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Lebensmittelsymposium von Schmitz Cargobull: Mehr Werte transportieren

Beim Lebensmittelsymposium von Schmitz Cargobull ging es um Trends und Hintergründe im Segment und deren Auswirkungen auf die Food- und Pharmalogistik.

Der Onlinehandel bietet für die Lebensmittelindustrie große Chancen. Zugleich wachsen die Herausforderungen, weil die Kunden gerade hier hohe Anforderungen an die Logistik stellen. Das ist das Ergebnis des Fachsymposiums "Unser täglich Brot", das der Trailerhersteller Schmitz Cargobull zum vierten Mal veranstaltet hat. Mehr als 100 Gäste diskutierten auf Einladung von Vorstand Ulrich Schöpker über die Marktsituation der Food-Logistik.

Willem Zonnevijlle, Präsident des Branchenverbands Transfrigoroute International, betonte den Stellenwert des europäischen Transportmarkts. Dieser birgt laut Zonnevijlle künftig großes Potenzial – auch wegen des wachsenden Onlinehandels für Lebensmittel. "Dabei gilt es, an den Lieferketten anzusetzen", analysierte der Verbandsvorsitzende.

Konsumenten wünschen sich Qualität

Eine Ansicht, die auch Prof. Dr. Christian Kille von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt teilt. Seiner Meinung nach hat sich das Konsumverhalten verändert. Es werde mehr Frische erwartet, zum Beispiel bei Lebensmitteln wie Sushi. Zudem nehmen Online-Bestellungen stetig zu. Derzeit verzeichne der Online-Foodhandel eine Zuwachsrate von zehn Prozent pro Jahr. Mit dem Wunsch nach Qualität müsse beim Konsumenten jedoch das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass Logistik einen Wert habe und nicht nur ein Kostenfaktor sei, erklärte der Wissenschaftler. Die gestiegenen Ansprüche sind laut Reiner Kirch, Leiter des Bereichs Logistik und Flottenmanagement beim Pharma-Riesen Boehringer Ingelheim, spürbar. "Die Anforderungen an individualisierte Produkt- und Prozessqualität bei Lagerung und Transport von Medikamenten steigen stetig", betonte Kirch. Für ihn wird deshalb die Zusammenarbeit aller Partner innerhalb der Lieferketten zunehmend wichtiger.

Traditionelle Logistik wird sich zunehmend verändern

Benjamin Brüser, Geschäftsführer des Online-Supermarkts Emmas Enkel, erklärte, wie die Gegenwart des Lebensmittelhandels aussehen kann. Nach vier Jahren erfolgreicher Kombination aus Online- und stationärem Warengeschäft expandiert das Unternehmen stetig. Während das Angebot der Krämerläden begrenzt ist, kann das komplette Angebot von rund 4.000 Produkten des täglichen Bedarfs online geordert werden. Die fertig gepackten Tüten können dann terminiert im "Tante-Emma-Laden" abgeholt werden oder werden gleich mit Kleintransportern und Lastenrädern bis zur Haustür des Kunden geliefert.

Während der Podiumsdiskussion prognostizierte jedoch auch Jungunternehmer Brüser, dass die traditionelle Logistik auch weiterhin kein Auslaufmodell sei. "Sie wird sich jedoch zunehmend verändern", sagt er – eine Ansicht, die am Ende der Veranstaltung die meisten Teilnehmer des Schmitz Cargobull-Lebensmittelsymposiums 2015 teilten.

Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 12/2015.
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Knut Zimmer

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Knut Zimmer

Datum

18. Dezember 2015
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