Ekol, Türkei, intermodaler Verkehr Zoom

Kombinierter Verkehr: Immer die umweltfreundlichste Lösung

Der in Istanbul beheimatete Logistiker Ekol setzt auf intermodale Verkehre. So kommen die Waren per Straße, Schiene und Wasser zum Ziel  und das auf der selben Relation.

Denkt man an den Transport auf der Schiene, kommt einem die Türkei eher nicht in den Sinn. Dass das zumindest in einem Fall ein Fehler ist, beweist der in Istanbul beheimatete Logistiker Ekol. Zwar verfügt das 1990 gegründete Unternehmen über mehr als 2.000 ziehende Einheiten, das eigentliche Steckenpferd ist allerdings der Kombinierte Verkehr. Nicht ohne Grund hat sich Ekol den Slogan "Logistics for a better world" auf die Fahnen geschrieben. Denn nachhaltiges Wirtschaften  und dabei insbesondere das Einsparen von fossilen Brennstoffen  steht bei Ekol-Geschäftsführer Tayfun Öktem dick auf der Agenda.

Im Internet zeigt ein Zahler die Diesel- und CO2-Einsparungen an

Das dokumentiert bereits die Startseite des Internetauftritts: Dort veranschaulicht ein Zähler die Diesel- und CO2 -Einsparungen des laufenden Monats sozusagen in Echtzeit. Darüber hinaus prangt auch schon der kürzlich gewonnene Eco Performance Award auf der Seite, die Auszeichnung vom Tankkarten-Dienstleister DKV Euro Service für ein besonders nachhaltiges Unternehmenskonzept. "Diese Auszeichnung bestätigt uns darin, wie wichtig es ist, etwas für die Umwelt zu tun", sagt Öktem. Bereits seit 2008 setzt das Unternehmen auf intermodalen Verkehr. Besonders stolz sind die Türken dabei auf die Relation von Istanbul nach Worms. Vom Heimathafen geht die Ware per Schiff nach Triest.  Die italienischen Mitarbeiter schlagen die Sendungen dort auf die Bahn um. Weiter geht es dann auf der Schiene bis Worms. Und von dort aus stellen Lkw die meist türkischen Produkte an die Kunden zu. Wobei der Zug täglich mit 32 Aufliegern zwischen Worms und Triest hin und her pendelt. Seit der Gründung der Ekol-Niederlassung in Rumänien im vergangenen Jahr gibt es darüber hinaus auch eine zusätzliche Verbindung ins Curtici -Terminal in Arad.

Ekol peilt 2012 rund 25.000 intermodale Fahrten an

Mehr als 15.000 intermodale Fahrten hat Ekol allein 2011 verantwortet. In diesem Jahr sollen es nahezu 25.000 sein. Diese Wachstumsrate kommt nicht von ungefähr. "Ekol ist das einzige Unternehmen, das auf dieser Strecke eine planmäßige Verbindung im Kombinierten Verkehr anbietet", erläutert Öktem. Dabei legt er großen Wert darauf, dass die Bestrebungen von Ekol in Sachen Grüne Logistik nicht kundengetrieben sind. Es sei vielmehr ein innovativer Ansatz im Sinne der Nachhaltigkeit.  Diese grüne Idee hat immer weitere Kreise gezogen. "Heute nutzen wir diese Route für alle unsere Kunden", sagt Öktem. Zu Beginn habe man natürlich erst einmal alles ausloten müssen. Zuvorderst natürlich die Möglichkeiten per Schiene in beziehungsweise aus der Türkei zu kommen. Fündig wurden sie beim Schienen-Operateur Kombiverkehr. Der wiederum ist voll des Lobes: Das Besondere an Ekol sei nicht, dass das Unternehmen seit 2008 komplette Züge einkauft und sie auf eigenes Risiko mit Sendungen befrachtet. "Die besondere Leistung liegt darin, dass Ekol das erste türkische Speditions- und Logistikunternehmen ist, welches die gesamten Effizienzvorteile des Kombinierten Verkehrs Tag für Tag nutzt", sagt Kombiverkehr-Geschäftsführer Robert Breuhahn. Schließlich habe Ekol nicht nur eine große Flotte, sondern stamme darüber hinaus auch aus einem klassischen Lkw-Land. Daher sei das Unternehmen ein leuchtendes Beispiel für andere türkische Logistiker. Dabei fiel Ekol nichts in den Schoß.

Am Anfang stand das Bemühen um Rückladungen

Zu Beginn musste sich der Logistiker erst um genügend Rückladungen bemühen. Daher steuerte man zunächst Ludwigshafen an. Das Terminal sei allerdings überfüllt. "Deshalb haben wir nach einer Alternative gesucht", sagt Öktem. Die habe Ekol in Worms gefunden. "Dieser Standort ließ sich flexibler an unsere Anforderungen und den intermodalen Betrieb anpassen und ist nahe an unserem Zentrum in Heppenheim." Mittlerweile verlädt Ekol seine Auflieger im Hafen von Istanbul sowie in den Häfen von Izmir und Mersin auf Frachter. Diese laufen nach drei Tagen in den Hafen  von Triest ein. Noch am selben Tag werden die Auflieger auf die eintägige Bahnreise ins rheinland-pfälzische Worms geschickt. Den Weitertransport  innerhalb Deutschlands oder in die Benelux-Staaten, die Schweiz, nach Frankreich, Großbritannien, Irland oder Spanien  übernehmen in Deutschland zugelassene Sattelzüge.

Die Transitzeit beträgt je nach Abladeziel fünf bis acht Tage

Je nach Abladeziel beträgt die Transitzeit fünf bis acht Tage. Womit der Kombinierte Verkehr zeitlich gesehen mit dem reinen Lkw-Transport gleichauf liegt. Denn dafür veranschlagt Ekol zwischen fünf und sieben Tage.  Der Unterschied zeigt sich aber in der CO2-Bilanz. Nach Unternehmensangaben spart Ekol monatlich etwa 1,9 Millionen Liter Diesel. Das entspricht CO2-Emissionen von 3.650 Tonnen. "Um diese Menge zu absorbieren, bräuchte es eine Waldfläche von der Größe von 550 Fußballfeldern", erklärt Öktem, der auch noch mit einem anderen eindrücklichen Bild aufwarten kann: Die Transportwege verkürzen sich um insgesamt 5,38 Millionen Kilometer. Das entspreche in etwa 135 Erdumrundungen.

Auch kostenseitig eine Win-Win-Situation

Auch kostenseitig stellt sich die Strategie als Win-Win-Modell dar. So verweist Ekol darauf, dass man den Herstellern von Handelsmarken logistisch eine größere Kosteneffizienz anbieten könne. Darüber hinaus erreichen die Kunden durch den Kombinierten Verkehr auch ihre Ziele in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. "Wir bekommen diesbezüglich sehr positive Rückmeldungen", sagt Öktem. Das kommt nicht von ungefähr, erhalten die Kunden doch automatisch jeden Monat eine Bericht über den CO2-Ausstoß. Bei Kombinierten Verkehr denken zumindest die dann zuerst an die Türkei.

Die aktuellen Ausgabe trans aktuell 12 informiert auf sieben Seiten zum Thema Kombinierter Verkehr. Unter anderem geht es um Alpenverkehre, Containertransport und Güterzüge in XXL-Format.

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Ekol

Datum

5. Juni 2012
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