Fahrertest Iveco Stralis 500 E5, Fahrerhandbücher der Hersteller 7 Bilder Zoom

Iveco Stralis: Handbuch lesen lohnt sich

Der Stralis ist das Flaggschiff von Iveco. Sein Fahrerhandbuch gibt wichtige technische Tipps.

Als Iveco im Jahr 2002 die Baureihe Eurocargo in den Ruhestand versetzte, sollte der Kunstname des Nachfolgers Stralis für Kraft und Eleganz stehen. Elegant und fast poetisch liest sich denn auch das Vorwort zur zugehörigen Betriebsanleitung: „Ein Iveco-Fahrzeug ähnelt seinem Fahrer etwas: es ist ein durchdachtes System, das als ein richtiger Organismus geplant und konstruiert ist, in dem alle Teile aufeinander abgestimmt sind und sich der Logik des Ganzen unterordnen.“

Ja nun, der Italiener mags halt gerne etwas blumig. Konsequenterweise bleiben die folgenden „Wartungshinweise“ auch nicht nur auf das Fahrzeug beschränkt: „Eine nicht belastende Ernährung mit leicht verdaulichen Nahrungsmitteln trägt dazu bei, die für eine sichere Fahrt notwendigen Reflexe und Konzentration beizubehalten.“ Das ist unbestreitbar richtig und auch was die technische Seite des Jobs anbelangt, lohnt das Studium des Handbuchs.

Vorschriftsmäßige Wartung wichtig

Andreas Bettschen, bei Iveco für das Technische Helpdesk Deutschland/Österreich/Schweiz zuständig, nennt einige Beispiele: „Gerade zur kalten Jahreszeit hin ist es wichtig, sich an die vorschriftsmäßige Wartung zu halten. Das betrifft Kondenswasser in der Luftanlage ebenso wie etwa den Pollenfilter: Der setzt sich im Frühjahr und Sommer mit Pollen voll und mit der Feuchtigkeit im Herbst verstopft er dann vollends. Türschlösser ölen oder einfetten ist sicher auch kein Schaden, und dann haben wir noch die Themen Standheizung und Klimaanlage. Fahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen wie Biodiesel betrieben werden, haben für die Standheizung einen kleinen Zusatztank. Der ist beispielsweise im Frühjahr noch ein Viertel voll, die Sonne knallt drauf und das Heizöl zersetzt sich: Da wird häufig nicht dran gedacht und beim ersten Einsatz im Winter gibts dann ein Problem.

Bei der Klimaanlage denken viele nicht daran, dass die nicht nur zur Kühlung da ist, sondern auch zum Trocknen der Luft. Dafür sollte die Anlage auch im Winter ab und zu laufen - das ist nicht zuletzt auch zur Erhaltung der Funktionstüchtigkeit wichtig. In der heißen Jahreszeit wiederum sollten beim Fahren mit Klimaanlage die Fenster geschlossen bleiben und die Frischluftzufuhr über die Belüftungsdüsen geregelt werden.“ Nachlässigkeiten stellt er immer wieder auch im Zusammenhang mit der SCR-Abgasreinigung fest. Iveco hat zwar mit zusätzlichen Aufklebern und abschließbaren Adblue-Behältern „nachgerüstet“, aber es gibt noch eine weitere, wenig bekannte Fehlerquelle: „Adblue hat ein Verfallsdatum. Bei zu langer oder falscher Lagerung wird das Mittel unter Umständen unbrauchbar, was zu kostspieligen Folgeschäden führen kann.“

Italienisches Display führte zu Ärger

An eine denkwürdige Begegnung anderer Natur erinnert sich dagegen Iveco-Pressemann Manfred Kuchlmayr: „Auf einer Roadshow haben wir mal einen Fahrer angesprochen, der aber direkt mit dem Kommentar abgewunken hat: ,Mit eurem italienischen Display könnt ihr mir eh gestohlen bleiben. Dem hatte mal jemand die falsche Sprache eingestellt und er wusste offenbar nicht, wie man das ändert ...“

Ein Manko des Iveco-Handbuchs ist aber das lieblose Stichwortverzeichnis, das stur zu den Überschriften der einzelnen Unterkapitel führt. Unter „A“ zum Beispiel findet sich kein Seitenverweis zum „Anfahren“, stattdessen so kryptische Stichpunkte wie „Alle sechs Monate“ - was übrigens zur Kontrolle des Pollenfilters führt. Und wer kommt schon auf die Idee, unter „D“ wie „Die Philosophie der programmierten Wartung“ nachzuschauen, wenn er Klärungsbedarf zu den Serviceintervallen hat? Das ist wenig zielführend und sollte Iveco längstens mit der Einführung der Euro-6-Generation eine „überarbeitete Auflage“ Wert sein.

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9. November 2011
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