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Lkw-Wissen: Fahrerhandbücher

Der Volvo FH gilt zu Recht als gereifter Klassiker. Auch das zugehörige Fahrerhandbuch wird diesem Anspruch gerecht.

Der Preis für das mit Abstand ausführlichste Fahrerhandbuch gebührt zum Abschluss dieser "literarischen Reihe" Volvo Trucks. Wer das prall gefüllte Ringbuch zum Volvo FH beziehungsweise FM verinnerlicht, kann sein geballtes Lkw-Wissen guten Gewissens bei der nächsten Bewerbung als Sonderpunkt anführen.

Von der Abgasreinigung bis zur Zentralschmierung wird jedes Detail ausführlich abgehandelt, fahrzeugbezogen oder auch nicht ("manchmal müssen Sie bestimmte Abschnitte überspringen, wenn dort Ausrüstung beschrieben ist, die es in Ihrem Fahrzeug nicht gibt"). Selbst ein Extra-Kapitel zum korrekten Einstellen des Dachspoilers in Bezug auf die Aufbauhöhe ist vorhanden.

Das Fahrerhandbuch gehört zur Pflichtlektüre

Dass die Lektüre aber offenbar nicht für jeden zum Pflichtprogramm gehört, zeigt sich bereits bei der angesprochenen Abgasreinigung. Ute Lüder, Verkaufsleiterin bei Volvo-Händler Auto Haas in Barleben, hat zum Beispiel mit falsch befüllten Adblue-Tanks einschlägige Erfahrungen gemacht: "Mit dem Einfüllen falscher Medien kommen schnell mehrere tausend Euro Schaden zusammen.

Was in jüngster Zeit aber auch beim ansonsten korrekten Betrieb massive Schwierigkeiten bereitet, ist das Thema OBD2: Bei fast leerem Adblue-Tank wird der Fahrer mehrfach durch Anzeigen gewarnt, bevor – wie vom Gesetz- geber verlangt – die Leistung reduziert wird. Aber viele Fahrer ignorieren das einfach, treten das Gaspedal tapfer weiter durch und wundern sich, dass irgendwann nix mehr kommt.

Frühzeitig reagieren zahlt sich aus

Überhaupt ist der Umgang mit Diagnosesystemen so eine Sache. Fehlercodes auszulesen und nachzuschlagen, bevor man die Werkstatt anruft, kommt vielen nicht in den Sinn. Dabei ist im Handbuch alles ganz genau beschrieben. Wie größtenteils üblich ist auch bei Volvo das Warnsystem dreistufig angelegt, gestaffelt in die Ebenen "Info", "Warnung" und schließlich "Stopp". Klarer Fall: Wer frühzeitig reagiert, beugt unplanmäßigen und teuren Stillständen vor.

Wie bei anderen Herstellern umfasst die Liste der Fahrersünden auch aus Volvo-Sicht einige Klassiker: zu selten kontrollierter Reifenluftdruck, zu hohe Anfahrgänge mit Handschaltgetriebe, Nachlässigkeiten beim Auf- und Absatteln beziehungsweise An- und Abkuppeln sowie mangelnde Pflege von Klimaanlage und Standheizung (die zum Funktionserhalt auch ab und zu im Winter beziehungsweise Sommer laufen sollten).

Stets dem Handbuch folgen

Ute Lüder fügt ein weiteres Paradebeispiel hinzu: "Noch immer setzen viele Fahrer die Motorbremse nicht richtig ein, nutzen die zu selten oder bei zu geringer Drehzahl. Das bedeutet dann eben schnellen Verschleiß der Bremsscheiben." Anders als etwa beim Scania R oder MAN TGX kann beim Kippen des FH-Fahrerhauses die Frontklappe geschlossen bleiben.

Dafür droht an anderer Stelle Gefahr: Der Frontspiegel, wegen der stark geneigten Scheibe an einem extrem langen Halter montiert, kann sich in einer automatischen Waschanlage leicht an den rotierenden Bürsten verfangen und (mindestens) die äußere Sonnenblende demolieren. Daher, wie im Handbuch beschrieben: Den Spiegel vor der Waschhalle nicht nur anklappen, sondern auch mit einem Riemen am Handgriff unterhalb der Scheibe festzurren. Sicher ist sicher.

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8. Februar 2012
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