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ITTM Lauf 3 in Perleberg: Spaß 2.0

Das Areal des ehemaligen sowjetischen Flugplatzes bei Perleberg an der Elbe war Austragungsort des dritten Laufs zur ITTM.

„Hauptkommissar“ Tommy ist angepiekst. Grund: Die Sonntags-Wertungsliste in der Klasse S2. Ausnahmslos „Nuller“ machten das Halbzeitergebnis vom Samstag auch zum Endergebnis. „So ein Mist. Dabei dachte ich, ich hätte gut ausgesteckt,“ ärgert sich der gewichtige Mann in Rot auch über Sprüche von „Aldi-Parkplatz-Sektionen“.

Künstliche Hindernisse
 

Dabei war es gar nicht so einfach, in diese topfebene Landschaft so etwas wie selektive Trial-Bedingungen einzupflanzen. Lediglich ein paar Hügel und Gräben plus einiger Bäume, sonst Teile einer Moto Cross-Strecke, bieten ein paar topografische Vorgaben. Deshalb hatten die Helfer des Truck Trial Club Deutschland (TTCD) im DMV tagelang mit dem Radlader gewerkelt, Löcher ausgehoben, Dinge aufgehäuft, künstliche Hindernisse aus Rohren, Reifen, Rundhölzern und Betonplatten konstruiert.
Am Ende bietet sich den Besuchern und den 24 angereisten Teams ein recht spannendes Gelände der kurzen Wege. Dazu alle S-Klassen besetzt und P1-Team Bülles im Bäumchen-wechsle-dich-Doppelstart, bestes Wetter und eine auffallend entspannte Atmosphäre wie schon bei den ITTM-Läufen zuvor bilden beste Voraussetzungen für eine Menge Spaß.
„Spaß“ ist denn auch das meistgesprochene und -gehörte Wort an diesem Wochenende mit einem fast zu heftig geratenen Samstagabend-Lagerfeuer.

Spaß im Mittelpunkt
 

Können Elke und Jürgen Kottkamp ihren Samstagsvorsprung in der S2 bis zum Finale retten (Grund siehe oben), gelingt anderen „Halbzeit-Siegern“ dies nicht. Ausgerechnet der sportliche TTCD-Vorstand mit der Start-Nummer 507, Stefan Schoder und Olaf Grätz, rammeln in Führung liegend den Ford-Oldie  am Sonntagnachmittag in Sichtweite des Laufsieges auf einem Stein fest – Abbruch, jede Menge Strafpunkte und Platz fünf sind die unausweichliche Folge.
 
Am entgegen gesetzten Ende des Regelwerks, in der kleinen Klasse S1, retten Sven Schulze und Susanne Köllner (Team 4x4 Aupitz) ihren Vorsprung zu einem erneuten Sieg und sind jetzt klare Favoriten auf den ersten ITTM-Titel. Ihnen im Differenzial sitzen mit Franz Jochen und Magnus Reinwarth allerdings zwei nicht zu unterschätzenden Teamkameraden.

Rolf Kempf hadert

Geht der Sieg in der S2 an die Kottkamps, so hadert der Vechteraner Unimog-Pilot Rolf Kempf nicht nur mit besagtem Aldi-Parkplatz. Schließlich hat er sich im vierten Abschnitt am Samstag selber so heftig eingeschenkt, dass er diesem Rückstand hinterher hechelt. Für den Sieger des ersten Laufs bleibt damit nur Platz drei hinter Markus Hey, der mit Frank Schröder erneut einen neuen  Beifahrer an der Seite hat.

Preis für Sportlichkeit

Gäbe es einen Extrapreis für Sportlichkeit, Kathrin und Roland Ott hätten ihn in Perleberg verdient. Das Paar, unterwegs im Ex-Bräutigam IFA W 50 („Yellow Submarine“) lädt am Samstag spontan die einzigen S3-Kontrahenten Jan Stendike/Sven Schumann zum Doppelstart ein, als deren GAZ 66 einfach nicht laufen will. Stendike/Schumann häufen allerdings im ungewohnten Gefährt mehr als doppelt so viele Strafpunkte wie Ott/Ott an. Diesen Rückstand können sie auch mit dem wiederbelebten GAZ am Sonntag nicht mehr aufholen.
 
Der Papierform nach ist die Situation klar: Adam Stanek und Martin Vlk, über mehr als 1.200 Kilometer aus dem Osten der Tschechischen Republik hierher angereist, haben schon den ersten Lauf glasklar für sich entschieden, mussten allerdings in Krasna Lipa gegen die starke nationale Konkurrenz Federn lassen. In Perleberg trafen sie erneut auf den im Doppelstart eingesetzten ZIL von Jan Stendike bzw. Maik Lindemann. Letzterer lag am Samstag klar vorne und der Hightech-Tatra der Tschechen auf dem dritten Rang. Als sich aber sowohl Stendike als auch Lindemann am Sonntag jeweils einen Ausrutscher (sprich: vergeigte Sektion) leisteten, war der Weg zu einem erneuten Weg für die sympathischen Tschechen frei.

Steini hat ein Rad ab

Welch Voraussetzungen in der großen Klasse: Mit erneut zehn Teams fett besetzt, liegen am Samstagabend gleich sieben Konkurrenten weniger als 200 Strafpunkte auseinander. Vorne zur Halbzeit wie beschrieben Graetz/Schoder vor Steinbach/Hiller vom veranstaltenden Team aus Seehausen. Während Graetz/Schoder sich wie beschrieben bis zum Nachmittag vorne halten, muss „Steini“ Steinbach das Ex-Graetz-Tatra-Flacheisen mit einem abgebrochenen Vorderrad in Sonntags-Sektion eins parken. Das Beinchen vorne links muss komplett amputiert werden! Reihum schenken sich die S5er gegenseitig nichts, dafür aber sich selber ein.
Am besten kommt am Ende einer durch, der früher einmal Sozius auf dem großen Auto war, bevor er in den kleinen Klassen eine erfolgreiche Fahrerkarriere startete: Christoph Kassen ist in Perleberg für das Duisburger HK-Team als Ersatz für den Rallye-Breslau-verhinderten Patrick Töpfer angeworben worden. Zusammen mit dessen Co Torsten Ruppelt fährt Kaßen mit dem ungewohnten Gerät sogar „Nuller“ und verweist am Ende einen weiteren Ersatzmann auf Platz zwei. Der heißt Hermann Kreyenberg und ist aus dem Trial-Ruhestand als Teamchef wieder hinters Lenkrad geklettert – als Ersatz für die Töpfer-Rallye-Copilotin Inga Budde!

Wrucki allein zu Haus

Das Treppchen komplettiert der Landsberger Tatra-Fahrer Benno Winter und Team. Nur diese drei Teams bleiben in der S5 unter 1.000 Strafpunkten. Bemerkenswert die Leistung von Wolf-Peter Wruck. Der Tatra-Treter aus Salzwedel beendet den Wettbewerb auf Platz sieben – ohne Beifahrer allein zu Hause in der Riesen-Hütte des 813-Schlachtschiffs!
 
Die ITTM wird am 22. und 23. September in Elbingerode im Harz fortgesetzt, bevor das Finale am ersten Oktober-Wochenende im Tschechischen Kladno steigt. Der „Trial-Spaß 2.0“ ist in seine zweite Saisonhälfte eingebogen!

Autor

Foto

Jörg Hornickel

Datum

5. Juli 2012
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