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Lkw-Kabine: Neue Kabine für mehr Sicherheit

Eine neu gestaltete Lkw-Kabine mit besserer Sicht für den Fahrer könnte hunderte Leben retten, zeigt eine Studie aus Großbritannien.

Die Fahrerkabine müsste 80 Zentimeter länger sein, das Armaturenbrett etwas schmaler und es müsste zusätzliche Fenster geben. Außerdem sollte der Fahrer etwas niedriger sitzen, um tote Winkel drastisch zu reduzieren. Das ergab eine Untersuchung der Loughborough Design School, die für Transport for London und die Organisation für umweltgerechten Verkehr, Transport & Environment (T&E), erstellt wurde. Mit dem "Direct Vision"-Konzept, der direkten Sichtkontrolle, könne das Gesichtsfeld des Fahrers nach vorn und zu den Seiten um 50 Prozent vergrößert werden.

Bessere Sicht ist lebensrettend

Das Fahrerhaus in seiner gegenwärtigen Form zwinge den Fahrer, so hoch auf der Maschine zu sitzen, dass das meiste, was um die Kabine herum passiere, für ihn unsichtbar sei. Dabei könne eine bessere Sicht gerade für Fahrradfahrer und Fußgänger lebensrettend sein. Nach Zahlen des Europäischen Verkehrssicherheitsrates sind Lkw jedes Jahr in 4.200 tödliche Unfälle verwickelt. In Ländern mit vielen Radfahrern stellen sie für diese Verkehrsteilnehmer die größte Gefahr dar. So sind in Belgien Lkw in 43 Prozent der Fahrradunfälle verwickelt, in Holland liegt diese Zahl bei 38 Prozent. In London verursachen Laster mehr als 50 Prozent der Fahrradunfälle mit tödlichem Ausgang.
»Tote Winkel können ein bedeutender Faktor bei tödlichen Unfällen mit Lkw-Beteiligung sein«, sagt der Projektleiter der Studie, Dr. Steve Summerskill. Bislang gibt es aber in Europa – anders als bei Pkw – keine Regelung dazu, was ein Lkw-Fahrer mit eigenen Augen sehen können muss. Stattdessen vertraue man auf eine indirekte Sicht mithilfe von Spiegeln, die häufig verzerrte Bilder lieferten, kritisiert T&E. Das geplante neue Design der Fahrerkabine müsse mit zusätzlichen Sicherheitsanforderungen einhergehen, die aber erst noch entwickelt werden müssen.

Direkte Sicht als Auflage

"Es ist unbegreiflich, dass wir 40-Tonnen-Fahrzeuge auf unseren Straßen erlauben, ohne sicher zu stellen, dass die Menschen hinter dem Steuer sehen können, was los ist", sagte T&E-Mann William Todts. Angesichts der Neufassung der Gesetzgebung müsse die einmalige Gelegenheit ergriffen werden, eine direkte Sicht zur Auflage zu machen.

Autor

Foto

Volvo

Datum

9. Oktober 2014
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