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Foto: Langendorf

Langendorf

Magie des Neuanfangs

Lange Zeit erinnerte das Kippermännchen im Signet des Trailerherstellers Langendorf an die griechische Mythenfigur Atlas – auch wenn nicht gleich die Last der gesamten Himmelskuppel auf seinen Schultern lag. Stattdessen war es die Last der Insolvenz, der das Unternehmen aus Waltrop zu trotzen versuchte.

2012 musste der Betrieb nach 2002 zum zweiten Mal Insolvenz anmelden. Damit zählte der Trailerhersteller zu den Opfern der Konjunkturkrise 2008/2009. Hilfe kam 2013 durch den im Agrarbereich verwurzelten Fahrzeugbauer Strautmann. Eigentümer Dr. Klaus Strautmann investierte in das angeschlagene Unternehmen – und das mit Erfolg: Noch im gleichen Jahr konnte Langendorf das Insolvenzverfahren eigenverantwortlich abschließen. Heute, knapp drei Jahre danach, scheinen die Anstrengungen von Erfolg gekrönt zu sein. "Wir können mit Stolz sagen, dass die Restrukturierung zu ungefähr zwei Dritteln erledigt ist", berichtet Strautmann.

Stark nach der Insolvenz

Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat die Trailerschmiede 861 Fahrzeuge produziert: 533 Kipper, 195 Glasinnenlader, 78 Spezialfahrzeuge wie Tieflader und 55 Baustoff-Innenlader. Der Umsatz belief sich auf 47 Millionen Euro, ein Plus von 12,5 Millionen Euro im Vergleich zum Insolvenzjahr 2012/13. "Seitdem hat das Unternehmen bis Ende des vergangenen Geschäftsjahrs insgesamt sechs Millionen Euro investiert", erklärt der Langendorf-Geschäftsführer. In den kommenden Jahren seien noch einmal zwei Millionen Euro für den Ausbau des Standorts geplant. Damit stößt das 1965 bezogene Werksgelände in Waltrop dann an seine räum­lichen Grenzen.

Investitionen in die Produktion

Neben der Neuaufstellung in den Gesellschaften Langendorf Service, Langendorf Service Potsdam (markenunabhängige Reparaturen und Umbauten) und Langendorf Trading (Gebrauchtfahrzeughandel und Vermietung) hat das Unternehmen laut Strautmann vor allem in die Produktion investiert. Dazu gehörten neben neuen Maschinen und Robotertechnik auch neue Lackierhallen. Mit den Umbaumaßnahmen einher ging auch eine Optimierung der internen Logistik und der Produktionsabläufe. "Alle bisherigen Investitionen wurden aus dem Cashflow oder fremdfinanziert", berichtet das Branchenurgestein, das von 1998 bis 2000 Mitglied der Krone-Geschäftsführung war.

Das Ergebnis des Sanierungskurses zeigt sich auch in einem überarbeiteten Fahrzeugprogramm, das Langendorf vor Kurzem auf der Bauma 2016 präsentiert hat. Die Innenlader seien durch Leichtbau inzwischen rund 500 Kilogramm leichter, heißt es. Zudem möchte Langendorf einen neuen Kipper mit einer Halbschalenmulde aus Aluminium präsentieren, der weitgehend aus Standard-Komponenten des laufenden Kipper- und Kippaufbau-Programms konzipiert ist. Weitere Details will das Unternehmen noch nicht verraten.

Modulare Produktion aufgenommen

Modulare Baugruppen seien dabei die Basis für die aktuelle Produktion. Ein Ansatz, den Langendorf auch bei den Tiefladern verfolgt. Hier konzentriert sich das Unternehmen auf den Standard­bereich, wie es heißt. Das habe ­eine konsequente Straffung der Fahrzeugvarianten zur Folge. Damit sei Langendorf auf einem ­gutem Weg, wieder an frühere ­Verkaufszahlen anzuknüpfen.

"In den nächsten Jahren wollen wir zum modernsten Kipperhersteller in Europa werden", kündigt Strautmann an. Mit mehr als 125 Jahren Erfahrung im Nutzfahrzeugbereich verfüge kein anderer Hersteller über eine so ausgeprägte Expertise vor allem im Bereich der Kipper. Und das stimme alle in Waltrop mehr als zuversichtlich – beim Neuanfang und auf dem Weg zur angestrebten Technologieführerschaft im Kippersegment.

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Knut Zimmer

Autor

Datum

8. Juni 2016
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