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Heiner Rogge: Fachkräftemangel alarmiert Spediteure

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) ist wegen des Fachkräftemangels besorgt. Wie die Branche darauf reagiert, sagt DSLV-Hauptgeschäftsführer Heiner Rogge.

Herr Rogge, der Herbst bringt Kälte, Regen und Sturm. Muss sich auch die Speditions- und Logistikbranche warm anziehen?

Rogge: So dramatisch ist die Entwicklung auch wieder nicht. Finanzielle und konjunkturelle Probleme in einigen EU-Ländern haben zwar auch Auswirkungen auf unsere Branche. Auf der anderen Seite stellt sich die Auftrags- und Beschäftigungslage in Spedition und Logistik weiterhin positiv dar. Die Unternehmen haben ein gutes Sommergeschäft hinter sich, und sie haben ein gutes Herbst- und Weihnachtsgeschäft vor sich.

Von den dunklen Wolken sollte man sich also nicht beeindrucken lassen?

Rogge: Nein, denn in der Realwirtschaft sieht es sehr viel besser aus als in der Finanzwirtschaft. Die deutsche Automobilwirtschaft und der Maschinenbau stehen zurzeit glänzend da. Beides sind Schlüsselbranchen für die Logistikwirtschaft. Gedämpft positiv fällt deshalb auch unser Ausblick auf das nächste Jahr aus.

Gedämpft positiv – das heißt in Zahlen?

Rogge: Dass wir uns auf einen Zuwachs von drei bis viereinhalb Prozent einstellen. Ein Prozent Wirtschaftswachstum ist mit dem Faktor drei zu gewichten. Wenn 2012 die Konjunktur also um ein bis anderthalb Prozent wächst, kommt man auf die besagten drei bis viereinhalb Prozent, um die die Logistikwirtschaft zulegen dürfte. Wir können positiv in die Zukunft schauen. Dennoch gibt es Herausforderungen – an erster Stelle das Problem, qualifiziertes Personal zu finden.

Wie ernst stellt sich die Lage dar?

Rogge: Der Engpass beim Fachpersonal hat sich weiter verstärkt – und zwar nicht nur im Fahrerbereich. Betroffen sind alle Berufsbilder in der Logistik. Die Folge: Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter wird härter. Schritte zu Ausbildung und Qualifizierung sind vor diesem Hintergrund unerlässlich. Es muss uns ferner gelingen, das Bild der Logistik möglichst attraktiv zu gestalten. Sonst bleiben die Bewerber aus.

Der DSLV hatte deswegen eine Imagekampagne angeregt. Hat sich hier schon etwas getan?

Rogge: Eine Imagekampagne gibt es zwar noch nicht, wohl aber einen Imagefilm. Er stellt sehr anschaulich die spannende Welt der Logistik vor. Wir werden den Film erstmals auf dem DSLV-Unternehmertag in Dresden präsentieren und ihn unseren Unternehmen zur Verfügung stellen. Mit diesem Film können sie möglichen Bewerbern die Logistik als Branche schmackhaft machen.

Gehört zu einer attraktiven Branche nicht auch ein entsprechendes Einkommen?

Rogge: Die Arbeitgeberseite ist sich sehr wohl dessen bewusst, dass auch die Bezahlung angemessen sein muss, um gute Leute zu finden und zu halten.

Das komplette Interview mit dem DSLV-Chef lesen Sie in der neuen trans aktuell-Printausgabe (22/2011) auf Seite 4.

Foto

Matthias Rathmann

Datum

2. November 2011
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