CTJ Grevenbroich, Spedition Zoom

Janssen Spedition und Logistik: Flexibel mit eigener Flotte

CTJ-Chef Olaf Meyers setzt auf ein neues Führungsteam. Weitere gezielte Zukäufe sind geplant.

Die Janssen Spedition und Logistik (CTJ) aus Grevenbroich hat sich viel vorgenommen und setzt dabei auf ein neues Führungsduo. Seit Februar leitet Thomas Köhler (46) das operative Geschäft des Transportunternehmens. Der ehemalige Geschäftsführer der Spedition Finsterwalder in Venlo ist gelernter Speditionskaufmann und unterstützt Unternehmer Olaf Meyers (49), der sich künftig gemeinsam mit Köhler vermehrt um Bestands- und Neukunden kümmern möchte.

Nach seiner Speditionslehre mit 17 Jahren stand Meyers immer im Job und übernahm als Stiefsohn des Firmengründers J.-H. Janssen die Geschäfte der damaligen Chemie Transporte Janssen, wobei das C heute eher für Coiltransport stehe. "Ich habe stets alles selbst gemacht und nie gelernt zu delegieren", sagt er selbstkritisch. Gesundheitliche Probleme gaben 2011 den Ausschlag, etwas grundlegend zu ändern und die Mehrheitsanteile an ein Private Equity Haus – Auctus München – zu verkaufen. Darüber hinaus konnte mit Köhler ein langjähriger Wunschkandidat von Meyers als neuer Geschäftsführer für CTJ gewonnen werden.

"Wir sind ein klassisches Transportunternehmen und machen 80 Prozent unseres Umsatzes mit der eigenen Flotte", erklärt Meyers das Geschäftsmodell. Damit diese stets in tadellosem Zustand ist, wird kräftig investiert. 81 nagelneue DAF-Zugmaschinen und erstmals 15 Scania (über die Kooperation Elvis) vergrößern den Fuhrpark auf 146 ziehende Einheiten.

Den Kauf und Verkauf der Fahrzeuge erledigt nicht die Spedition selbst, der Fuhrpark wurde an den Truck Center Cologne (TCC) mit Sitz in Bergheim ausgelagert, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der CTJ, die ebenfalls von Meyers betreut wird. "Lkw kaufen und zu etwa ein Prozent finanzieren, macht wieder Sinnj", sagt der Geschäftsführer. Von der Lkw-Marke DAF ist er absolut überzeugt: "Das Preis-Leistungs-Angebot ist unschlagbar."

Flotte wird auf Euro 6 umgestellt

Im August soll die gesamte Flotte auf Euro 6 umgestellt sein, was auf 100 Kilometern durchschnittlich 1,5 Liter Diesel spare. Zusätzlich sind die Fahrer angehalten, konsequent mit Tempo 80, maximal 83 Stundenkilometern zu fahren, denn "der meiste Spritverbrauch geht über die Geschwindigkeit", so Meyers. Auch die Mautreduzierung durch Euro 6 mache sich ein wenig bemerkbar.

Der eigene Fuhrpark bietet laut Meyers gleich mehrere Vorteile. Er macht das Unternehmen attraktiv für Fahrer, und die werden immer gesucht, auch in Grevenbroich. "Der Fahrer muss sich wohlfühlen", sagt der Chef. Trotz IHK-Auszeichnung als Ausbildungsbetrieb fällt es auch CTJ nicht leicht, qualifizierte Fahrer zu finden. Wir alle müssen daran arbeiten, dass die Wertigkeit des Fahrerberufs steigt" – auch beim Kunden.
Für Aufmerksamkeit am Markt sorgt CTJ auch mit ihrer zusätzlichen Altersvorsorge für Fahrer: Je nach Firmenzugehörigkeit fließen 100 bis 150 Euro monatlich in einen Fonds. "Damit können wir Fahrer zusätzlich binden und uns von Mitbewerbern abheben", lautet die Strategie.

Hauseigene Werkstatt

Außerdem sorgt der eigene Fuhrpark für Flexibilität beim Kunden. Die Haltedauer der Fahrzeuge liegt bei maximal drei Jahren – dann gehen sie entweder an den Hersteller zurück oder werden in den Export verkauft. Das spart Reparaturkosten. Die Trailer, zum größten Teil Curtainsider, bleiben im Schnitt sechs Jahre im Betrieb und werden in dieser Zeit ebenfalls von der hauseigenen Werkstatt betreut. "Ab einer Größe von 200 Fahrzeugeinheiten lohnt sich die eigene Werkstatt", ist Meyers überzeugt. Erledigt werden vor allem Inspektionen und Wartungen sowie Reparaturen an den Aufliegern.
Die Zahl der festen Subunternehmer, die im Rundlauf disponiert werden, hat CTJ in den letzen Jahren von 30 auf 60 verdoppelt. Sie decken den internationalen Markt ab und sind für die Spedition in Benelux und Frankreich unterwegs, während die eigenen rund 155 Fahrer größtenteils nationale Transporte durchführen.

Auf einen fairen Umgang mit den Partnern, insbesondere was ein Zahlungsziel von 30 Tagen angeht, legt CTJ großen Wert. Mittlerweile seien vor allem in der Großindustrie Zahlungsziele von 90 Tagen und mehr keine Seltenheit, beklagt Köhler. Für eine bessere Zahlungsmoral der eigenen Kunden wird quasi ein Überziehungszins angerechnet, der auf die Frachtkosten aufgeschlagen wird.

"Wir sind ein Allrounder"

Thomas Köhler wird die internationalen Verkehre betreuen, um hier die Marktposition auszubauen. Bisher machen die Grevenbroicher rund die Hälfte des Umsatzes mit der kunststoffverarbeitenden und der chemischen Industrie. Hinzu kommen Aufträge von Baumärkten und aus dem Handel. "Wir sind ein Allrounder", sagt Meyers.

Im Mai 2014 hat die Spedition mit Soloplan und Fleetboard zwei neue Software-Systeme eingeführt. "Beides sind sehr gute Produkte, doch im Vorfeld haben wir unsere Mitarbeiter zu wenig auf die Umstellung vorbereitet", räumt Meyers Fehler ein. Die dadurch entstandenen Probleme haben viel Zeit und Geld gekostet, "doch jetzt läuft die Umsetzung zu 90 Prozent", sagt der Unternehmer.


Bis Jahresende soll der Betrieb komplett papierlos funktionieren und ein neuer IT-Spezialist für reibungslose Abläufe sorgen. Dann soll das Telematiksystem auch den Standort des Lkw fehlerfrei zu jeder Zeit anzeigen und eine Warnung senden, falls er stark von der verkehrsüblichen Route abweicht sowie beim Abladen und Laden den aktuellen Status senden. Allerdings kann und soll die neue EDV nicht den persönlichen Kontakt mit dem Fahrer ersetzen, betont Köhler: "Die Fahrer brauchen einen persönlichen Ansprechpartner – das ist der bessere Weg."

Beim Transportvolumen will CJT die Marke von 30 Millionen Euro Umsatz knacken. Die Zukunft sehen die beiden Chefs teilweise gesichert – mit neuem Führungsteam, qualitätsvollem Fuhrpark und Investitionen in Fahrer und Unternehmen: "Wir arbeiten nicht im Spotmarkt. Auch in Zukunft wollen wir mit unserer großen Flotte und eigenen Fahrern wieder gutes Geld verdienen und weiterhin professionell arbeiten."

Buy-and-Build-Strategie fortsetzen

Des Weiteren will CTJ ihre Buy-and-Build-Strategie fortsetzen und durch Ankäufe im Bereich Fuhrpark mit Fahrern – mindestens 75 Prozent der Firmenanteile sollen dabei den Besitzer wechseln – weiter wachsen. Zur Finanzierung greifen die Grevenbroicher auf den Finanzdienstleister Auctus München zurück. "Dazu suchen wir Unternehmen, die ähnlich gelagert sind wie die CTJ", um auch Synergien zu nutzen. Ab fünf Millionen Umsatz und 40 Lkw werde es interessant. 

Die Spedition


  • CTJ Janssen aus Grevenbroich wurde 1985 gegründet, in 2. Generation von Olaf Meyers geführt, Teil der T+L-Gruppe
  • Fuhrpark: 170 XL-Curtainsidern mit ADR-Zertifikat, 146 ziehende Einheiten inklusive 81 DAF und 15 Scania mit Euro 6
  • 380 Mitarbeiter, eigene Werkstatt, Waschstraße
  • Ziel: 30 Millionen Euro Transportvolumen in 2016
  • spezialisiert auf Teil- und Komplettladungen, Silotransporte, Kontrakt- und Lagerlogistik für Chemie-, Papierindustrie, Handel

Portrait

Autor

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CTJ

Datum

22. Juli 2016
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