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Here, autonomes Fahren Zoom

Here bildet Allianz für autonomes Fahren: Entwicklung nimmt Fahrt auf

Kartenanbieter Here bildet Allianzen für das autonome Fahren. Auch ZF und Bosch punkten auf der Messe CES in Vegas.

Nachdem der Anbieter cloudbasierter Kartendienste Here gerade erst den Einstieg des Chipherstellers Intel in das Joint Venture verkündet hat, folgen bereits die nächsten Paukenschläge. Die künstliche Intelligenz für die Here HD Live Map soll künftig der Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen Nvidia beisteuern.


Dazu entwickelt das Gemeinschaftsunternehmen von Audi, BMW und Daimler auf Basis der Here HD Live Map eine Lokalisierungstechnologie, die auf der sogenannten Nvidia-Driveworks-Software aufsetzt. Jeder Autohersteller, der die Nvidia-Drive-PX-2-Plattform nutzt, könne davon profitieren, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Ziel der Software-Lösung ist es, Veränderungen im Straßenbild zu erkennen und die Karten über die Cloud entsprechend zu aktualisieren.


Nvidia arbeitet darüber hinaus auch mit dem Zulieferer ZF zusammen. Bei dieser Kooperation geht es um eine Künstliche-Intelligenz-Steuerung für autonome Pkw, Lkw und Industrieanwendungen. Pro AI nennt sich das System, wobei das AI für Artificial Intelligence (künstliche Intelligenz) steht.


Auf Grundlage der von Nvidia entwickelten Rechner-Plattform Drive PX 2 AI soll das System das komplette Umfeld des Fahrzeugs erfassen und verstehen. Daraus leitet Pro  AI die notwendigen Aktivitäten ab. Das System wird über die Cloud aktualisiert und kommuniziert mit anderen Fahrzeugen sowie der Infrastruktur. Vor allem das automatisierte beziehungsweise autonome Fahren soll davon profitieren. ZF plant ab 2018 die Serienfertigung.

Here Electronic Horizon

Doch zurück zu Here. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas stellte das US-Unternehmen außerdem die Software Here Electronic Horizon vor. Mittels dieser weiß das Fahrzeug, was vor ihm auf der Strecke passiert, und kann sich ohne aktives Eingreifen des Fahrers zeitnah darauf einstellen. Die Software lädt dazu die Kartendaten und dynamischen Informationen über Straßenverhältnisse aus der Cloud, um ein vereinfachtes Modell der vor einem Fahrzeug liegenden Strecke zu erstellen. Die Reichweite geht dabei von einigen Hundert Metern bis hin zu mehreren Kilometern.


Anschließend fließen diese Informationen in das Fahrerassistenzsystem (Adas) ein. Auf diese Weise sollen sich die Leistung des Motors und der Sicherheitssysteme optimieren lassen, ohne dass der Fahrer aktiv wird. Zu den Funktionen von Fahrerassistenzsystemen, die von Here Electronic Horizon profitieren sollen, gehören nach Unternehmensangaben die vorausschauende Kontrolle des Antriebsstranges für eine effiziente Kraftstoffnutzung, der Abstandsregeltempomat, die adaptive Lichtsteuerung inklusive Nachtsicht und die Objekt­erken­nung. Kurz zuvor hat Here eine Zusammenarbeit mit dem Hersteller von Fahrerassistenzsystemen Mobileye auf der CES verkündet.


Auto als zentraler Akteur


Auch Zulieferer Bosch zeigte sich in Vegas von der innovativen Seite: "Das Fahrzeug wird zum zentralen Akteur, der domänenübergreifend kommuniziert", sagte Bosch-Geschäftsführer Dr.  Werner Struth bei der Presse­konferenz auf der CES. So sei etwa die personalisierte Kommunikation zwischen Auto und Fahrer weiter ausgebaut worden: Neue Funktionen vernetzen das Fahrzeug mit der Umgebung, dem smarten Zuhause oder der Autowerkstatt. Und sie ermöglichen das hochautomatisierte Fahren. Wenn das Auto über die Cloud mit dem Smart Home oder sogar der Smart City verbunden ist, steige der Mehrwert für jeden Einzelnen. "Durch Vernetzung wird das Auto zum Assistenten auf vier Rädern", erklärte Struth.


Das Konzeptauto wartet laut Bosch mit einer Reihe innovativer Technologien auf: Sobald der Fahrer sitzt, werden anhand einer Gesichtserkennung Lenkrad, Spiegel, Wunschtemperatur und Radiosender individuell eingestellt. Die Bedienung geschieht über ein haptisches Touch-Display und eine innovative Gestensteuerung – beide geben beim Bedienen eine fühlbare Rückmeldung. Fährt das Auto hochautomatisiert, ermöglichen cloud­basierte Dienste Video­konferenzen.


Technisch gesehen läuft die Vernetzung über Kommunikations-Steuergeräte sowie ein zentrales Gateway von Bosch – ein Knotenpunkt, der im Fahrzeug die Kommunikation über alle Datenbusse hinweg mit allen Domänen sicherstellt. Übertragungs- und Verschlüsselungslösungen der Unternehmen Etas und Escrypt, beide Teil der Bosch-Gruppe, realisieren Updates der Software über die Cloud. Diese gibt es über ein ganzes Fahrzeugleben hinweg. Hintergrund: Wenn das Auto mit der Umgebung kommuniziert, müssen regelmäßig Sicherheitsupdates aufgespielt werden. Ein Credo, das zu guter Letzt für viele IT-Lösungen auf der CES gilt.

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19. Januar 2017
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