Zoom

Kombinierter Verkehr: Tomlift rüstet Trailer für die Schiene um

Tomlift heißt eine neue Lösung, die nicht kranbare Auflieger auf die Schiene bringt. Der Kombi-Operateur Kombiverkehr unterstützt das Angebot, Dekra kümmert sich um die technische Abnahme.

Hinter Tomlift steht das Unternehmen Transport Innovation aus Schöneck. Es verzichtet auf Hilfsmittel wie Wannen oder Plattformen, um die Auflieger auf Waggons zu befördern und konzentriert sich stattdessen auf den Trailer. Mit einem kleinen technischen Eingriff werde jeder Auflieger fit für den Kombinierten Verkehr (KV), verspricht die Firma. Das Angebot gelte für alle Marken und Ausführungen, also zum Beispiel auch für Kühlauflieger. Der Umbau schlägt nach Firmenangaben mit 3.950 Euro pro Trailer zu Buche, die Auslieferzeit liegt bei knapp zwei Monaten.

Spediteur Georgios Thomaidis hat das System selbst entwickelt

Treibende Kraft des Unternehmens ist Georgios Thomaidis, der mit seinem Bruder Ioannis die Spedition Thomaidis in Frankfurt leitet. Thomaidis hat die Umrüstlösung selbst entwickelt. Als er eine größere Anzahl an Trailern bestellen wollte, hatte der Hersteller Lieferengpässe. Der Spediteur machte aus der Not eine Tugend und überlegte, wie er statt neuer Auflieger zu kaufen seine alten auf die Schiene bringen könnte. Das ist die Vorgeschichte zu Tomlift.

Viel Ingenieurskunst ist für den Umbau gar nicht erforderlich: Der Trailer bekommt an jeder Seite zwei Greifkanten, an denen der Spreader des Portalkrans anpacken kann. Die Greifkanten sind mit Quertraversen am Boden verbunden, hinzu kommen stabile Halterungen an jeder Luftfederung. Die technische Abnahme erfolgt durch die Prüforganisation Dekra in Frankfurt. "Nach der UIC-Richtlinie 596 gibt es beim Vertikalumschlag für kranbare Trailer eine Pflicht zur Hebeprüfung", erläutert Matthias Stenau, für die Transportbranche verantwortlicher Key Account Manager bei Dekra. Mit den Greifkanten werde der Trailer auf Böcken aufgesetzt. Beladen mit dem Anderthalbfachen des Gesamtgewichts müsse das Fahrzeug fünf Minuten lang der Belastung standhalten. Ist diese Hürde genommen, kümmern sich Dekra und Transport Innovation auch um die Kodifizierung bei den Bahnunternehmen.

Kostengünstige-Umrüstlösung

Spediteur Thomaidis empfiehlt die Umrüstung Firmen, die einen Einstieg in den KV prüfen. "Der Vorteil ist, dass es eine einfache, kostengünstige und risikofreie Lösung ist", sagt er. Die Alternative sei die Anschaffung eines neuen, kranbaren Trailerpools, was wesentlich teurer sei.

Thomaidis hat bei seinem System den Kombi-Operateur Kombiverkehr an seiner Seite. "Die Tomlift-Lösung ist technisch abgenommen, relativ einfach umzusetzen und gerade für Kunden, die sich erstmals mit dem Kombinierten Verkehr auseinandersetzen, eine gute Sache", sagt Kombiverkehr-Geschäftsführer Robert Breuhahn.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

3. Juni 2015
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Tests +++
+++ News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.