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Ladungssicherung: Aufbauprüfung in Theorie und Praxis

Felix Runde, Versuchsingenieur beim Trailer-Hersteller Schmitz Cargobull, referiert über die statische und dynamische Prüfung von Fahrzeugaufbauten.

Während der Entwicklung eines Trailers finden zunächst statische Versuche statt, um die Festigkeit der Aufbauten zu prüfen. Die Nachteile eines statischen Versuchs sind der fehlende Praxisbezug, da ohne Ladung geprüft wird. Außerdem muss die Prüfkraft mindestens fünf Minuten auf den Aufbau einwirken – was nicht sehr praxisnah ist. Mit der statischen Prüfung erhält der Hersteller allerdings Daten, die jederzeit reproduzierbar sind, zudem sind die Versuche wetterunabhängig.

Anders bei dynamischen Fahrversuchen, für die ein geeignetes Testgelände zur Verfügung stehen muss und sich die Daten nicht exakt reproduzieren lassen. Außerdem konnte bislang nicht angegeben werden, welche Kraft im dynamischen Versuch tatsächlich auf den Aufbau einwirkt.

Daten vergleichbar machen

Prüfingenieur Felix Runde entwickelte ein Verfahren, mit dem sich die im statischen Test gewonnen Daten mit denen aus dem Fahrdynamikversuch vergleichen lassen. Dazu installierten die Ingenieure einen Luftsack mit Druckmesssensoren an die Stirnwand vor eine Ladung aus 33 Europlatten mit einem Gesamtgewicht von 27 Tonnen. Bei einer Notbremsung aus 40 km/h komprimiert die Ladung den Luftsack, die Sensoren melden einen bestimmten Druck, aus dem sich die einwirkende Kraft der Ladung auf den Aufbau berechnen lässt. Das Ergebnis: 14,5 Tonnen wirken bei konstanter Belastung auf die Stirnwand ein, Druckspitzen erreichten Kräfte von rund 17 Tonnen. Damit wirkt eine leicht höhere Belastung auf den Aufbau ein als zulässig, allerdings nur über einen Zeitraum von 0,8 Sekunden. Beim statischen Versuch wird der Aufbau fünf Minuten lang mit 13,5 Tonnen belastet.

Felix Runde ist mit den Ergebnissen zufrieden, der Druckunterschied zwischen statischer und dynamischer Belastung beträgt nur rund zehn Prozent – die Daten sind also vergleichbar. Der dynamische Versuch hat die im statischen Versuch gewonnenen Daten bestätigt. Bei bestimmten Gütern wie Reifen oder Getränken hält Runde den Praxistest mit dynamischem Fahrversuch für unverzichtbar.

Autor

Foto

Werner Popp

Datum

7. Oktober 2015
5 4 3 2 1 5 5 1
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