Lkw-Navis in der Praxis 8 Bilder Zoom

Lkw-Navis in der Praxis: Ins Netz gegangen

Sieben Lkw-Navis mit ganz unterschiedlichen Stärken und Schwächen – für euch unter die Lupe genommen.

Keine Frage: Ein portables Navigationssystem ist im harten Arbeitsalltag eine große Hilfe. Dabei spielt nicht "nur " die Routenführung eine wichtige Rolle, sondern auch zahlreiche zusätzliche Infos wie präzise Ankunftszeiten und Staumeldungen. Beim Lkw-Navi sind aber beispielsweise Durchfahrtshöhen, Gefahrgutstrecken und Fahrverbote ein Thema. Nur wenn das Gesamtpaket stimmt, hat der Fernfahrer einen wirklichen Helfer an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett. Doch die Entscheidung für das ein oder andere Gerät ist gar nicht so einfach. Da unterscheiden sich die Navis doch in vielen markanten Punkten. Das fängt beim Kartenmaterial an und hört bei der Ausstattung noch nicht auf. Vor allem hier versuchen die Hersteller mit mehr oder weniger sinnvollen Beigaben, die Kunden zu ködern. Aber Hand aufs Herz: Wer braucht wirklich einen MP3-Player oder einen Bildbetrachter im Navigationssystem? Und selbst auf den ersten Blick sinnvolle Extras wie ­beispielsweise eine Bluetooth-Freisprech­einrichtung überzeugen in der Praxis nicht immer – es sei denn, sie werden über den Audio-Ausgang an die Anlage des Lkw angeschlossen. Entscheidend sind in erster Linie die folgenden Merkmale: Wie aktuell ist das Kartenmaterial? Welche Länder sind abgedeckt? Wie groß ist das Display? Hat das Gerät TMC-Empfang? Kann ich das Navi ­regelmäßig updaten? Wie einfach komme ich an Karten-Updates? Hier bieten manche Hersteller lebenslange Aktualisierungen im Kaufpreis an. Einige Hersteller wie Tom Tom, Garmin oder Becker halten eine kostenlose Software bereit, mit der man diesen Job einfach erledigen kann. Unser Tipp: Wer die Chance hat, sollte sein Wunschgerät vor dem Kauf gründlich ausprobieren. Ein guter Fachhändler sollte da mitspielen und ist dann vielleicht auch einen moderaten Aufpreis wert im Vergleich zum Internetkauf.

Sieben Navis im Überblick

Arival NAV-XEA703T

Mit seinem großen 7-Zoll-Bildschirm scheint das Arival NAV-XEA703T auf den ersten Blick bestens gewappnet für den Einsatz im Lkw. Das Gehäuse ist flach, die raue Oberfläche ist allerdings ein wenig kratzempfindlich. Dafür macht die Halterung einen sehr robusten Eindruck. 16 Sekunden benötigt das Arival, um aus dem Tiefschlaf zu erwachen, dann empfängt uns der Startbildschirm mit den Funktionen Navigation, Media, Spiele und Apps. Wobei Letztere eher als gut gemeinte Beigaben zu verstehen sind, wirklich wichtig ist lediglich die Navigationsfunktion. Wer auf den Button drückt, wartet  weitere 26 Sekunden, bis die Navigation einsatzbereit ist. Das ist wahrlich nicht rekordverdächtig. Auch reagiert das Gerät nur verzögert auf Eingaben, was hin und wieder zu Fehlern führt. Das Arival könnte definitiv einen stärkeren Prozessor vertragen. Die Kartenansicht ist insgesamt übersichtlich und kontrastreich, dafür werden Lkw-Restriktionen, wenn überhaupt, nur sehr spärlich angezeigt. Auch lässt sich ein Lastwagenprofil hinterlegen, das zusätzliche Attribute wie Gefahrgut berücksichtigt. Doch trotz des hinterlegten Profils war das Routing bei unserem Test nicht immer ideal: Das Arival warnt den Fahrer so gut wie gar nicht oder deutlich zu spät vor Beschränkungen und Gefahrenstellen. Positiv fiel hingegen auf, dass der Sprachansage auch Straßennamen geläufig sind, das erleichtert ein wenig die Orientierung in fremder Umgebung. Der integrierte TMC-Empfänger warnt rechtzeitig vor Staus.

  • Pro Kontrastreiche Kartendarstel-
 lung, großer 7-Zoll-Touchscreen, AV-Eingang für Rückfahrkamera,
 TMC-Empfänger in Ladekabel
 integriert, berücksichtigt
 Lkw-Verbote sowie Gewichts-
 und Höhenbeschränkungen und
 Gefahrgüter, Kartenmaterial für
 44 Länder (24 Länder Lkw-
 spezifisch), Fahrspurassistent.
  • Kontra Reagiert verzögert auf Eingaben auf dem Touchscreen, ignoriert
 Lkw-Verbote, wenn Strecke
 näher ist, sporadische Warnungen (akustisch und optisch), etwas grobe Routendarstellung
 auf Karte.

    Ausstattung   ★★★★✩
    Handhabung  ★★★★✩
    Zielführung   ★★★★✩

Fernfahrer Praxistest-Urteil: bedingt empfehlenswert

BECKER TRANSIT 45

Das Becker Transit 45 gefällt mit einer wertigen Verarbeitung sowie flüssiger und übersichtlicher Bedienung. Tipp: Wem der 4,3-Zoll-Bildschirm des Transit 45 zu klein ist, der kann zum größeren Bruder Becker Transit 50 mit Fünf-Zoll-Touchscreen greifen. Beim Becker Transit 45 lässt sich das Lkw-Profil inklusive Gefahrgutinformationen eingeben. Das Kartenmaterial umfasst 44 europäische Länder, wobei nur 24 davon mit Lkw-spezifischen Routeninformationen versehen sind. Der im Ladekabel integrierte TMC-Empfänger warnt rechtzeitig vor Staus, auch weist das Becker den Fahrer bereits bei der Routenberechnung auf Restriktionen hin. Letztere dürften gerne ein wenig präziser formuliert und visualisiert sein. Auch könnten die Gefahrenwarnungen während der Fahrt ein bisschen früher aufpoppen. Leider werden beim Becker die Lkw-Beschränkungen nicht auf der Karte angezeigt.

  • Pro Wertiges Gehäuse, praktische Halterung schnell abnehm- und anbringbar, berücksichtigt zahlreiche Gefahrgüter im Lkw-Profil, Lkw-spezifisches Routing, warnt beim Befahren von Umweltzonen, warnt bereits während der Routenbe-    rechnungen vor Verboten, TMC-Empfang, Routenberechnung berücksichtigt historische Verkehrsdaten, Kartenmaterial für 44 europäische Länder.
  • Kontra Beschreibung der Warnhinweise könnte detaillierter sein, Warn- und Verbotsschilder entsprechen nicht immer dem realen Vorbild, kleines Display.

    Ausstattung   ★★★★✩
    Handhabung  ★★★★✩
    Zielführung   ★★★★✩

Fernfahrer Praxistest-Urteil: bedingt empfehlenswert

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Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

16. Januar 2013
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