sogar, etwa wenn es darum geht, eine überregionale Anfrage eines Kunden zu bedienen. Bernd Focke, Leiter Logistik und Vertrieb der Sievert Handel Transporte (SHT) aus Lengerich, hat etwa über die Kooperation schon einen Lagerauftrag eines Kunden aus dem Textilbereich bekommen – zuerst für einen SHT-Standort in Stockstadt, dann auch für ein Lager bei Leipzig.

Pluspunkt Leistungsvielfalt

"Für einen kleineren Mittelständler ist es bisher schwer möglich gewesen, eine überregionale Anfrage zu bedienen", sagt Frank Oelschläger, geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für innovative Logistik (Gilog) aus Frechen und Logcoop-Mitglied. Aber in Kooperation mit einem anderen Unternehmen könnten jetzt auch kleinere Mittelständler ein solches Angebot abdecken. Ein weiterer Pluspunkt ist laut Posselke die Leistungsbandbreite der Mitglieder in den verschiedenen Bereichen. Noch in diesem Jahr will Posselke daher sogenannte Subnetzwerke für spezielle Verladeranforderungen gründen - etwa für Kühl- und Tiefkühllager, Standorte für E-Commerce, Lager für Gefahrgut, aber auch für reguläre Blocklager - und damit die Angebotsbreite der mittelständischen Mitglieder hervorheben.

Bernd Focke von SHT zählt etwa allein für sein Unternehmen Transport- und Logistik-Knowhow in den verschiedensten Bereich auf – neben Baustoffen chemische Produkte, Kunststoffgranulate, Holz, Handelsgüter. Frank Oelschlager wiederum hat viel Erfahrung mit Gesundheitsartikeln – in seinem Lager werden etwa Kontaktlinsen sowie Material für Krankenhäuser kommissioniert – daneben Konsumgüter und Elektronik, inklusive Mehrwertdienstleistungen wie Software-Updates und Retourenabwicklung.

Zwar kann nicht jeder Lagerstandort die Expertise für alle Kundenanfragen haben, aber durch einen regelmäßigen Austausch der Lagernetzwerk-Mitglieder und Wissenstransfers im Rahmen von Kooperationen wollen die Mittelständler so auch den großen Dienstleistern die Stirn bieten. Auch die Tatsache, dass die meisten der in Logcoop-organisierten Unternehmen inhabergeführt sind, soll als Verkaufsargument dienen – als Beweis für einen besonders hohen Qualitätsgedanken. Lagernetzwerk und gemeinsamer Einkauf laufen also bei Logcoop – laut Posselke werden die Mitglieder gemeinsam 2016 voraussichtlich zwölf Millionen Mautkilometer abwickeln und für mehrere Millionen Diesel tanken. Im Bereich Akademie ist am 1. Juli Startschuss für die Zusammenarbeit in der Aus- und Fortbildung.

Gemeinsame Transportabwicklung

Noch dieses Jahr soll auch die gemeinsame Transportabwicklung auf die Beine kommen. Noch stehen Themen wie IT und das Pricing auf der to-do-Liste. Fest ist aber die Ausrichtung – nicht auf das, was alle machen, sondern auf Dienstleistungen in der Nische, in denen Mittelständler im Vergleich zu den standardisierten Marktführern besonders stark sind, etwa Transporte mit Mitnahmestapler.  Drei Kunden aus dem Bereich E-Commerce lassen demnach schon jetzt solche Transporte von Logcoop-Mitgliedern konventionell abwickeln, Anfragen weiterer Großkunden gebe es bereits. "Wir wollen das machen, bei dem ein Mittelständler noch etwas verdienen kann", sagt Posselke. Seine Perspektive für die Zukunft sind insgesamt 200 Standorte im Rahmen der Mittelstandskooperation – und dass Logcoop als Marke in der Branche gesetzt ist. 



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Ilona Jüngst

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15. März 2016
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