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Kleintuning als Hobby : Lkw-Modelle in 1:87 sammeln und veredeln

Lkw-Modelle in 1:87 sammeln und veredeln, das ist das Hobby von Joachim Seidler – und zwar im ganz großen Maßstab.

"Die Idee dahinter war, ein Platz sparenderes Hobby zu finden als die große Modelleisenbahn." Joachim Seidler grinst über das ganze Gesicht und zuckt entschuldigend mit den Schultern. Okay, seine Sammlung passt in den Schrank – in Schränke. Vier, um genau zu sein. Aus denen einen bei geöffneten Türen die Fronten von Lastern aller Marken mit ihren winzigen, bemalten Scheinwerfern anblinken.

Ein paar der durchsichtigen Schachteln samt Inhalt herausgepackt, offenbart: die zweite Reihe. „Bei den Oldies stehen in der hinteren Reihe zwei- und dreiachsige Hängerzüge etwa von Büssing, Mercedes, Henschel, MAN und Krupp. Fiat, Iveco, Ford und Magirus-Deutz sind auch dabei“, erklärt Seidler. Katalogisiert? Nein, das seien die Stücke nicht. Ja, auf der Suche nach einem bestimmten Modell müsse er schon mal ein paar Kartons öffnen und schauen, aber eigentlich habe er alles, was sich so in seinem Hobbyzimmer befindet, im Blick.

Alles – das meint über 5.000 Lkw-Miniaturen im Maßstab 1:87. „Ja, ich bin ein bisschen verrückt, was das angeht. Schon als kleiner Bub war ich ganz versessen auf Fahrzeuge. Stand dauernd an der Fernstraße und habe allem nachgeschaut, was da entlangkam, und wurde später natürlich auch Lkw-Fahrer. Auch als ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren durfte, hat mich die Leidenschaft dafür nicht losgelassen.“ Die äußert sich jetzt im Sammeln und Modifizieren von Modellen.

„Im großen Stil fing ich Anfang der 80er-Jahre mit der Bastelei an“, erinnert sich der 74-Jährige, „Weil es sie so im Handel nicht gab, „frisierte“ ich mir SK-Hängerzüge von Wiking zurecht. Umlackieren und beschriften, und zwar in den Farben von Rhenus, Rhenania und Rheinunion. Alles Speditionen hier aus meiner Heimatstadt Mannheim.“

Die Minis erhielten außerdem Interieur mit Stoff und Farbe und beweglichen Spritzlappen – wie Hunderte, die danach kamen. Mit seinen Schätzchen geht der „Tuner“ auch auf Ausstellungen und Modellbautreffs. Dort räumt er ab und zu einen Preis für seine Arbeiten ab, wie sich an der mit Pokalen voll- gestellten Vitrine erkennen lässt. Einen ersten Platz gewann er zum Beispiel Mitte der 90er für seinen Mercedes Rundhauber Typ LS 1624. „Das sind zwei Kurzkabinen zu einer Doppelkabine kombiniert.“

Im Herpa-Museum stehen mittlerweile drei von seinen umgebauten Modellen

Verbastelt werden an Joachim Siedlers Arbeitstisch fertige Sammlermodelle wie die Herpa-Supertrucks der Spedition Melmer, die feinste Details bekommen. „Ich lernte 2003 die Familie Melmer kennen, als ich auf Recherche die Trucks der Spedition fotografierte. Rupert gefiel meine Arbeit so, dass er mir gleich zwei seiner Modelle in die Hand drückte, um auch sie zu verfeinern. Seitdem habe ich etwa 170 Modelle für ihn gemacht.“

Außerdem bastelt Seidler auch für Herpa direkt. „Es gab da mal ein Problem mit einem Teil. Die Dame am Kundentelefon war so nett und ich schickte ihr zum Dank ein paar Fotos meiner Modelle. Die hat sie dem Chefredakteur vom Magazin ‚Maßstab‘ gezeigt und der besuchte mich dann. Im Herpa-Museum stehen mittlerweile drei von mir umgebaute Modelle.“

Absolute Markentreue bedeutet dem Klein-Tuner allerdings nicht so viel. Er benutzt Modelle und Einzelteile von diversen Herstellern wie Wiking, Brekina oder Roco, aus denen gemischt neue Laster entstehen. Das aktuelle Projekt ist eine Handvoll Teile, die zu einem Büssing werden sollen.

„Auf meinem Schrottplatz hebe ich alles auf, man weiß ja nie“, erklärt Seidler, öffnet dabei eine weitere Schranktür und zeigt auf zwei Regalböden mit buntem Durcheinander. Darüber und darunter befinden sich die Modelle der Kategorie „Noch zu bearbeiten“. Sämtliche Bretter im Schrank biegen sich durch. Er lacht: „Oh, die habe ich schon mal umgedreht, wird wohl mal wieder Zeit.“

Autor

Foto

Jacek Bilski

Datum

20. Juli 2012
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