Kooperation, Brand, Log Zoom

Kooperation: Noch Platz in der Runde

Brandlog ist spezialisiert auf Konsumgüterlogistik und versteht sich als Vertriebsplattform für seine mittelständischen Gesellschafter. Die suchen für ihr Netzwerk weitere Partner.

Alles, was eine Konzernspedition kann, können Mittelständler auch, sogar näher am Kunden – wenn sie sich richtig vernetzen. Unter diesem Vorsatz arbeiten derzeit acht mittelständische Logistiker unter dem Dach der Kooperation Brandlog im Bereich Teil- und Komplettladungen zusammen. Als regionale Marktführer bringen sie die Nähe zum Kunden und mit eigenen Fahrzeugen ausreichend Flexibilität mit, als Zusammenschluss haben sie ein flächendeckendes Netzwerk anzubieten. Entscheidend ist aber auch das "Du"in der Kommunikation untereinander – das garantiert kurze Abstimmungswege und schnelle Entscheidungen. Noch ist Platz in der Runde – um ihr Netz zu optimieren, suchen die acht noch vier bis sechs weitere Partner.

Eine Teilpartie gehöhrt nicht mehr ins Sammelgut

Warum braucht es überhaupt eine gesonderte Kooperation für den Teil- und Komplettladungsverkehr? Ramon Walter, Leiter Nationale Verkehre der Honold-Gruppe aus Neu-Ulm und neuer Beiratsvorsitzender der Brandlog, sagt es kurz und bündig: "Weil eine Teilpartei heute nicht mehr ins Sammelgut gehört."Laut Walter wollen die Kunden heute auch Teilladungen in einem hochverfügbaren und einfachen System abgewickelt sehen – und einfach sei Sammelgut mit den diversen Umschlagpunkten, mit den vielen Beteiligten eben nicht. "Wir bei Honold haben uns daher entschieden, die Produktschiene Ladungsverkehr zu straffen. Aus diesem Grund sind wir Brandlog beigetreten."

Der Honold-Vertrieb bietet die strukturelle Abwicklung von Teil- und Komplettladung über Brandlog sogar als eigenständiges Produkt an. Damit sind laut Walter auch diejenigen Verlader leichter zu überzeugen, die bislang nur in Richtung Sammelgut denken. "Der Vorteil für unsere Kunden ist außerdem, dass wir ihnen gewisse Frachtvorteile durchaus mitgeben können."Der Vorteil für den Logistikdienstleister liegt nicht zuletzt darin, dass die eigenen Kapazitäten im Fuhrpark und auch im Lager besser ausgelastet sind.

Mehr als 25.000 Ladungen pro Jahr

Brandlog, 2007 als Ladungskooperation gegründet, wickelt heute mehr als 25.000 Ladungen im Jahr gemeinschaftlich ab. Dr. Christoph Helmke hat den Zusammenschluss mitbegleitet und ist heute Geschäftsführer. Mit seinem Team organisiert er von Fulda aus die Arbeit der Kooperation und übernimmt die zentrale Abwicklung und Steuerung von Großaufträgen.

Die Kunden kommen vor allem aus dem Bereich der Konsumgüterindustrie und des Handels. Darauf hat sich die Kooperation spezialisiert – mit Absicht. Bei vielen der zumeist überregionalen, manchmal auch internationalen Ausschreibungen hätte ein Mittelständler allein weniger Chancen. "Aufgrund unseres Netzwerkes und der Struktur der einzelnen Unternehmen haben wir eine bedeutend größere Servicetiefe für die Kunden", sagt Brandlog-Geschäftsführer Helmke.

Brandlog wickelt auch Inhouse-Logistik ab

Ein Beispiel: Vier verschie­dene Gesellschafter übernehmen im Rahmen von Brandlog die Belieferung von SB-Warenhäusern in ihren Regionen. Hierfür hat Brandlog im Distributionszentrum des Kunden eigens eine Niederlassung eingerichtet. Von dort aus erfolgt die Marktbelieferung von Trockengut und Frischdienstwaren zwischen minus vier und plus acht Grad sowie Tiefkühlgut bis minus 24 Grad. Für den Kunden wickelt Brandlog auch die Inhouse-Logistik sowie das Yard-Management ab – alles rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche.

Für überregionale Kunden gilt das Motto "one face to customer"– ein Ansprechpartner für alle Belange, auch wenn mehrere Unternehmen an der Umsetzung eines Auftrags beteiligt sind. "Das fängt bei der Ausschreibung an, die zentral in Fulda eingeht«, erzählt Brandlog-Geschäftsführer Christoph Helmke. "Alle Service- und Preisgespräche mit dem Kunden laufen zentral über Brandlog, wir übernehmen auch die Auftragsannahme und das Ordermanagement."Darüber hinaus erstellt das Team auch neue Zustellkonzepte, etwa zum Thema Pufferung vor Feiertagen.

Service- beziehungsweise Zustellquote liegt bei mehr als 98,5 Prozent

Zentrale Steuerung, regionale Ausführung – die Vorteile spiegeln sich laut Helmke auch in der hohen Qualität wieder: die Service- beziehungsweise Zustellquote liege bei mehr als 98,5 Prozent. "Dazu trägt auch unser hoher Eigenanteil an eingesetzten Fahrzeugen bei – den Spotmarkt nutzen wir eigentlich nie."Zudem garantieren die Zentrale sowie die Gesellschafter ständige Erreichbarkeit, auch sonn- und feiertags.

Jeder Gesellschafter ist für einen Postleitzahlen-Bereich zuständig und übernimmt für dort die Aufträge. "Allerdings haben wir keinen starren Gebietsschutz«, erklärt Ramon Walter und Christoph Helmke ergänzt: "Für den Kunden heißt das, dass wir den für ihn günstigsten Preis nehmen können."

Brandlog sucht weitere Partner

Um das Netz zu optimieren, sucht die Kooperation weitere Partner – etwa in Bereichen Baden-Württembergs, in Mecklenburg-Vorpommern, rund um Nürnberg/Regensburg sowie Würzburg/Bamberg oder in Postleitzahl-Bereichen in der Region Bremen/Oldenburg oder Bielefeld-Osnabrück. 15 bis 18 Partner sind laut Ramon Walter die ideale Ausbaustufe für Deutschland.

Auch das Ausland ist im Blickfeld: Einen Partner in Italien gibt es schon, weitere Unternehmen werden auch in der Schweiz und Österreich gesucht – entweder als Gesellschafter oder als Franchisenehmer. Voraussetzungen, die die neuen Partner mitbringen müssen: inhabergeführt, Expertise in der Konsumgüterlogistik, mit entsprechendem Equipment.

Kombination von Ladungsnetzwerken sind geplant

Wenn die entsprechende Netzwerkdichte dann vorhanden ist, ist auch eine noch bessere Auslastung der Fahrzeuge etwa über Begegnungsverkehre und mehr möglich. "Auf bilateraler Ebene zwischen je zwei Unternehmen funktioniert das schon", erklärt Helmke. Weitere strategische Ziele sind etwa die Kombination von Ladungsnetzwerk, Stückgutnetzwerk und Lagerleistungen. Bis 2016 will die Kooperation dann einen Umsatz von 32 Millionen Euro erzielen – und international nicht nur Logistik, sondern auch Lösungen für Markenprodukte anbieten. Ganz wie die Großen.

Die Kooperation

Brandlog wurde 2007 als Kooperation für Teil- und Komplettladungen und mit speziellem Fokus auf die Marken- und Konsumgüterindustrie gegründet. Gesellschafter heute sind  die Unternehmen Heinrich Dehn (Hamburg), Greilmeier (Schwindegg), Honold (Neu-Ulm), Hövelmann (Rees), Fritz (Heilbronn), Neukirchen (Langenfeld), Offergeld (Würselen) und Zufall (Göttingen). Die Kooperation selber beschäftigt 14 Mitarbeiter. Im Rahmen von Brandlog werden pro Jahr etwa 25.000 Ladungen umgeschlagen, der Umsatz 2012 betrug rund 17 Millionen Euro. Zusammen bieten die Partner 27 Standorte, rund 2.200 Fahrzeuge und etwa 330.000 Quadratmeter Logistikflächen.

Neuer Beiratsvorsitzender

Ramon Walter ist seit Juli neuer Beiratsvorsitzender der Kooperation Brandlog. Walter ist Leiter Nationale Spedition von Honold Logistik und folgt auf Werner Eckerle von Zufall Logistics. "Jetzt stehen erst einmal Einzelgespräche bei jedem Gesellschafter an", sagt er gegenüber trans aktuell. Seine Schwerpunkte bei Brandlog sieht er etwa in der Verbesserung der IT-Tiefe, um den Datenaustausch zwischen den Partnern zu verbessern und Track & Trace auf einer einheitlichen Plattform zu ermöglichen. Zudem soll der Erfassungsaufwand reduziert werden. "Damit wollen wir die Stückgutprozesse auf den Ladungsverkehr umkehren." Außerdem will sich Walter dem Bereich Controlling widmen.

Ilona Jüngst

Autor

Foto

Brandlog

Datum

19. September 2013
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