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Grüne Logistik: Prima fürs Klima

Das Stückgut-Netzwerk Cargoline ist Vorreiter beim Klimaschutz. Seit diesem Jahr führt dessen Partner BTG Feldberg im Kundenauftrag alle Transporte klimaneutral aus.

Die Versandhandelsgruppe Kaiser + Kraft Europa ist ein anspruchsvoller Kunde, wenn es um Transporte geht. Das Unternehmen, eine Tochter der börsennotierten Takkt-AG, setzt zunehmend auf Nachhaltigkeit und ist sogar bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen.

Der Spezialversandhändler für Lager-, Betriebs- und Geschäftsausstattung beliefert mit seinen 1.000 Mitarbeitern über seine zwei Großläger in Kamp-Lintfort und Pfungstadt Kunden in ganz Europa. Und da komplett emissionsfreie Transporte nicht immer möglich sind, sollen die Schadstoffe zunehmend kompensiert werden.

Beim Paketversand hat Kaiser + Kraft (K+K) dies nach eigenen Angaben bereits national und international geschafft. Dieses Jahr waren die nationalen Stückgut-Transporte an der Reihe. Dabei setzt Rudolf Pflüger, Bereichsleiter Logistik, auf einen langjährigen Partner aus dem Cargoline-Verbund: BTG Feldberg aus Bocholt. "Wir kompensieren einen Großteil unserer Stückgut-Transporte und weiten das sukzessive aus. Der Transportpreis ist für uns als schwäbisches Unternehmen wichtig, aber die Nachhaltigkeit ist es auch", sagt Pflüger. Bereits 2011 ließ Jörg Feldberg, Geschäftsführer von BTG Feldberg, auf Wunsch seines Kunden Echtzeitdaten der Transporte erheben. Diese variieren täglich, je nach gefahrenen Routen, Lkw-Einsatz, Jahreszeit und mehr.

Eingehende Analyse der Transporte

Exemplarisch analysierte Feldberg für K+K die Transporte auf den rund 287 Kilometern zwischen den beiden Versandhandelszentren in Pfungstadt (Hessen) und Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen). Parallel entwickelte Cargoline 2012 gemeinsam mit dem Steinbeis-Beratungszentrum in Heilbronn eine fundierte Methodik, um Stückguttransporte innerhalb des Netzwerks zu bewerten und CO2-Bilanzen zu erstellen, die sämtliche Transporte umfassen. Im Nachhaltigkeitsbericht der Cargoline werden diese auch ausgewiesen. Die Echtdaten werden in regelmäßigen Abständen neu erhoben. "Seitdem können wir unser komplettes Sendungsaufkommen für alle unsere Kunden bewerten", sagt der Bocholter Spediteur. "Da der CO2-Ausstoß maßgeblich von der verbrannten Menge Treibstoff abhängt, arbeiten wir ständig daran, unsere Transporte optimal zu planen", ergänzt Jörg Feldberg, sprich geringe Transportwege mit bestmöglicher Stoppverdichtung. Dafür wird die Tourenplanungssoftware stetig weiterentwickelt.

Auch die eigene Energiebilanz hat BTG Feldberg im Fokus. Das Dach der neuen Hauptniederlassung in Bocholt schmückt flächendeckend eine Photovoltaikanlage. "Die CO2-Kompensation ist ein Pilotprojekt für uns, das wir mit größtem Eifer umgesetzt haben", sagt Feldberg. Er hofft, dass nach dem ersten namhaften Kunden weitere folgen.
Für die Kompensation der K+K-Transporte kooperiert BTG Feldberg mit dem Klimadienstleister Arktik aus Hamburg. "Bei den meisten Projekten liegen die Kosten bei vier bis zwölf Euro pro Tonne Emissionen", sagt Feldberg. Die Kaiser + Kraft-Gruppe kompensiert ihre Emissionen seit 2013 stets mit Projekten des Gold-Standards, was laut Unternehmen mit zwölf bis 23 Euro pro Tonne CO2 zu Buche schlägt. Bei den geförderten Projekten legt K + K Wert auf soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit.  Jährlich entstehen beim Transport ihrer 30.000 Stückgut-Sendungen rund 420 Tonnen klimaschädliche Gase.

Hohe Auslastung und kurze Zyklen

Die Produkte von K + K werden im gesamten Bundesgebiet ausgeliefert. Für die pünktliche Zustellung sind täglich über 4.500 Lkw innerhalb des Cargoline-Netzwerks im Einsatz. In den Nachtlinien fahren 40-Tonner, im Nahverkehr überwiegen 7,5- und 12-Tonner, was typisch für ein Stückgutnetzwerk ist. "Durch die hohe Auslastung im Tag- und Nachteinsatz unserer 40-Tonner ist es uns möglich, nach relativ kurzen Zyklen von vier bis fünf Jahren die Lkw auszutauschen", sagt Feldberg.

Bei Arktik in Hamburg können Kunden aus 500 Gold-Standard und Projekten anderer hochwertiger Standards wählen. Sie haben neben der ökologischen eine starke soziale Komponente, wie Arktik-Geschäftsführer Finn Möller sagt. Rund 100 Betriebe aus der Transport- und Logistikbranche sind dort bereits Kunden, zu den größten zählen Cargoline und BTG Feldberg. Vor Firmen wie K + K, die freiwillig und aus Überzeugung mehr bezahlen, um ihre nicht vermeidbaren CO2-Emissionen auszugleichen, hat Möller "großen Respekt". Auch für Cargoline und ihre Partner findet er lobende Worte: "Das ist in der Logistikwelt vorbildlich".

Durch das über K + K finanzierte Hilfsprojekt werden in ländlichen Regionen Kenias über 30 Verteilzentren Trinkwasserfilter an Familien verteilt. Sie verwandeln mithilfe von Filtern verschmutztes Wasser in Trinkwasser und werden nach 18.000 Litern oder etwa drei Jahren ausgetauscht. "Das Wasser abzukochen überm offenen Feuer entfällt, so wird CO2 eingespart", erklärt Möller. Und den Familien bleibt mehr Zeit für andere, wichtige Dinge.

"Nachhaltigkeit geht uns alle an. Transportdienstleister und Industrieunternehmen, die diese Auffassung nicht teilen, werden es in der Zukunft immer schwerer haben, sich am Markt zu behaupten", ist Jörg Feldberg überzeugt. Investitionen lohnen sich daher. "Das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln in der Gesellschaft nimmt weiter zu, dadurch steigt der Bedarf an "grünen Produkten"", ist der Unternehmer überzeugt. Und er steht mit dieser Meinung keinesfalls alleine da.

Zu den Unternehmen

BTG Feldberg hat einen Fuhrpark von 50 eigenen Lkw und setzt 35 feste Subunternehmer-Lkw ein. Täglich werden rund 1.450 Sendungen von Stückgut bis Teil- und Komplettladungen transportiert mit über 1.000 Tonnen Gesamtgewicht. Über das Cargoline-Netzwerk verfügt das Unternehmen über  Emissionsdaten auf Echtwertebasis und ein großes Partner-Netzwerk.

Das Klimaschutzunternehmen Arktik aus Hamburg verkauft CO2-Zertifikate des Gold- und anderer hochwertiger Standards an Kunden, die damit ihre Emissionen ausgleichen. Die sozioökologischen Projekten helfen, die Lebensbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig zu verbessern.

Die Kaiser + Kraft (K+K) Versandhandelsgruppe mit rund 1.000 Mitarbeitern ist eine Tochter der Takkt- AG, die einen Gesamtumsatz von 980,4 Millionen Euro generiert, rund 30 Prozent davon über den Online-Handel. K+K betreibt in Deutschland zwei Versandhandelszentren mit je 25.000 Palettenstellplätzen.

Portrait

Autor

Foto

Jörg Feldberg

Datum

12. Mai 2015
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