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Lkw-Absatz 2015: Es geht aufwärts

Lkw-Absatz: Die Nachfrage nach schweren Lastwagen und Zugmaschinen ist hoch. Die Hersteller haben 2015 fast 60.000 Einheiten verkauft. Damit stabilisiert sich der Markt auf den Wert vor dem Krisenjahr 2009.

Es könnte schlechter laufen für die Lkw-Industrie: 58.943 hierzulande abgesetzte Neufahrzeuge über 16 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht bedeuten einen Zuwachs von 3.193 Einheiten oder plus 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Positiv beteiligt an diesem Marktresultat waren sechs von sieben Marken, nämlich Iveco, DAF, MAN, Scania, Volvo und Renault.

Renault Trucks fährt das in relativen Zahlen gemessen beste Ergebnis im Segment oberhalb 16 Tonnen ein. Knapp 50 Prozent Zuwachs weist das Zahlenwerk des Kraftfahrt-Bundesamts aus. Doch das Ausgangsniveau ist vergleichsweise bescheiden. In absoluten Zahlen stehen 1.007 Neuwagen zum Jahresende 2015 jenen 673 Einheiten aus 2014 gegenüber.

MAN verzeichnet größten Zuwachs

Ein Mehrabsatz von 1.547 Neuwagen bringt MAN auf ein Gesamtergebnis von 15.274 Zugmaschinen und Lkw. Das bedeutet einen Zuwachs von 11,3 Prozent. "MAN verzeichnete beim Marktanteil in diesem Segment mit 1,3 Prozentpunkten den größten Zuwachs unter allen Lkw-Herstellern", sagt Holger Mandel, Vorsitzender der Geschäftsführung von MAN Truck & Bus Deutschland.

Zweiter Sieger ist Scania. Die Marke, die unverändert als vergleichsweise hochpreisiger Anbieter aus der Premiumliga antritt, erreicht 7.362 Neuzulassungen am deutschen Markt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 984 Einheiten oder 15,4 Prozent. Der dritte Zulassungsrang ist damit nach 2014 erneut gesichert. In der Konzern-relevanten Addition liegen Scania und MAN zusammen nun knapp vor Mercedes.

Die Krone des absatzstärksten Importeurs geht damit erneut an Scania. DAF holt sich dafür zum wiederholten Mal die Wertung für die stärkste Sattelzugmaschinen-Marke eines nicht deutschen Herstellers. Dennoch bleiben die Niederländer auch 2015 auf dem vierten Rang in der Zulassungsstatistik. Mit 901 Einheiten über dem 2014er-Resultat legt das Unternehmen um 16,1 Prozent zu.

Ergebnis entgegen der Marktentwicklung

Hinter DAF reiht sich Volvo ein. Die Zahl der neu zugelassenen Zugmaschinen legt um 491 auf 4.373 (+12,6 Prozent) zu. Bei den Langchassis sind es plus 15,7 Prozent, macht aktuell 1.764 gegenüber 1.524 Lkw im Jahr 2014. Der Marktanteil klettert um 0,7 Punkte auf 10,4 Prozent. Rechnet man die Renault-Fahrzeuge dazu, kommen 7.144 Neuwagen zusammen. Damit ist das Scania-Ergebnis fast erreicht.

Bleibt unter den Siegermarken noch Iveco. Auch hier bringt 2015 Zuwächse. Plus 240 Stück über dem 2014er-Resultat machen zusammen 3.301 Sattelzugmaschinen und Lastwagenchassis. Der Marktanteil macht eine Seitwärtsbewegung von 5,5 auf 5,6 Prozent.

Ganz anders verlief das Deutschlandjahr für Mercedes. Die Daimler-Lkw-Marke mit dem Dauer-Abo auf Platz eins in der Neuwagenstatistik strauchelt 2015 beträchtlich. Die Tabelle zeigt: 19.348 Neuwagen, ein Minus von 1.544 Einheiten oder 7,4 Prozent. Besonders stark fällt der Verlust bei den Zugmaschinen aus. Hier verliert der Marktführer gleich 1.022 Einheiten oder minus 9,3 Prozent auf das Vorjahresresultat.

Als Erklärung für das komplett gegen die Marktentwicklung eingefahrene Ergebnis sieht das Vertriebsmanagement drei Gründe. So habe ein besonders preisaggressives Verhalten des Marktumfeldes so manches Geschäft unter dem Ertragsgesichtspunkt unmöglich gemacht. Nicht unwesentlich zur vergleichsweise konsequenten Negierung "schlechter" Geschäfte hat dabei wohl beigetragen, dass die Bänder der Euro-6-Motorenschmiede nicht genügend Triebwerke produzieren konnten. Der dritte Grund war laut Daimler-Management das Warten zahlreicher Kunden auf die zweite Evolutionsstufe des Motors OM 471, der laut Werksangaben drei Prozent weniger Diesel verbrauchen soll.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 03/2016.
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Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

4. März 2016
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