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Lkw-Navi im Test: Zurück in die Zukunft

Beim Lkw-Navi Blaupunkt Travelpilot 74 T EU LMU sorgen historische Verkehrsdaten für genauere Prognosen.

Unter dem Markennamen Blaupunkt hat Baros das neue Lkw-Navigationsgerät Travelpilot 74 T EU LMU herausgebracht – inklusive des lebenslangen Updates des Kartenmaterials, das von Tom Tom stammt. Vieles ist dabei wie beim Vorgängermodell geblieben. So etwa der Preis, aber auch die technischen Daten haben sich nicht verändert (siehe Kasten). Gleiches gilt für die Kfz-Halterung, die gut hält und kaum Erschütterungen weitergibt, bei der der Stromanschluss aber nach wie vor nur direkt am Gerät möglich ist. Entsprechend unkomfortabel ist das Anbrinegn beziehungsweise Abnehmen des Navis – übrigens auch aufgrund der Aufhängungshalterung. Da braucht es schon etwas Übung, bevor das Gerät sicher im Halterahmen sitzt.

Dafür hat Baros an anderer Stelle nachgebessert. Beispielsweise bei den Verkehrsinformationen, die allerdings immer noch ausschließlich per TMC bereitgestellt werden. Hinzu kommen nun allerdings statistisch erfasste Erfahrungswerte, die laut Baros in Bezug auf Zeit und Ort zu einer besseren Prognose hinsichtlich der Ankunftszeit führen sollen. Das Ganze hat der Hersteller Historical Traffic Speedprofile getauft. Wie neues Kartenmaterial, POIs oder zusätzliche Ansagestimmen kann die immer wieder aktualisierte Datenbank am PC heruntergeladen werden. Als Dienstleister fungiert an dieser Stelle Naviextras. Das klappt gut – allerdings nur, wenn die Software installiert ist. Über die Webplattform gab’s lediglich eine Fehlermeldung.

Konfiguration nach Maß

Auch optisch und akustisch hat sich etwas getan. So hat der Nutzer mittlerweile die Möglichkeit, sich das Navi gemäß seiner Bedürfnisse zu konfigurieren. In bis zu vier Nutzerprofilen lässt sich festlegen, welche POIs angezeigt, welche Stimme und welches Kartendesign verwendet werden. Dar­über hinaus lassen sich auch die Streckenpräferenzen unterschiedlich definieren. Des Weiteren kann der Nutzer direkt einen POI am Bildschirm auswählen und diesen als Zwischen- oder Endziel in die Navigation übernehmen.

Nette Gimmicks geboten

Zu guter Letzt gibt es die Option, sich markante Gebäude und Landschaften in 3-D anzeigen zu lassen. Ein nettes Gimmick, aber ohne Mehrwert für die Routenführung. In die Kategorie fällt auch die Option, das Navi per Bluetooth mit dem Smartphone zu verbinden, um den Travelpiloten als Freisprecheinrichtung zu nutzen.

Wie gehabt, lassen sich die Lkw-Abmessungen, das Gewicht oder auch Angaben zu Gefahrgut machen, die dann beim Routing berücksichtigt werden. Im Test von trans aktuell klappte das gut. Auch die Warnmeldungen kamen prompt – etwa dann, wenn man trotz Beschränkung auf 7,5 Tonnen mit dem 40-Tonner weiterfährt. Anders als beim Vorgängermodell poppt nun kein Verkehrsschild mehr auf. Stattdessen erscheint eine entsprechende Textmeldung auf dem dann schwarzen Bildschirm. Das ist zwar auch eindrücklich, während der Fahrt allerdings nicht immer so einfach zu erfassen. 

Verfährt man sich, geht die Neuberechnung recht schnell vonstatten. Auch Meldungen, wann etwa die nächste Abbiegung kommt, erfolgen rechtzeitig. Die Anzeigen auf dem Display wiederum sind logisch angeordnet. Schade nur, dass das Display ziemlich stark spiegelt. Das gilt selbst bei eher geringem Lichteinfall. Für alle, die ihre Tour auswerten möchten, gibt es unter dem Menüpunkt Fahrtenübersicht die detaillierten Fakten zu zurückgelegten Kilometern, der dafür benötigten Zeit und – wenn entsprechende Angaben hinterlegt wurden – zum Dieselverbrauch.

Tempolimits nur für Pkw-Fahrer

Eher in die Irre führt übrigens die Aussage, der Travelpilot habe die landesspezifischen Beschränkungen etwa hinsichtlich der erlaubten Höchstgeschwindigkeit mit an Bord. Die im Navi hinterlegten Angaben gelten ausschließlich für Pkw-Fahrer. Angaben zu Lkw-spezifischen Restriktionen sucht man hingegen vergeblich. 

Nichtsdestotrotz ist der Travelpilot 74 T EU LMU von Blaupunkt respektive Baros ein gutes Lkw-Navigationsgerät. Das gibt es übrigens auch eine Nummer kleiner mit einer Bildschirmdiago­nale von fünf Zoll (12,7 Zentimeter). Der Travelpilot 54 EU LMU Truck ist immerhin 50 Euro günstiger als sein großer Bruder, ansonsten aber weitgehend baugleich. Lediglich der AV-Eingang für eine optionale Rückfahrkamera fehlt beim kleinen Bruder. Ob man die braucht, sei dahin­gestellt. Das größere Display ist im Lkw-Cockpit hingegen durchaus eine Überlegung wert.

Technische Daten

  • Preis (netto): 349 Euro
  • Kartenmaterial: Tom Tom Maps
  • Kartenabdeckung: Europa inklusive Russland
  • Updates: Lebenslange Karten- und Software-Updates
  • Display: 7 Zoll / 17,5 cm
  • Verkehrsfunk: TMC
  • Sonstiges: Freisprecheinrichtung, AV-Eingang für optionale Rückfahrkamera, Speichererweiterung mit SD-Karte (maximal 16 GB)
Portraits

Autor

Foto

Carsten Nallinger

Datum

10. Februar 2016
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