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Hamburger Hafenkonzern HHLA: Neue Terminals im Binnenland geplant

Über die Elbe kommt für den Hamburger Hafenkonzern HHLA in diesem Jahr kein Wachstum - nicht zuletzt wegen der Verzögerungen bei der Elbvertiefung. Das Unternehmen will nun verstärkt im Binnenland investieren.

Der Hamburger Hafenkonzern HHLA erwartet in diesem Jahr weitgehend stabile Geschäfte ohne nennenswerte Wachstumsimpulse. Mehr sei angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen für den Hamburger Hafen in diesem Jahr nicht möglich, teilte der Vorstand am Mittwoch in der Hansestadt mit. "Es ist wie bei einem 100-Meter-Lauf mit Bleigewichten an den Füßen", sagte HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters. Vor diesem Hintergrund sei der Vorstand mit dem Ergebnis des Vorjahres durchaus zufrieden. Die HHLA hatte nach bereits zuvor veröffentlichten Geschäftszahlen etwas Umsatz und Gewinn verloren, aber die Umschlagmenge und den Marktanteil leicht gesteigert. Die Aktionäre erhalten eine unveränderte Dividende von 65 Cent je Aktie.

Containerumschlag über die Elbe belastet

Der Containerumschlag über die Elbe sei von kaum einschätzbaren Risiken belastet, sagte Peters. Dazu zählen die verzögerte Elbvertiefung und die konjunkturelle Abkühlung in Schlüsselmärkten. Nach einem Baustopp wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vermutlich im Herbst oder Winter über die Rechtmäßigkeit der Elbvertiefung entscheiden. Gleichzeitig laufen immer mehr große Schiffe mit mehr als 10.000 Containern Tragfähigkeit den Hamburger Hafen an. Sie sind auf enge Zeitfenster angewiesen und können weniger Ladung transportieren, solange die Elbe nicht vertieft ist. Dazu kommen immer wieder Behinderungen der Zubringerschiffe durch die maroden Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals. Die HHLA kann allerdings nicht beziffern, wie viel Umschlag ihr durch die Schwächen in der Infrastruktur entgeht oder wie viel Geld sie das kostet.

Die Bedingungen für HHLA sind nicht günstig

Auch ohne diese Sonderprobleme sind die Bedingungen für die HHLA gegenwärtig nicht günstig. Bei den Konkurrenten in Rotterdam und Antwerpen haben sich Überkapazitäten aufgebaut, der Wettbewerb ist hart. Doch die Zeiten der zweistelligen Wachstumsraten für den Containerumschlag sind erst einmal vorbei. In diesem Jahr soll der Zuwachs in Nordeuropa nach Prognosen bei gerade einmal 0,6 Prozent liegen. Dennoch modernisiert und erweitert die HHLA ihre Terminals im Hamburger Hafen. "Wir legen uns eine ganze Reihe von Pfeilen in den Köcher, damit wir schießen können, wenn die fetten Gänse wieder tiefer fliegen", sagte Peters.

HHLA setzt verstärkt auf Gütertransporte

Vor allem aber setzt die HHLA verstärkt auf Gütertransporte ins europäische Hinterland. Der Containertransport per Bahn nach Mittel- und Osteuropa soll im zweistelligen Prozentbereich von 1,0 auf 1,1 Millionen Standardcontainer (TEU) wachsen. Die Anbindung des Hamburger Hafens an sein Hinterland habe sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil entwickelt, sagte Peters. Mit einem System von Blockzügen bedient die HHLA Kunden von Polen bis Ungarn, in diesem Jahr soll der Neu- und Ausbau von Terminals in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz im Vordergrund stehen.

HHLA erreichte Konzernumsatz von 1,13 Milliarden Euro

Im abgelaufenen Jahr erreichte die HHLA einen Konzernumsatz von 1,13 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von (Ebit) von 186 Millionen Euro. Der Containerumschlag stieg um 1,4 Prozent auf 7,2 Millionen TEU. Der Konzern beschäftigt gut 4.900 Mitarbeiter.

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HHLA

Datum

28. März 2013
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