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Offensive Mittelstand: Abläufe auf den Prüfstand

Die "Offensive Mittelstand" hilft Unternehmen, ihre Prozesse zu verbessern. Auch KEP-Dienste könnten davon profitieren.

Erfolg ist kein Zufall. So lautet der Slogan der "Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland", initiiert vom Bundesministerium für Arbeit. Der Mittelstand ist der Motor für Ideen in Deutschland. Mehr als drei Millionen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unter anderem aus der KEP-Branche sind die treibende Kraft für Wachstum, Innovation und Beschäftigung. So wundert es nicht, dass KMU hierzulande rund 70 Prozent der Arbeitsplätze und sogar 80 Prozent der Ausbildungsplätze anbieten.

Der Offensive Mittelstand besteht aus 50 Partner

Der Mittelstand ist wichtig für Deutschland, daher arbeiten in der "Offensive Mittelstand" mehr als 50 Partner aus Fachverbänden, Ministerien, Unfallversicherungsträgern, Krankenkassen und Unternehmen zusammen, um dessen Erfolgsaussichten zu verbessern. Die Ziele der Offensive sind es, die Handlungsbedingungen für gute Mittelständler zu fördern und Unternehmen zu helfen, ihre Prozesse präventiv und innovativ zu gestalten. Damit sollen möglichst viele Unternehmen im Wettbewerb bleiben können und gleichzeitig ihr Image als Motor für Innovationen gestärkt werden.

Die Offensive Mittelstand hat dazu den Leitfaden "Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall" entwickelt, der kostenlos im Internet erhältlich ist. Darin beschreibt sie, was Mittelständler erfolgreich macht. Der Leitfaden hilft, die großen Herausforderungen, vor denen auch der Mittelstand steht, anzugehen und zu meistern.

Immer härter wird der Wettbewerb um die Besten und Klügsten

Der Wettbewerb um die Besten und Klügsten hat bereits begonnen und wird immer härter. Grund dafür ist die immer älter werdende Bevölkerung. Erfolgreich werden nur die Mittelständler, die ihr Unternehmen systematisch und gesund entwickeln. Dazu ist eine Kultur des Vertrauens und der Wertschätzung erforderlich. Zudem darf die Innovationsfähigkeit nicht nur eine Angelegenheit der Spitzen-Mittelständler, der sogenannten Hidden-Champions, sein. Innovationen entstehen nicht durch Zufall, sondern durch klare Strategien und gezielte Planung.

Die Offensive hat das Analyse-Instrument "Mittelstands-Check: Erfolg ist kein Zufall" erarbeitet, mit dem jeder Mittelständler schnell und einfach seine Verbesserungspotenziale erkennen kann. Dieser Selbst-Check fasst die Erfahrungen erfolgreicher Unternehmen sowie die Erkenntnisse wissenschaftlicher Forschung zusammen. Der Soll-Ist-Vergleich soll beispielsweise helfen, Beschäftigte zu motivieren und an das Unternehmen zu binden – angesichts des drohenden Fachkräftemangels ein wichtiger Faktor.

Etwa 90 Minuten dauert der Check

Die Initiative hat elf Themen zusammengestellt, die sich wie ein Werkzeugkasten nutzen lassen. Man kann sich einzelne Punkte auswählen oder den Check von vorne nach hinten durchgehen. Das nimmt etwa 90 Minuten Zeit in Anspruch. Hat ein Unternehmer wegen seines hohen Arbeitspensums nicht die Zeit, sich damit zu befassen, kann er sich gezielte Unterstützung von außen holen. Die Offensive Mittelstand hat Berater autorisiert, die helfen können, eine Potenzialanalyse vorzunehmen. Möglich ist es, eine kurze Anfangsunterstützung oder kontinuierliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Einer dieser Berater ist Heiko Helmke, der 15 Jahre in der Transport- und Logistikbranche gearbeitet hat und seit vier Jahren selbstständig als Unternehmer-Coach tätig ist. "Es ist sehr nützlich, einmal über den eigenen Kirchturm hinaus zu schauen", sagt er. Wer seine Dienste nutzen will, bekommt zunächst alle Informationen telefonisch erläutert. Helmke gibt dabei Tipps zur Umsetzung. Sie ist kostenlos und kann bis zu 30 Minuten dauern. In einem nächsten Schritt begleitet er die Unternehmen beim kompletten Check und hilft ihnen, die Erkenntnisse daraus kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls einzelne Punkte neu zu bewerten. "Die Unternehmer erhalten so konkreten Input und es werden exakt die Maßnahmen erarbeitet, welche dem Unternehmen wirklich helfen", erläutert der Berater.

In kleinen Gruppen vermittelt Helmke die Inhalte der Checks

Gemeinsam werden konkrete Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet, realisiert und deren optimale Reihenfolge für die Umsetzung festgelegt. In halbtägigen Seminaren mit bis zu acht Teilnehmern vermittelt Helmke unternehmensbezogen die Inhalte des Checks. Er wird abschließend mit einem INQA-Zertifikat dokumentiert.

Die Themen befassen sich unter anderem mit der Personalentwicklung, Kostenoptimierung oder Kundenpflege. Abgefragt wird etwa, ob das Unternehmen regelmäßig mit jedem Beschäftigten Gespräche über dessen Leistungen und Entwicklungsmöglichkeiten führt, ob es eine klare Vorstellung darüber hat, wie gearbeitet und miteinander umgegangen werden soll oder ob es ein Verfahren gibt, mit dem sich Kundenbedarfe erkennen lassen. Ziel ist es etwa, Zahlungsein- und -ausgänge sowie die Kapitalverfügbarkeit zu steuern und zu überwachen, sodass jederzeit ein solides Wirtschaften möglich ist. Unter jedem Punkt finden sich zahlreiche Beispiele und Anregungen, was sich ändern lässt.

"Wer einmal seine Abläufe auf den Prüfstein stellt, lernt schnell, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", resümiert Helmke. Gerade Unternehmen der KEP-Branche würden erst auf ihn zukommen, wenn es kaum noch Handlungsspielräume gibt. Erfolg ist eben kein Zufall.

Infos

Insgesamt hat die INQA-Offensive Mittelstand 190 Praxishilfen zusammengestellt. Informationen zum Leitfaden und Check gibt es im Internet unter www.offensive-mittelstand.de oder www.der-helmke.de.

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Datum

13. April 2012
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