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Goodyear Omnitrac II: Die zweite Generation des Reifens

Verbesserte Laufleistung und Traktion sowie eine höhere Durchstoß-Festigkeit verspricht Goodyear für die zweite Generation seiner Omnitrac-Reifen. Zudem sollen die wirtschaftlichen Vorzeichen für die Branche günstig sein.

Goodyear-Marketingdirektor Boris Stevanovic freut sich nach dem miserablen vergangenen Jahr über rosige Aussichten für das laufende Jahr. Auf Messen hören Kunden schließlich gerne gute Nachrichten. So verkündete Stevanovic auf der Bauma, dass der Absatz von Lkw-Reifen aller Marken in Europa, im Mittleren Osten und in Asien um 37 Prozent wachsen soll. Dabei ist aber die niedrige Vergleichsbasis nicht zu vergessen. Im vergangenen Jahr brach die Erstausrüstung im Vergleich zu 2008 um 60 Prozent ein, das Ersatzgeschäft ging um 22 Prozent zurück. Nach 20 Prozent im Jahr 2008 macht die Erstausrüstung nur noch zwölf Prozent des Geschäfts aus. In absoluten Zahlen: Von rund 40 Millionen Reifen stürzte die Nachfrage auf etwa 28 Millionen Reifen ab.  Mit neuen Produkten will sich der Hersteller einen ordentlichen Teil vom Kuchen sichern. Zwölf Prozent aller verkauften Lkw-Reifen sind für den Mischeinsatz auf und abseits befestigter Straßen gedacht, wie sie etwa die Baustellenbelieferung erfordert. 

Die entsprechende Baureihe heißt bei Goodyear Omnitrac. Omnitrac MSS bezeichnet das Modell für die Lenkachse, MSD das für die Antriebsachse. Von ­beiden steht die zweite Gene­ration parat.  Die Ansprüche der Kunden seien hoch. „Sie verlangen größtmögliche Mobilität im Gelände genauso wie günstige Betriebskosten“, sagt der Marketingchef. Gleichzeitig müssten die Pneus die Grenzwerte für das 2012 kommende EU-Reifenlabel erfüllen (siehe Seiten 52–54). Eine optimierte Karkassenkonstruktion, spezielle Materialien und hochfeste Gummimischungen unter der Lauffläche sollen laut Technikchef Henk van Tuyl verhindern, dass spitze Gegenstände den Reifen durchstoßen und die Karkasse beschädigen. Das soll Wasser am Eindringen hindern, Rost am Stahlgürtel der Karkasse würde den Reifen für die Runderneuerung unbrauchbar machen. Beide Omnitrac-Reifen besitzen zudem eine breite Lauffläche, was die Laufleistung erhöhen soll. Die Breite der Lauffläche hängt von der Dimension ab und variiert zwischen drei und fünf Rippen. Versetzt angeordnete Profilblöcke in der Lauffläche des MSS II sollen das Bremsvermögen on- und offroad verbessern, die massiven Schulterrippen beugen Verletzungen vor und doppelt abgewinkelte Profilrillen schützen laut Tuyl den Reifen. Der MSD II wiederum verfügt über eine massive Mittelrippe, was die Laufleistung verbessern soll, die zur Mittelrippe versetzten Kanten der Schulterblöcke sorgen für Griff im Gelände. Laut dem Technikchef bietet der Lenkachsreifen gegenüber dem Vorgängermodell drei Prozent mehr Laufleistung und ein zehn Prozent geringeres Geräuschniveau. Der Reifen für die Antriebsachse soll 17 Prozent mehr Laufleistung und 20 Prozent geringere Geräuschemissionen aufbieten. Lenk- und Antriebsachsreifen zusammen sollen über sechs Prozent mehr Traktion im Gelände bieten. Die Nassbremsleistung sei um drei Prozent besser. Ab Juni kommen die Reifen in den Handel. Sie sollen auch mit Duraseal-Technik zu haben sein. Arbeitet sich etwa ein Nagel in den Reifen, sorgt ein Dichtstoff dafür, dass die Luft nicht entweicht. Und die geplanten Grenzwerte für das Reifenlabel sollen MSS II und MSD II auch schon erfüllen, verspricht van Tuyl. Ein ordentliches Kuchenstück für den Hersteller sollte angesichts derartiger Versprechen doch drin sein.

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

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Datum

31. März 2011
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