8. Deutschlandfahrt 2004 - Hauptstadt-Tour 37 Bilder Zoom

Historische Deutschlandfahrt: Hauptstadttour 2004

Ein bisschen fremd, fast schon exotisch präsentierten sich damals die neuen EU-Mitglieder östlich von Deutschland. Der eiserne Vorhang hatte die Völkerverständigung viele Jahre behindert. Aber er hat auch alte Bausubstanzen und Strukturen früherer Jahrzehnte erhalten.

Neugierig machte der Ostenschon. Der Tourist, zumal der Westeuropäer, kennt alle Länder von Schweden bis Spanien. Doch schnell wird sein geografisches Wissen auf die Probe gestellt, wenn er versucht, sich bei unsren östlichen Nachbarn zu orientieren: Wie heißt die Grenzstadt zur Tschechischen Republik? Welcher Fluß fließt durch Prag? Wie weit entfernt ist Bratislava?

Die Deutschlandfahrten haben sich immer zum Ziel gesetzt, Neuland zu erkunden. Fahrten mit den sympathischen Nutzfahrzeug-Veteranen nach England, nach Italien, nach Skandinavien oder nach Frankreich brachten den Teilnehmern immer wieder neue Erkenntnisse über Land, Leute und die Nutzfahrzeugbranche. Sie dienten der Völkerverständigung und warben mit Hilfe der historischen Schätzchen für Sympathie im Straßenverkehr. Neues zu sehen, das ist auch auf dieser achten Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge das Ziel gewesen. Die Veranstaltung verbindet wichtige Metropolen und Landschaften miteinander und zieht die Spuren historischer Verkehrsströme nach.

Prolog und Treffpunkt war der der 9. September 2004 vor den Kulissen und Einrichtungen des Filmpark Babelsberg. Hier versammelten sich 60 alte Fahrzeuge, darunter erstmals drei Krafträder, standesgemäß zur Hauptstadttour. Sie kommen aus England, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und natürlich aus allen Teilen Deutschlands. In den Kulissen der Filmstadt wurden sie von den Organisatoren empfangen und vom Reifenhersteller Michelin zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.

Am Freitag, den 10. September fand in Berlin die große Startveranstaltung statt. Total und AS24, an deren Tankstellen die Teilnehmer ihren Kraftstoff erhalten, hatten diese Startveranstaltung arrangiert. Das Meilenwerk ist ein restauriertes Straßenbahndepot mitten im Herzen Berlins und dient vor allem für Oldtimer Veranstaltungen. Nicht nur die Deutschlandfahrt startet hier, auch bedeutende PKW-Rallyes wie etwa die AvD 2.000 Kilometer durch Deutschland sind regelmäßig Gast im Meilenwerk. Die Startflagge wurde von Dr. Kunibert Schmidt gehisst, dem Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie. Der VDA ist der Schirmherr der Veranstaltung. Mit von der Partie waren natürlich ETM-Geschäftsführer Jörg Mannsperger sowie die Tourorganisatoren Robert und Joachim Fehrenkötter und Vertreter von total sowie Daimler Chrysler.

Nachdem sie verabschiedet wurden setzten sich die alten Omnibusse und LKW in Richtung Dresden in Bewegung. Auf Ihrer Fahrt Richtung Südosten benutzten sie historische Handelsrouten, die schon vor hundert Jahren dem Transport dienten. In Dresden versammelten sie sich vor der Semper-Oper, wo sie von der Daimler-Chrysler-Niederlassung begrüßt wurden. Der große traditionsreiche Nutzfahrzeughersteller sorgte auch für die notwendigen Transportgelegenheiten in Form eines Busshuttles. Übrigens: An diesem Tag wurde die neue A-Klasse vorgestellt und die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, sie als Erstes zu bewundern. Zum Ausklang des ereignisreichen Tages waren die Teilnehmer Gäste im Arteum am Elbufer.

Die zweite Hauptstadt der Tour hieß Prag. Elbaufwärts führte die Route, welche die 60 Veteranen am Samstag, den 11. September, unter ihre betagten Räder nahmen. Dort in der traditionsreichen Stadt an der Moldau konnten sie die Parkplätze von PEMA nutzen. Der LKW-Vermieter mit seiner großen Niederlassung demonstrierte aber nicht nur damit seine Branchenverbundenheit. Er ludt die Teilnehmer am Abend zum Essen ein.

Am Sonntag war Fahrverbot – auch für die alten Nutzfahrzeuge. Das nutzte der Tross zur ausgiebigen Besichtigung von Prag auf Einladung der großen Sachverständigenorganisation DEKRA. Rechnet man Fernsehteams, Gäste und begeleitende Journalisten sowie die Organisation zusammen, machten sich mehr als 160 Menschen zu diesem Ausflug mit Mittagessen und anschließender Bootsfahrt auf den Weg. Fast wie im richtigen Fernfahrerleben mussten sich die Teilnehmer am Montag früh bereits um 5 Uhr aus dem Nachtlager quälen. Mehr als 500 Kilometer und gleich zwei europäische Metropolen standen an diesem 13. September auf dem Programm. Die Reise ging zunächst nach Bratislava in der Slowakischen Republik.

Dort trafen die Fahrzeuge gegen Mittag ein, eingeladen vom Heizofen-Hersteller Thorma und dem slowakischen Automobilclub. Nach kurzem Aufenthalt mit einem Imbiss mussten die Veteranen bereits weiter. Ihr Ziel für diesen Tag hieß Wien, wo sie von den Vertretern der größten europäischen Frachtenbörse Teleroute in Empfang genommen wurden. Nach einer solchen Gewaltfahrt brauchten Mensch und Material Ruhe. Die war gegeben am Dienstag, den 14. September. An diesem Tag standen die Kulturschätze auf dem Besuchsprogramm: Schloss Schönbrunn, der Stephansdom, Zentralfriedhof und Prater hießen die Anlaufstationen, bevor der Tag mit einem Heurigenbesuch ausklang.

Nicht ganz wo weit reisen musste der Tross am Mittwoch, den 15. September. Nur knapp 150 Kilometer entfernt liegt eine der berühmtesten Weingegenden Europas, die Wachau. Entlang der Donau reihen sich die bekanntesten Weinorte aneinander, die Gegend ist ein Sinnbild für kulinarische Köstlichkeiten. Fisch aus der Donau, Marillenknödel, erlesen Tropfen lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die Firma Krone, Hersteller von Anhängern und Aufbauten, ließ es sich daher nicht nehmen, die Besatzung der Fahrzeuge zum Weinfest in Dürnstein einzuladen.

Entlang der schönen Donau führte der Donnerstag, 16. September, die Kaelble, Krupp, Mercedes, Magirus, MAN und wie sie sonst noch heißen. Nunmehr ging es zurück Richtung Deutschland. Passau, genauer Eging bei Passau hieß das Ziel dieser Tagesetappe. Dort hatte Meuseburger, Hersteller von Spezialanhänger seine Fabrikation. Und dass man in Bayern war, zeigte die Einladung des Traditionsunternehmens auf seinem Werkgelände. Ein bayrischer Abend stimmt alle auf das südliche Bundesland ein.

Der 17. September war der vorläufige letzte Tag der Deutschlandfahrt. Er stand unter dem Zeichen des größten europäischen Herstellers für Nutzfahrzeugbremsen – Knorr-Bremse. In Aldersbach hatten die Teilnehmer Gelegenheit, eine der modernsten Bremsenfertigungen Europas zu besichtigen, bevor der Tross weiter zum Knorr-Stammwerk nach München rollte. Auch dort blieb es bayrisch – mit Bierzelt, Schmankerln und Blasmusik wurde das Tourende gefeiert. Doch ganz vorbei war die Deutschlandfahrt noch nicht, denn sie ist ein offizieller Programmpunkt der IAA Nutzfahrzeugmesse in Hannover vom 23. bis 30. September. So bewegten sich die LKW und Omnibusse im Epilog von München nach Hannover. Dort wurden sie sehr prominent im Bereich des Haupteingangs der Messe ausgestellt.

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

2. Dezember 2011
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