Streik: Lkw-Fahrer blockieren Mautstellen

Maut

Auf Italien scheint eine Streik- und Protestwelle zuzurollen. Den Anfang machten die Taxi- und Lkw-Fahrer. Andere wollen folgen. Meist geht es gegen die römische Spar- und Liberalisierungspolitik.

Streiks und Proteste der Taxi- und Lastwagenfahrer haben am Montag in ganz Italien zu stärkeren Verkehrsbehinderungen geführt. Mit Behinderungen und Blockaden an Dutzenden Mautstellen und Autobahnabschnitten protestieren die Transportunternehmer gegen hohe Treibstoffpreise, Versicherungskosten und angezogene Mautgebühren. Sie wollen ihre Aktion noch bis Freitag fortsetzen, kündigten sie an.

Protestmaßnahmen weiten sich von Sizilien aufs Festland aus

Hunderte Lkw-Fahrer stellten ihre Fahrzeuge etwa auf den Autobahnen von Neapel nach Reggio Calabria im Süden oder zwischen Mailand und Venedig im Norden vor Mautstationen quer. Das führte dort zu längeren Autoschlangen. Die Protestmaßnahmen weiteten sich damit von Sizilien aufs Festland aus. Innenministerin Annamaria Cancellieri forderte zum Dialog auf, denn Straßenblockaden seien unannehmbar.

Auch zahlreiche deutsche Lkw-Fahrer, die von den Streikaktionen überrascht worden seien, säßen in den Blockaden fest, berichtete der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL). Er forderte die Behörden auf, die Rechte unbeteiligter deutscher Fahrer zu schützen. In der Vergangenheit seien bei Übergriffen in Blockaden immer wieder Fahrer verletzt und Fahrzeuge beschädigt worden.

Am Dienstag überschattet ein tödlicher Unfall die Protestaktion

Überschattet von einem tödlichen Unfall haben die Streiks und Proteste Hunderter italienischen Lastwagenfahrer auch am Dienstag angehalten. In der piemontesischen Stadt Asti wurde ein Demonstrant von einem Lastwagen überrollt und getötet, der von einer 52-jährigen Deutschen gelenkt wurde. Es habe sich offensichtlich um einen Unfall gehandelt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Angaben der örtlichen Polizei. Die Fahrerin sei jedoch unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung festgenommen und nahezu zwei Stunden vernommen worden. Auch ein etwaiger Vorsatz werde von den Ermittlern noch geprüft, hieß es.

An diesem zweiten Tag der Blockaden von Autobahnen und anderen Straßen im Land durch Lastwagen zeigten sich erste Auswirkungen des Ausstands auf die Versorgung. So musste in mehreren Fiat-Werken die Produktion wegen Lieferengpässen zunächst eingestellt werden.

Brüssel warnt Italien vor den Folgen für den Güterverkehr

Am zweiten Tag der Blockade italienischer Autobahnen durch Lkw-Fahrer hat sich die EU-Kommission eingeschaltet. EU-Kommissar Antonio Tajani habe mit Italiens Innenministerin Anna Maria Cancellieri telefoniert, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Dabei habe er vor den Folgen des Protests für den Güterverkehr in Europa gewarnt, weil viele Lastwagen die Routen durch Italien nutzten. Die italienische Regierung habe zugesagt, alles zu tun, um die Straßenblockaden bald aufzuheben.

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dpa

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