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Foto: DPD - Per Kasch

KEP-Studie 2017

Branchenverband Biek vermeldet Wachstum

Das Wachstum nimmt weiter Fahrt auf. So haben KEP-Dienstleister im vergangenen Jahr 7,2 Prozent mehr Sendungen transportiert als im Vorjahr. Das Volumen durchbrach erstmals die Drei-Milliarden-Marke.

Das heißt, dass in Deutschland pro Zustelltag im Schnitt mehr als zehn Millionen Pakete befördert wurden. Die Unternehmen setzten damit 2016 rund 18,5 Milliarden Euro um. Das ist das Ergebnis der KEP-Studie 2017 des Bundesverbandes Paket- und Expresslogistik (Biek). Der steigende Anteil der Paket-Sendungen liegt vor allem an den deutlich höheren Wachstumsraten des Online-Handels im Privatkunden-Segment (B2C) und an der Zunahme der Geschäftskunden-Sendungen (B2B). Deutlich zugelegt haben der Studie zufolge auch die internationalen Sendungen.

KEP-Dienste entwickeln neue Konzepte

Für 2017 rechnen die Experten mit sechs Prozent mehr Sendungen. Für das Wachstum im E-Commerce kommt KEP-Diensten die Funktion als Katalysator zu. Das zeigt sich vor allem in der urbanen Logistik, denn KEP-Unternehmen entwickeln neue Konzepte wie Mikro-Depots oder testen autonomes Fahren und forcieren die Zustellung per Lastenräder oder Roboter.

Bis 2021 erwarten die Experten ein jährliches Wachstum von 5,6 Prozent. Bis dahin soll das Volumen mehr als vier Milliarden Sendungen betragen. Gleichzeitig werde der Gesamtumsatz weiter steigen – allerdings bleibt der Prognose zufolge das Umsatzwachstum für den Gesamtmarkt etwas unter dem Sendungswachstum. Grund hierfür sei der erwartete höhere Anteil an B2C-Paket-Sendungen, die in der Regel schlechter bezahlt sind.

Schon 2016 ist der Durchschnittserlös gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken. Gründe hierfür seien der steigende Anteil der Privatkunden-Pakete sowie der zunehmend hohe Wettbewerbs- und Preisdruck im Markt, mit dem alle Branchenanbieter zu kämpfen haben. Kunden schätzen die verbesserten Leistungen der KEP-Dienstleister wie neue Angebote, Netzausbau und Innovationen in der Zustellung nicht ausreichend wert, was sich in ihrer schlechten Zahlungsbereitschaft widerspiegelt, heißt es in der Studie.

Personalbedarf steigt

Dennoch: KEP-Dienste schaffen Jobs und sorgen für Einkommen. 2016 arbeiteten in Deutschland 219.400 Menschen als Voll- und Teilzeitkräfte inklusive Aushilfen für die Branche – rund 10.000 mehr als im Jahr davor. Sie sind entweder bei den KEP-Unternehmen direkt angestellt oder arbeiten als selbstständige Unternehmen. Der Personalbedarf steigt weiter. Seit 2002 verzeichnen die KEP-Dienste einen Zuwachs um fast 60.000 Beschäftigte oder rund 37 Prozent. Das sind jährlich im Schnitt 4.200 Beschäftigte oder 2,3 Prozent. Das Sendungsvolumen hat seit 2002 um etwa 80 Prozent zugelegt. Bis 2021 rechnen die Experten mit bis zu 40.000 neuen Jobs.

Internationale Sendungen werden immer wichtiger. Die KEP-Industrie übernimmt laut der Studie zentrale Funktionen in der Beschaffung und dem Vertrieb von Waren auf internationalen Märkten. Sie wickeln nicht nur den Warenverkehr über Zollgrenzen hinweg ab, sondern erledigen die Verzollung, Dokumentation und gewährleisten Sicherheit. KEP-Dienste sind häufig an das Warenwirtschaftssystem ihrer Kunden angebunden, managen Warenein- und -ausgänge sowie die Bestände zwischen den Filialen und Lägern.

Der bevorstehende Brexit wird dem KEP-Markt Mehrkosten von 150 bis 200 Millionen Euro bescheren, lautet eine erste Schätzung der Experten. Großbritannien war 2016 der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands. Der Ausstieg des Inselstaates aus der EU macht den Handel teurer und ineffizient. Verzögerungen durch Zollabfertigungen senken den Anteil der Sendungen, die am ersten Tag zugestellt werden können. Es entsteht zusätzlicher Personalbedarf und ein erheblicher Informations- und Kommunikationsaufwand.

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Datum

12. September 2017
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