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Fahrer unter 25: Ron Bernard im Gespräch

Die eintönigkeit seines letzten Berufes war Ron Bernard zu träge. Nun kann er als Fernfahrer endlich seinen Traum ausleben.

Warum Fahrer?

Mein Vater ist Lkw-Fahrer bei einer Möbelspedition, jede freie Minute war ich mit ihm im Lkw unterwegs. Eigentlich wollte ich beruflich etwas ganz anderes machen und habe zuerst eine Lehre als Kfz-Mechatroniker begonnen und auch beendet. Aber dann habe ich gemerkt, dass ich immer im selben Gebäude bin. Das ist nichts für mich. Also habe ich mich über das Internet bei Nobilia beworben und nach einem zweiwöchigen Praktikum die Lehre zum Berufskraftfahrer begonnen. Die konnte ich dann verkürzen.

Einsatzgebiet?

Wenn wir auf den Hof kommen, sind unsere Auflieger bereits vorgeladen. Im Schnitt haben wir 15 komplette Küchen dabei. Das sind elf Tonnen Gewicht oder, für uns entscheidend, bis zu 800 Teile. Unsere Arbeit ist im Vergleich zum normalen Fernverkehr schon sehr speziell. Zunächst sind wir immer mit zwei Fahrern auf dem Lkw. Und dann ist es Teil unseres Jobs, die Küchen bei den Kunden zu entladen, mal an der Rampe eines Lagers oder mal per Hand vor einem Küchenstudio.

Lieblingstour?

Die Touren bei uns sind sehr abwechslungsreich, etwa 60 Prozent innerdeutsch, 40 Prozent ins Ausland. Wir sind viel in Österreich, der Schweiz, in Belgien und in Dänemark. Am liebsten fahre ich nach Namur in Belgien. Dort hat einer unserer Kunden mit etwa 30 Filialen sein großes Zentrallager. Das sind viereinhalb Stunden reine Lenkzeit. Die Leute dort sind sehr freundlich. Nach rund dreieinhalb Stunden ist der Auflieger leer und dann fahren wir wieder zurück.

Größtes Missgeschick?

Als ich das erste Mal alleine auf Tour war, wollte ich auf dem SVG-Autohof Düsseldorf an der A  46 übernachten. Dort war es ziemlich voll. Ich habe ein Parkticket gezogen, bin aber irgendwie nicht an den stehenden Lkw vorbeigekommen und habe das Kartenhäuschen leicht touchiert. Sonst ist mir zum Glück noch nichts passiert.

Das schöne am Job?

Je länger ich den Fahrerberuf ausübe, desto mehr wird mir klar, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Das Fahren macht mir richtig viel Spaß. Woran ich mich am Anfang gewöhnen musste, ist die körperliche Arbeit. Ich habe in der Ausbildung auch all die Tricks und Kniffe gelernt, wie man so einen kompletten Zug richtig entlädt. Am Ende der Woche kommen da schon bis zu 50 Tonnen zusammen. Der große Vorteil dabei ist: Ich muss nach der Arbeit nicht ins Sportstudio.

Freundeskreis?

Meine Freunde wussten schon, dass ich über kurz oder lang doch Berufskraftfahrer werden würde. Und sie stehen voll hinter mir. Das Wochenende bin ich in der Regel daheim, um etwas mit ihnen zu unternehmen. Manchmal komme ich auch erst am Samstag rein. Auf alle Fälle habe ich mehr Spaß als in meinem ersten Lehrberuf.

An meinem Job Stört mich..

dass sich immer mehr Verkehrsteilnehmer auf den Autobahnen aggressiv gegenüber uns Lkw-Fahrern verhalten. Jeder denkt nur an sich. Und richtig Sorgen macht mir, dass immer mehr Fahrer so dicht auffahren, etwa auf der A  2. Uns von Nobilia kann das nicht mehr passieren. Denn alle unsere neuen Lkw sind mittlerweile mit den jeweils modernsten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet.

Zukunft?

Ich bin hier in einem krisensicheren Unternehmen als Berufskraftfahrer angestellt, das ist schon mal das Allerbeste, was mir passieren konnte. Mein Lehrer in der Berufsschule hat zwar gesagt, ich hätte mich verschlechtert, aber das sehe ich persönlich überhaupt nicht so.

Der Ausbildungsbetrieb

Nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG

Adresse: Waldstr. 53-57, 33415 Verl
Telefon: 05246/508-0
Internet: http://www.nobilia.de
Fuhrpark/Fahrpersonal: 150 moderne Fernverkehrs-Sattelzugmaschinen von MAN, Mercedes-Benz, DAF und Scania, 550 einachsige Möbelkoffer ohne Hebebühne, 300 Fahrer in Doppelbesatzung
Einsatzbereich: nationale und europaweite Möbelauslieferung
Fahrerausbildung: seit 2008, derzeit 8 bis 10 Auszubildende pro Jahrgang
Ausbildungsmöglichkeiten: Einsatz im Fuhrpark bei Nobilia,
Kooperation mit Mercedes-Benz und Hersteller WEKA (Auflieger) im Bereich Werkstatt
Zuständige Berufsschule: Carl-Severing-Berufskolleg, Bielefeld
Voraussetzung für Bewerbung: Ausbildung ab 16 Jahre möglich, nach vorheriger erster Ausbildung auch bis Mitte 20
Praktikum für Interessenten: Auf Anfrage möglich
Ansprechpartner: Klaus Hartmann, Klaus_Hartmann@nobilia.de

Autor

Foto

Jan Bergrath

Datum

14. Dezember 2015
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