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Junge Fahrer unter 25: Kevin Kasten im Interview

Der 19-jährige Kevin Kasten begeistert das Fahren. Im Interview erzählt er uns von seinem Alltag und Zukunftsträumen.

Warum Fahrer?

Ich bin, wie viele andere Auszubildende zum Berufskraftfahrer, die ich von meiner Berufsschule in Meppen kenne, nicht durch meinen Vater vorbelastet. Ich habe, weil ich in Werlte wohne, nahezu jeden Tag die Lkw gesehen, die zu Krone fahren. Das hat mein Interesse an Lkw geweckt. Dazu begeistere ich mich generell für Autos und Motocross-Rennen. Hier im Emsland werden Interessenten für den Fahrerberuf auch über die Ausbildungsbörsen angesprochen. Das finde ich gut. Über Facebook habe ich dann den ersten Kontakt zur Spedition Grummel aufgenommen. Schließlich entschied ich mich nach einem zweiwöchigen Praktikum für die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer.

Einsatzgebiet?

Wir fahren überwiegend nationale Touren mit Teil- und Komplettladungen, etwa mit Torf oder Papier. Wir fahren aber auch Betondecken und Schüttgut. Ich bin die erste Zeit allerdings nur im Nahverkehr gefahren. Das heißt: Arbeitsbeginn irgendwann zwischen fünf und sieben Uhr und dann erst mal unsere Trailer vorladen. Zum Beispiel mit Getränken aus der Region. Oder mit Papier aus Dörpen – natürlich immer mit der entsprechenden Ladungssicherung. Darauf wird bei Grummel sehr großer Wert gelegt. Dann habe ich eine Zeit lang vorgeladene Trailer mit Trailerachsen von BPW, die bei uns auf Abruf bereitstehen, zu Krone ins Werk gefahren. Das waren in der Regel zwei bis vier Touren am Tag. Für uns aus Werlte heißt das, einmal quer durch unser Industriegebiet fahren, vorbei an einer Pferdekoppel und schon bin ich dort. Alles in allem ist meine Tätigkeit also durchaus abwechslungsreich.

Lieblingstour?

Bei uns werden die Auszubildenden langsam an die Aufgabe herangeführt. Das finde ich gut. Ende des Jahres war ich nun auch selber bei BPW. Die Tour ist toll. Ich fahre dann von uns aus etwa vier Stunden mit einem Auflieger voller Gestelle – also Leergut. Bei BPW steht dann bereits ein in der Regel mit 45 Achsen vorgeladener Trailer bereit. Das sind gut 24 Tonnen. Nach der Kontrolle der Ladungssicherung geht es anschließend direkt zurück nach Werlte. Dort wird der Auflieger von den Fahrern erst mal bis zum Abruf aus dem Werk abgesattelt.

Grösstes Missgeschick?

Es war einer dieser Tage, wo ich ständig Trailer umgesattelt habe. Es war die letzte Tour ins Papierwerk in Dörpen. Ich habe einfach beim Aufsatteln nicht kontrolliert, ob die Kupplung der Sattelplatte auch wirklich eingerastet ist. War sie diesmal nicht. Zum Glück war der Trailer leer, und zum Glück war es nur bei uns auf dem Hof. Der Auflieger ist abgerutscht, ich habe es direkt gemerkt. Kein Kabel oder Schlauch ist abgerissen. Doch es war für mich natürlich sehr ärgerlich. Aber einen schlechten Tag hat jeder mal, und das wird mir so auf alle Fälle nicht mehr passieren.

Freundeskreis?

Meine Freunde haben sich nicht sonderlich darüber gewundert, dass ich diese Ausbildung angefangen habe. Es ist für sie ein Job wie jeder andere – wahrscheinlich weil wir hier in Werlte durch die Nähe zum Krone-Fahrzeugwerk alle mit Lkw aufgewachsen sind.

Das Schöne am Job?

Vor allem das Fahren an sich. Bislang musste ich immer zwischen fünf und sieben Uhr raus, jeden Tag die Trailer tauschen. Nun komme ich nach und nach in den Fernverkehr und darf sogar auch schon auf Zweitagestouren mit Übernachtung im Lkw raus. Mir bereitet das wirklich Spaß. Als Springer kann ich mit allen unseren vier Lkw-Marken fahren. Wir haben bei Grummel einen sehr modernen Fuhrpark und eine eigene Werkstatt. Wenn etwas am Lkw oder am Trailer defekt sein sollte, wird es sofort repariert.

An meinem Job stört mich

Dass es unterwegs oft so schwer ist, einen vernünftigen Parkplatz zu finden. Und dass es so viele Baustellen gibt, das bedeutet fast immer Stau und Zeitverzögerung. Ansonsten habe ich im Augenblick keinen Grund zur Klage.

Zukunft?

Ich bin erst mal froh, dass ich jetzt im Fernverkehr mitfahren darf. Wir sind in der Woche meistens von Montag bis Freitag unterwegs und wenn es passt auch eine Nacht daheim. Es gibt also immer ein geregeltes Wochenende. Ob ich später einmal in den internationalen Fernverkehr möchte, kann ich noch nicht sagen. Jetzt freue ich mich auf meine Abschlussprüfung im kommenden Frühjahr. Ich denke, durch die Ausbildung bin ich ziemlich gut vorbereitet. Und dann will ich auf alle Fälle bei Grummel bleiben. Das Arbeitsklima ist wirklich großartig. Unser junger Chef ist für alle Mitarbeiter jederzeit ansprechbar. Als Auszubildender wird man hier und in der Berufsschule in Meppen richtig auf den Beruf vorbereitet. Besser hätte ich es nicht treffen können.

Der Ausbildungsbetrieb

Heinrich Grummel GmbH & Co. KG
Adresse: Am Zirkel 40, 49757 Werlte
Telefon: 05951 9958-0

Webseite
E-Mail

Fuhrpark/Fahrpersonal: 20 ziehende Einheiten, MAN, Mercedes-Benz, Volvo, mit 420 bis 440 PS, 37 Planentrailer und Plateautrailer von Krone, plus 5 Schubbodenauflieger von Knapen. 22 feste Fahrer
Einsatzbereich: nationaler Fernverkehr
Fahrerausbildung seit: 2008, bislang 12 BKF-Auszubildende
Ausbildungsmöglichkeiten: Disposition, Werkstatt, Lager und Lkw
Zuständige Berufsschule: BBS in Meppen (3 Blöcke je 4 Wochen)
Voraussetzung für Bewerbung: Mindestalter 17 Jahre, technisches Interesse und Verständnis
Praktikum für Interessenten: ja, auf Anfrage
Ansprechpartner: Geschäftsführer Michael Grummel

Autor

Foto

etm

Datum

8. Dezember 2016
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