Kai Eichelberger Zoom

Junge Fahrer unter 25: Kai Eichelberger im Gespräch

Kai Eichelberger erzählt uns über seine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Der 18-jährige genießt vor allem die Ruhe, wenn er auf Tour ist.

Warum Fahrer?

Meine Eltern haben zwar mit der Transportbranche nichts zu tun, aber ich bin früher schon bei einem Bekannten im Lkw mitgefahren. Das fand ich toll. Nach einem intensiven Gespräch mit dem Berufsberater meiner Schule war mir dann klar, dass Berufskraftfahrer für mich die beste Alternative ist, und ich habe mich bei WLS beworben. Gleich nach einem Praktikum habe ich mich für eine dreijährige Ausbildung entschieden. Ich möchte möglichst weit weg von zu Hause arbeiten und etwas von der Welt sehen.

Einsatzgebiet?

Einer unserer wichtigsten Kunden ist Hörmann hier am Standort Steinhagen. Die machen Garagentore, Türen und Zargen. Unsere Flotte bringt sie zu 60 Prozent im nationalen Fernverkehr zu den Kunden und Baustellen. Ich selber habe seit März 2016 den Lkw-Führerschein. Nach Stationen in der Werkstatt, der Dispo, dem Lager und der Kommissionierung darf ich jetzt nach und nach allein mit unseren Sattelzügen auf Tour gehen. Ich hole dabei meist beladene Trailer ab und bringe sie zu uns auf den Hof.

Lieblingstour?

Mit einem beladenen Auflieger zum Kombiterminal der Bahn nach Wuppertal. Das sind, je nach Verkehr rund um das Kamener Kreuz, anderthalb bis zwei Stunden eine Strecke. Das macht mir richtig Spaß. Auf dem Terminal tausche ich die Trailer und bringe meistens einen mit Schienen beladenen Trailer zurück zu uns nach Steinhagen. Danach mache ich noch eine kurze Tour hier im Nahverkehr.

Grösstes Missgeschick?

In unserer Werkstatt wollte ich mit einem unserer älteren Volvos rückwärts raussetzen und habe nicht aufgepasst. Dabei bin ich mit der Beifahrertür an der Ecke eines Aufliegers hängen geblieben. Ich durfte die Tür dann später selber wieder spachteln und lackieren.

Freundeskreis?

Meine Freunde und Schulkameraden waren schon sehr überrascht, als ich mich für diese Ausbildung entschieden habe. Einige haben geglaubt, dass ich das nicht lange durchhalte. Da haben sie sich aber getäuscht. Viele meiner Mitschüler haben einen Bürojob, während ich unterwegs bin.

Das Schöne am Job?

Vor allem die Ruhe, die man als Fahrer hat, wenn man einmal auf Tour ist. Bei uns ruft niemand an, wenn du unterwegs bist. Und ich darf bei uns als Springer alle Volvos fahren. Das sind richtig tolle Lkw.

An meinem Job Stört mich, dass ...

... manche Fahrer immer so dicht hinten drauf hängen. Einer hat mal fast 20 Kilometer versucht, mich zu überholen. Auch die geringen Abstände, die manche haben, finde ich sehr gefährlich. Ich selber fahre nur mit Abstandstempomat und höchstens 85 Stundenkilometer.

Zukunft?

Im nächsten Schritt würde ich gerne unsere nächtlichen Begegnungsverkehre nach Süddeutschland machen, um einfach mal mehr Kilometer zu fahren, später dann auch die Auslieferungstouren. Nach der bestandenen Abschlussprüfung im nächsten Jahr bekomme ich dann mit 19 Jahren die "95" im Führerschein eingetragen. Auf alle Fälle will ich erst mal bei WLS bleiben, denn hier herrscht ein tolles Klima. Und ich muss sagen, dass junge Leute, die sich für diesen Beruf interessieren, wirklich etwas lernen können.

Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 10/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

Autor

Foto

Jan Bergrath

Datum

11. Oktober 2016
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