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Jubiläum: Dekra: Partner für eine sichere Welt

Der globale Partner für eine sichere Welt sein – das ist der Anspruch der Prüforganisation Dekra an sich selbst. Diese Vision beziehe sich auf die Sicherheit im Verkehr, auf die Sicherheit bei der Arbeit und auf die Sicherheit zu Hause, sagte Vorstandschef Stefan Kölbl bei einem Festakt zum 90. Geburtstag des Unternehmens in Stuttgart.

Weltweit kämen in diesen drei Bereichen zusammen jährlich etwa 4,5 Millionen Menschen ums Leben – rund die Hälfte davon bei Unfällen an der Arbeitsstätte. "Die Zahlen sind erschreckend", kommentierte Kölbl und sieht seine Organisation gefordert, hier tätig zu werden.

Gleichzeitig sieht Kölbl, der seit dem Jahr 2000 bei Dekra tätig ist, aber auch die Fortschritte: So sei es gelungen, die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union seit 1991 um zwei Drittel zu senken, auch in Deutschland sei man auf einem guten Weg: Über 100 Städten mit jeweils mehr als 50.000 Einwohnern sei es bereits gelungen, zwischen 2009 und 2013 zumindest einmal eine Unfallbilanz ohne Verkehrstote vorzulegen, sagte Kölbl und wies auf Erhebungen seines Hauses hin. "Die Vision Zero ist also keine Utopie mehr."

Technische Überwachung zur Unfallprävention

Mit Sorge blickt er aber in andere Erdteile, wo bei der Sicherheit noch viel Luft nach oben ist. In China etwa lassen mehrere Zehntausend Menschen jährlich bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Daher macht sich Kölbl für eine Unfallprävention durch eine technische Überwachung der Fahrzeuge stark und sieht Dekra hier bereits in den Startlöchern: "Wir nehmen aktuell den Markteinstieg für Fahrzeugprüfungen in China vor", kündigte er an.
Auch Thomas Pleines, Präsident des Dekra-Präsidialrats, sieht in der periodischen Prüfung einen der Erfolgsfaktoren für eine erhöhte Verkehrssicherheit. Mit 26 Millionen Fahrzeugprüfungen sei Dekra weltweit Marktführer, sagte er und erläuterte in einem Rückblick, dass Dekra seit 1960 als Überwachungsverein staatlich anerkannt sei. Das Unternehmen zeichne sich durch Langlebigkeit aus, lobte er und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu, dass Langlebigkeit in der Versicherungsbranche, aus der er komme, ein hohes Risiko darstelle.

Diese Langlebigkeit kommt nicht von ungefähr, betonten die Festredner. "Sicherheit ist ein Megatrend", erklärte Vorstandschef Kölbl. Und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betonte: "Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen." Daher begrüße er es, wenn Dekra mit dem Ziel antrete, auf diesem Gebiet der globale Partner zu werden. Was die künftigen Aufgaben angeht, sieht er die Prüforganisation vor allem in Zusammenhang mit dem vernetzten und autonomen Fahren gefordert. Kretschmann selbst ist vor kurzem in Kalifornien in einem autonom fahrenden Pkw mitgefahren und überzeugt, dass das Thema in wenigen Jahren kommen wird.

"Lieber Schlaglöcher als Funklöcher"

Die steigende Bedeutung von Daten und ihre Nutzung für kommerzielle Anwendungen kommt für Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, gar einer digitalen Revolution gleich. Europa dürfe hier nicht den Anschluss verlieren, warnte er. Dass es Nachholbedarf gibt, machte er am Beispiel der Telekommunikationsnetze fest. Wenn er von Brüssel nach Stuttgart heimfahre, wisse er genau, welche Funklöcher sich seit 30 Jahren bewährt hätten, scherzte er. Hier müsse dringend aufgeholt werden. "Lieber Schlaglöcher als Funklöcher", lautet seine Devise. Und statt Umgehungsstraßen brauche es digitale Straßen. Doch statt sich um die wesentlichen Themen zu kümmern, beschäftigten sich nationale Regierungen mit anderen Dingen – wie der Mütterrente oder der Maut.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Sage Press

Datum

1. Juli 2015
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