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Iveco: Neues Gesicht für den Eurocargo

Neue Fahrerhäuser, zwei überarbeitete Einstiegsmotoren und eine Erdgasvariante mit 204 PS kennzeichnen die jüngste Generation der leichten bis mittelschweren Lkw-Baureihe Eurocargo von Iveco.

An traditionsreichem Ort präsentierte Iveco seine neue Verteiler-Baureihe Eurocargo: Im italienischen Brescia, dort, wo der Eurocargo 1991 erstmals vom Band lief. Die ehemals 1903 gegründete Fabbrica Automobili Roberto Züst, 1928 umgewandelt in OM, wurde 1968 von Fiat gekauft. OM gehörte 1975 zu den Gründungsmitgliedern der Iveco, die dieses Jahr 40 Jahre alt wird.

Zurückgehendes Segment

Dem Eurocargo misst Iveco eine zentrale Stellung innerhalb seines Nutzfahrzeug- Programms bei, wenn auch das Segment klassischer, leichter Verteiler-Lkw in den vergangenen Jahren strukturbedingt generell rückläufig war. Weil im Werk Brescia die Produktion seit einiger Zeit sinkt, sollen bis zum Jahr 2016 etwa 600 Mitarbeiter im nahen Werk Suzzara, wo die erfolgreichere Daily-Baureihe gefertigt wird, tätig sein.

Nähe zur Daily-Baureihe

Nach der Umstellung auf Euro-6-Motoren vor etwa zwei Jahren haben die Italiener nunmehr ihre Verteiler-Baureihe überarbeitet. Außen rückt der Eurocargo mit seiner Richtung Frontscheibe angewinkelten Kühlermaske und den durchgehenden Konturen näher an die Daily-Baureihe. Neu gestaltet sind ebenso Stoßdämpfer und Windabweiser, in die Scheinwerfer mit verändertem Layout ist LED-Tagfahrlicht integriert. Nimmt die Verbundenheit zum Transporter durch das neue Design insgesamt zu, verliert der Eurocargo jedoch gleichzeitig seine Familienähnlichkeit zum schwereren Stralis. Alle Maßnahmen zusammen, verspricht Iveco, verbessern den Cw-Wert um zwei Prozent.

Vielseitiges Programm

In Sachen Kabinen-Formate und Radstände setzen die Italiener auf Bewährtes: Mit einer oder zwei Eintrittsstufen gibt es Fahrerhäuser mit kurzem oder langem Flachdach sowie langem Hochdach und eine Doppelkabine. Hinzu kommen sechs unterschiedliche Radstände, Einfach- oder Zwillingsbereifung an der Hinterachse und eine 4x4-Offroadvariante für den Bau. Bezogen auf Bremse und Federung unterteilt sich das Angebot in eine hydraulisch-pneumatische Bremse für die 7,5- bis 10-Tonner und ein ausschließlich pneumatisches System für die 11- bis 18-Tonner. Die Federsysteme unterteilen sich in Parabel-, halbelliptische und Vollluft-Federung.

"SCR-only"-Strategie

Beim Antrieb setzt Iveco auch weiterhin auf die "SCR-only"-Strategie. Die Tector-5- und 7-Motoren arbeiten bei der Abgasnachbehandlung ausschließlich mit SCR und einem Dieselpartikelfilter mit kontinuierlicher Regeneration - ohne Abgasrückführung. Die Vor- und Nachteile dieser Art von Abgasnachbehandlung sind bekannt: Ein leicht reduzierter Kraftstoffverbrauch bei einem etwas erhöhten Adblue-Konsum. Wobei sich das System im partikelträchtigen innerstädtischen Verkehr sicher bewährt.

Tector 5- und Tector 7-Motoren

Das Motoren-Angebotdes neuen Eurocargo setzt sich aus den Vierzylinder-Aggregaten der Tector-5-Reihe mit 4,5 Liter Hubraum und 160, 190 oder 210 PS sowie den Tector-7-Motoren mit sechs Zylindern, 6,7 Liter Hubraum und 220, 250, 280 oder 320 PS zusammen. Hinzu kommt ein Erdgasantrieb mit 204 PS und einem maximalen Drehmoment von 750 Nm.

Für den Stadtverkehr optimiert

Überarbeitet haben die Italiener die Tector-5-Motoren mit 160 und 190 PS. Sie verbrennen mit einer veränderten Kolbenmulden-Geometrie, neuen Injektoren und einem schneller ansprechenden Turbolader. Dadurch erhöht sich das Verdichtungsverhältnis von 17:1 auf 18:1. Ergebnis ist eine um acht Prozent höhere Drehmomentabgabe unterhalb von 1.200 Umdrehungen in der Minute, die jeweilige maximale Leistung ist bei 2.200 statt wie bisher 2.500 Touren abrufbar.

Bedarfsgerechte Lüfter-Steuerung

Der Motorlüfter besitzt eine bedarfsgerechte, zweistufige Steuerung, die per Elektronik die Leistung an die Kühlerfordernisse anpasst. Einen verringerten Kraftstoffverbrauch verspricht sich Iveco ebenso von synthetischen Leichtlaufölen für Motor, Achsen und Getriebe. Dies gilt im automatisierten Getriebe ebenso für den "Eco-Switch"-Modus mit veränderter Schaltstrategie und die Freilauf-Funktion "Eco-Roll". Grundsätzlich hat der Eurocargo-Kunde die Wahl zwischen automatisierten Getrieben mit sechs oder zwölf Gängen und Schaltgetrieben mit sechs und neuen Gängen. Für Kommunalfahrzeuge steht zudem eine Wandler-Automatik von Alison zur Verfügung.

Technik vom Stralis

In der Kabine profitieren die neuen Verteiler stark von der Technik des Stralis. Das gilt nicht nur für das Lenkrad mit einer Reihe von Bedienelementen beispielsweise für Klimaanlage, automatisiertes Getriebe, Scheinwerfer oder Audio-Geräte, sondern auch für die Assistenzsysteme, von denen einige ab November 2015 verpflichtend sind. Dazu gehören beispielsweise Spurhalteassistent und Notbremsassistent.

UTP Telematic Box

Den Armaturenträger hat Iveco komplett erneuert. Etwa in der Mitte der Frontscheibe neben der Kamera für den Spurhalte-Assistent lässt sich dank USB-Ladebuchsen eine Smartphone-Halterung anbringen. Auf Wunsch liefert Iveco seine "UTP Telematic Box", erweiterbar durch ein "Driver-Linc-Display" oder GPS-Navigationssystem.

Wuchtige Mittelkonsole

Weiter unten im Armaturenträger verläuft eine breite Tastenleiste. Die ausladende Mittelkonsole bietet eine Halterung für große Flaschen, eine 12-Volt-Steckdose und bei Bedarf einen Druckluftanschluss. Die Aufpreisliste bietet ebenso einen luftgefederten Fahrersitz mit verstellbarem Gurt, Sitzheizung, und belüfteter Sitzfläche.

Das Motorenprogramm

Tector 5
Hubraum: 4,5 Liter
Leistung. 160/190/210 PS (118/137/152 kW) bei 2.200/min
Max. Drehmoment:     680/700/750 Nm bei 1.000/1.000/1.400/min
Tector 7
Hubraum: 6,7 Liter
Leistung: 220/250/280/320 PS (162/185/206/235 kW) bei 2.500/min
Max. Drehmoment: 800/850/1.000/1.100 Nm bei 1.250/min

Andreas Wolf lastauto omnibus

Autor

Foto

Andreas Wolf

Datum

21. September 2015
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