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Klimaschutz: Totale Emissions-Transparenz

Ab Juli will DPD alle Pakete ohne Aufpreis CO2-neutral versenden. Um festzustellen, wie hoch der Schadstoffausstoß pro Sendung ist, hat der Paketdienstleister einen Emissionsrechner entwickelt.

Der internationale Paket- und Expressdienstleister DPD wird ab Juli 2012 alle Pakete, gewerbliche und private, CO2-neutral versenden – ohne dafür einen Aufpreis zu verlangen. Total Zero heißt das Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung zum CO2-neutralen Versand. Es wird in den wichtigsten Märkten von DPD eingeführt, also in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. "Diese präsentieren rund 80 Prozent des europäischen Paketmarktes", sagt Arnold Schroven, Geschäftsführer DPD Geopost Deutschland.

Mit dem CO2-Rechner werden CO2-Emissonen einzelner Kunden gemessen

Hintergrund sei, dass die Logistikindustrie unter dem Verdacht stehe, ein großer Verursacher von CO2-Emissionen zu sein. "Wir sind uns der Verantwortung bewusst und messen bereits seit 2006 unsere eigenen Emissionen", ergänzt er. Mit einem eigens für DPD entwickelten CO2-Rechner lassen sich neuerdings auch die CO2-Emissionen einzelner Kunden – bis hin zur einzelnen Sendung und verkehrsmittelübergreifend – berechnen. Entscheidend ist, dass sich mit einem Simulationsmodus der energieeffizienteste Transportweg ermitteln lässt. Im ersten Schritt bietet DPD die Ergebnisse des Rechners auf Anfrage an, später sollen alle Kunden ihn auch selbst nutzen.

Mit dem Konzept Total Zero will das Unternehmen gewährleisten, dass der CO2-Ausstoß verlässlich gemessen, die von DPD verursachten CO2-Emissionen reduziert und die unvermeidbaren Emissionen ausgeglichen werden. Die Entwicklung des CO2-Rechners orientierte sich eng an der europäischen Norm CEN 320, die sich noch in der letzten Entwicklungsphase befindet und erstmals einen einheitlichen, europaweit anerkannten Standard zur Emissionsberechnung darstellen wird.

DPD überwacht den gesamten Paketweg

Praktisch sieht das so aus, dass der Dienstleister den kompletten Paketweg, national wie international, von der Abholung bis zur Zustellung misst. Dabei berücksichtigt werden Volumen und Gewicht der Sendung sowie den jeweiligen Verkehrsträger Straße, Schiene oder Wasser. Auch der Energieverbrauch der Depots, in denen der Umschlag stattfindet, wird in die Berechnung einbezogen. Bei Werten, die sich nicht so leicht ermitteln lassen, greift das Unternehmen auf offizielle Standardwerte wie aus dem Handbuch für Emissionen zurück. Somit werden alle Emissionen, die bei einem Transport anfallen, berücksichtigt. "Wir wollen nichts schön rechnen", sagt Schroven.

Seit Beginn der Messung des CO2-Ausstoßes hat DPD die von ihm verursachten Emissionen bereits gesenkt. Das geschieht beispielsweise mit dem Einsatz von Elektrofahrzeugen wie in Hamburg oder Stuttgart. Nach vielen Jahren ohne, hat der Dienstleister vor einiger Zeit auf den Nord-Süd-Routen von Hamburg und Bremen nach Nürnberg im nächtlichen Direktverkehr Container von der Straße auf die Schiene verlagert. Pro Jahr werden nach Unternehmensangaben dadurch rund 200 Tonnen CO2 eingespart.

Moderne Beleuchtungstechnologie senkt den Energieverbrauch

"Wir nehmen jährlich nur für Deutschland zwischen 60 und 80 Millionen Euro in die Hand, um neue Depots zubauen", sagt Schroven. Die sind mit Fotovoltaik-Anlagen ausgestattet und werden mit Erdwärme versorgt, wie etwa die Standorte in Nürnberg und Erftstadt. Moderne Beleuchtungstechnologie senkt den Energieverbrauch in den Depots. Weiterhin hat DPD sämtliche Routen optimiert, und auch die Schulung der Zustellfahrer bringe zwischen 10 und 15 Prozent Reduktion. DPD transportiert fast alle Pakete in Europa am Boden – und nicht per Luftfracht, "bei der bis zu achtmal mehr CO2 entsteht", erläutert der Geschäftsführer. Bei der Paketzustellung setzt der Dienstleister auch Fahrräder ein.

DPD will seine Anstrengungen noch weiter intensiveren, um den Pakettransport durch klimaschonende Maßnahmen im Unternehmen noch umweltverträglicher zu gestalten. Der dennoch unvermeidbare CO2-Ausstoß wird ab Juli 2012 von DPD Mehrheitsgesellschafter Geopost kompensiert. Dabei arbeitet Geopost mit der renommierten französischen Umweltorganisation CDC Climat mit Sitz in Paris als Partner zusammen.

Belastungen für das Klima müssen zurückgefahren werden

Jährlich werden auf diese Weise in den fünf wichtigsten DPD Märkten ungefähr 500.000 Tonnen CO2 ausgeglichen. Dies geschieht durch den Erwerb von Emissionszertifikaten, so genannter "Carbon Credits", zum Ausgleich der transportbedingten Treibhausgase. Durch die fortschreitende Reduktion der von DPD verursachten CO2-Emissionen werde die Menge an CO2, die pro Paket kompensiert werden muss, kontinuierlich sinken. "Die gesamte Branche in der Pflicht, Belastungen für das Klima zurückzufahren", erläutert Schroven. CDC Climat arbeitet eng mit dem Unternehmen zusammen, um Projekte zur CO2-Kompensation auszuwählen. Das könnten sowohl Projekte in wirtschaftlich schwach entwickelten Regionen als auch lokale Projekte in Europa sein. In den nächsten vier Monaten will sich DPD festlegen, welche das sein sollen.

Die Kosten, die bei Total Zero entstehen, trägt der Dienstleister selbst. Auf das Jahr gerechnet sind das rund fünf Millionen Euro für alle fünf Länder.

Hintergrund CDC Climat

CDC Climat ist eine Tochterorganisation von Caisse des Dépôts, eines staatlichen Finanzinstituts in Frankreich. Sie wurde 2010 mit dem Ziel gegründet, dem Klimawandel zu begegnen. Aktivitäten sind: Investition in CO2-Zertifikate, Entwicklungen von Dienstleistungen, die eine kohlendioxidarme Wirtschaft begünstigen, sowie wissenschaftliche Untersuchungen zur Klimaveränderung durch wirtschaftliche Aktivitäten.

Autor

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DPD

Datum

12. April 2012
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