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Kühne + Nagel: Gewinne im Landverkehr

Der Logistikdienstleister Kühne + Nagel blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Umsatz und Ergebnis erreichten neue Bestmarken, wie Vorstandschef Dr. Detlef Trefzger am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Zürich berichtete.

Der Umsatz stieg um 1,7 Prozent auf 21,3 Milliarden Schweizer Franken (19,9 Milliarden Euro), das operative Ergebnis (Ebit) um 7,6 Prozent auf 819 Millionen Franken (765 Millionen Euro).

Besonderen Anteil an der positiven Entwicklung hat der Landverkehr, der erstmals wieder schwarze Zahlen schreibt. Die von Stefan Paul geführte Sparte erzielte durch Umsetzung des Programms "Road 2 Profit" (Straße zum Gewinn) ein Ergebnis von 30 Millionen Franken (28 Millionen Euro). Den Sprung in die Gewinnzone erreichte Kühne + Nagel bereits im vierten Quartal 2013, seitdem blieb das Ergebnis positiv.

Optimierung noch nicht abgeschlossen

Das Programm, das unter anderem eine Optimierung des Frachteinkaufs, der Sendungsströme und eine Bereinigung des Kunden-Portfolios umfasst, sei aber noch nicht abgeschlossen, erklärte Trefzger auf Nachfrage gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. Weitere positive Effekte erhofft er sich durch den Ausbau des Teilpartie- und Stückgutnetzwerks sowie durch Synergien mit den anderen Konzernsparten, namentlich der Kontraktlogistik und der Luftfracht.

Der Kühne + Nagel-Chef hält es auch für möglich, dass sich der Konzern bei seinen Aktivitäten auf der Straße durch Übernahmen weiter verstärkt. Er denkt dabei an den Aufbau von Landverkehrsnetzen außerhalb Europas. Die Sparte soll nach dem Willen des Managements beim Umsatz 2015 analog zum Markt um zwei bis drei Prozent zulegen. Welches Ergebnis die Lkw-Verkehre in den nächsten Jahren beisteuern sollen, möchte Trefzger nicht beziffern.

Wachstum auch in den kommenden Jahren

Für den Konzern insgesamt jedenfalls peilt Trefzger in den nächsten Jahren eine Ergebnismarge von fünf Prozent an. Was das laufende Jahr angeht, das im Zeichen des 125. Geburtstags der Firma steht, hat er besonders hohe Erwartungen an die Kontraktlogistik: Der Manager prognostiziert, dass diese Sparte mit drei bis vier Prozent zweimal so schnell wie der Markt wachsen kann. Der Trend zum Outsourcing ist seiner Ansicht nach nämlich ungebrochen.

So hat Kühne + Nagel auch 2014 seine Logistikflächen erweitert und sich in der Kontraktlogistik verstärkt. Aktuell bewirtschaftet das Unternehmen weltweit 8,7 Millionen Quadratmeter Fläche, ein Plus von 200.000 Quadratmetern gegenüber 2013. Gleichzeitig hinterfragte das Management voriges Jahr auch die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Projekte und zog unter weitere Aktivitäten einen Schlussstrich.

Steigende Volumina, schwankende Raten

Das dahinter stehende Programm Master Location Plan sei nun aber abgeschlossen. "Die Optimierung ist Teil des Tagesgeschäfts geworden", erklärte Trefzger. In der Kontraktlogistik erzielte Kühne + Nagel voriges Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Franken (4,5 Milliarden Euro) und ein Ergebnis von 153 Millionen Franken (143 Millionen Euro), zugrunde liegt eine Steigerung von 4,7 beziehungsweise 7,7 Prozent.
Ambitioniert ist auch die Planung für die Luft- und Seefracht. In beiden Bereichen strebt der Konzern ein Wachstum von vier bis fünf Prozent an, was dem Anderthalbfachen der Marktentwicklung entspreche. In diesen Säulen bezieht sich das Wachstumsziel aber nicht auf den Umsatz, sondern auf das Volumen.

Die besondere Herausforderung besteht in beiden Bereichen im Umgang mit Überkapazitäten, in der Luftfracht bezogen auf Beiladungen, ausgelöst durch immer größere Passagierflugzeugflotten. In der Seefracht kommt laut Kühne + Nagel erschwerend das Problem von Engpässen in der Abfertigung der großen Seehäfen im Westen der USA hinzu. Ebenfalls nicht beruhigt haben sich die Schwankungen in den Raten. Abweichungen um 700 US-Dollar pro 20-Fuß-Container bei Asien-Europa-Verkehren innerhalb weniger Wochen seien nichts Außergewöhnliches, sagte Vorstandschef Trefzger. Doch die Mitarbeiter seien inzwischen daran gewöhnt und wüssten diesen Schwankungen zu begegnen.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Alexander Sauer Photographer

Datum

25. Februar 2015
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