Telematik, Kombi-Operateur Kombiverkehr Zoom

Kombinierter Verkehr: Zügig informiert

Der Kombi-Operateur Kombiverkehr kann seinen Kunden ab sofort in Echtzeit Auskunft über Zugverspätungen geben. Das Angebot gilt auf nahezu allen Relationen. Diese Informationen gibt es ab September sogar rund um die Uhr.

Mittags um 12.47 Uhr in München: Kombiverkehr-Produktionsleiter Heiko Krebs wirft einen Blick auf sein Baby. Alles im grünen Bereich, Hilfeschreie bleiben aus. Sein Baby hat einen etwas sperrigen Namen, möglicherweise wird sich das aber noch ändern. Es hört auf den Namen Zuglauf-Überwachungssystem und hat nach intensiven Vorarbeiten mit der Softwareschmiede Hacon – ihre Spezialität sind Systeme zur Fahrplanauskunft – das Licht der Welt erblickt. Das Kind mit dem etwas sperrigen Namen stellten die Kombiverkehr-Verantwortlichen vorige Woche stolz den Fachbesuchern der Messe Transport Logistic vor.

Alles im grünen Bereich

Um 12.46 Uhr wurde der Zug, der für Vorführzwecke ausgewählt wurde, zuletzt geortet – also vor einer Minute. Es handelt sich um Zug-Nummer 43231 von Hamburg nach Verona, identifiziert wurde er soeben in Aßling in Oberbayern. Alles ist auch deswegen im grünen Bereich, weil die Ampel auf Grün steht. Der Zug ist aktuell um 27 Minuten verspätet, unpünktlich wäre er nach entsprechender Definition im nationalen Streckennetz erst ab 30 Minuten und im internationalen Verkehr erst ab 60 Minuten. Weder Kunden noch Mitarbeiter der Kombiverkehr-Transportüberwachung müssen sich also Sorgen machen.

In Phase Gelb und Rot wäre das anders. Gelb gebietet Wachsamkeit, Rot löst einen Alarm aus. Die Mitarbeiter müssen dann in Aktion treten und prüfen, ob der Kunde benachrichtigt werden muss. Denn nicht immer wirkt sich eine Verspätung negativ auf die Speditionen aus. Mitunter sind Puffer eingebaut, wenn der Zug zum Beispiel um 2 Uhr nachts am Terminal ankommt, die Container, Auflieger und Behälter aber erst um 5 oder 6 Uhr morgens abgeholt werden können.

Kombiverkehr übermitelt Verspätungen in Echtzeit

Die neue Software bringt den Mitarbeitern der Transportüberwachung eine immense Erleichterung, schließlich können sie nicht manuell alle nachts auf die Reise geschickten 170 Ganzzüge im Blick behalten. Der größte Vorteil aber liegt auf der Kundenseite: "Durch den ständigen Abgleich der Soll- und Ist-Daten aller Züge können wir unseren Kunden Informationen über mögliche Verspätungen jederzeit in Echtzeit übermitteln", sagt Kombiverkehr-Geschäftsführer Robert Breuhahn. Er sieht dies als echten Mehrwert für die Kunden und als Alleinstellungsmerkmal für sein Unternehmen im europäischen Umfeld.

Das System Eisenbahn stellt nach Kombiverkehr-Angaben viele wertvolle Informationen bereit. Genutzt werden diese bislang aber nur unzureichend. Das trifft auch auf die relevanten Signale zu, die im 30- bis 60-Sekundentakt bei den nationalen Netzgesellschaften eintreffen und nun an Kombiverkehr weitergeleitet werden. Noch machen nicht alle Länder mit, doch Prokurist Krebs hofft bis Jahresende auf eine vollständige Abdeckung des europäischen Festlands. Weil zum Beispiel Länder wie Slowenien oder die Türkei die Ortungssignale noch nicht weiterleiten, setzt Krebs zusätzlich auf eine GPS-Überwachung. Sie kommt zum Beispiel im Zug von Ljubljana nach Istanbul zum Tragen.

Infos kommen je nach Wunsch über die Datenbank, Cesar, Mail oder Fax

Krebs ist überzeugt, dass Kombiverkehr jetzt – was das Thema Informationen angeht – in einer Liga mit der Kundschaft spielt. "Nun sind wir genauso schnell wie einige Kunden mit ihren Telematiksystemen und können Verspätungen sofort melden", sagt er. Die entsprechenden Daten wirft das Betriebsinformationssystem des Operateurs aus. Von dort aus bekommt der Kunde die Information, wie er sie wünscht: über die Datenbank Cesar, per Mail oder Fax.

Und noch einen Servicebaustein setzt das Frankfurter Unternehmen auf das Zuglauf-Überwachungssystem: Von September an deckt das Team der Transportüberwachung – das um 3 auf 13 Mitarbeiter erweitert wurde – auch die Zeit zwischen Samstag um 16 Uhr und Sonntag um 5.30 Uhr ab. In diesem Zeitraum gab es bislang eine Lücke.

Kombiverkehr-Geschäftsführer Breuhahn sagt, dass das Unternehmen damit auf entsprechende Kundenwünsche reagiere. Wochenendverbindungen seien immer stärker im Kommen – etwa aufgrund von Überhängen am Freitag. Nun ließe sich argumentieren, dass in vielen Speditionen die Disponenten am Wochenende die Arbeit ruhen lassen und daher auch nur begrenzt an Echtzeitinformationen zur besten Sportschau-Sendezeit Interesse haben. "Der Kunde erwartet aber, dass er zu Betriebsbeginn am Montag über alle Verspätungen im Bilde ist", erläutert Produktionsleiter Krebs. Nur dann kann er entsprechend reagieren – also bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Übrigens: Sonderthema Kombinierter Verkehr

In der aktuellen Ausgabe von trans aktuell 12 finden Sie im Sonderteil zum Thema Kombinierter Verkehr zudem ein Interview mit Dr. Hans-Jörg Bertschi, Unternehmenschef des Schweizer Chemie-Logistikers Bertschi. Außerdem berichtet trans aktuell über die Situation der Rolas, über das Ziel des Schweizer Kombi-Operateurs Hupac den Vier-Meter-Korridor zu realisieren und über Strategien der Güterbahnen. Außerdem geht es im Sonderteil um das Unternehmen Sievert Handel Transport, das verstärkt auf das Binnenschiff setzt, und wie Contargo den CO2-Fußabdruck senkt.

Die Fachzeitung trans aktuell können Sie hier  bestellen.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Küppers

Datum

13. Juni 2013
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