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Foto: Hans Blossey / Alamy Stock Photo

Garbe Industrial Real Estate

Neue Herausforderungen bei Logistikimmobilien

Tradition trifft Moderne: Jan Dietrich Hempel, Geschäftsführer des Entwicklers für Logistikimmobilien Garbe Industrial Real Estate, über den Megatrend E-Commerce und die Aktivitäten auf dem Gebiet der Dortmunder Westfalenhütte.

Die Westfalenhütte im Dortmunder Nordosten strotzt nur so vor Tradition. Im Jahr 1871 errichtet, gilt sie nach wie vor als eine der größten Industriebrachflächen Europas. Der Besitzer der Westfalenhütte, der Stahl-Produzent Thyssen Krupp, stimmt sich mit der Stadt Dortmund über die Nutzung der Fläche ab. Auch der Entwickler von Logistik-Immobilien, Garbe Industrial Real Estate, besitzt eine 450.000 Quadratmeter große Fläche. "Ende 2008 haben wir das Areal gekauft, seit vier Jahren bauen wir dort Hallen und schließen die Arbeiten momentan ab", erklärt Garbe-Geschäftsführer Jan Dietrich Hempel.

Der letzte Kunde, der einzieht, wird der Online-Versandhändler Amazon sein. Die gesamte Grundstücksfläche für das US-amerikanische Unternehmen auf dem Gebiet Westfalenhütte beträgt rund 200.000 Quadratmeter. Aktuell werden zwei Hallen mit 54.000 Quadratmeter beziehungsweise 34.000 Quadratmeter gebaut. Die weiteren Mieter im Logistikpark sind die Logistikdienstleister DB Schenker und ID Logistics mit jeweils 40.000 Quadratmeter und 46.000 Quadratmeter Hallenfläche sowie Decathlon, der französische Hersteller und Händler von Sportgeräten und -bekleidung. "Decathlon nutzt die 30.000 Quadratmeter große Halle sowohl zur Versorgung seiner norddeutschen Filialen als auch zur Belieferung seiner Online-Kunden", erklärt Hempel gegenüber trans aktuell.

Bereich E-Commerce ist fordernd

Generell sei der Bereich E-Commerce momentan der forderndste für Garbe. "Hier beeinflussen drei Trends die Entwicklung von Logistikhallen: die schnelle Bedienung der Kunden, die Konvergenz der Vertriebskanäle und die Automatisierung", sagt der Geschäftsführer. "Dazu werden neben neuen Standortkonzepten hybride Logistikzentren benötigt, die unter einem Dach die Bedienung aller Vertriebskanäle ermöglichen." Das Stichwort laute Omnichannel.  

Bei E-Commerce-Hallen müsse wegen der Trends zu Robotik und Automatisierung zudem ein höherer Strombedarf und eine größere Internet-Bandbreite sichergestellt werden. Vor allem die Datenleitungen seien an vielen Standorten in ländlichen Gegenden wegen zu geringer Kapazität häufig noch ein Problem.

Eine positive Entwicklung bei der Errichtung von Logistik-Immobilien zeige sich in der Zusammenarbeit mit den Gemeinden. "Mittlerweile haben viele Kommunen verstanden, welche Chancen sich durch die Logistik ergeben – auch mit Blick auf neue Arbeitsplätze", erklärt der gelernte Speditionskaufmann, der seit acht Jahren die Geschäfte bei Garbe verantwortet.

Ein weiterer Vorteil, den die Bevölkerung oft nicht kenne, sei die Entwicklung sogenannter Konversionsflächen. Keine neuen Flächen werden bei diesem Prinzip versiegelt, sondern Brachflächen. Die Ökobilanz sei dabei zwangsläufig günstiger.

Grabungen im Boden als Wundertüte

Allerdings können sich bei Standorten mit langer Vorgeschichte Grabungen im Boden auch als Wundertüte entpuppen – so beispielsweise bei Bauarbeiten vor drei Jahren für eine Logistikhalle auf dem Werksgelände des Schienenfahrzeug-Herstellers Alstom. "Dort sind wir auf Weltkriegskeller gestoßen, die nirgendwo dokumentiert waren."

Neben dem Verhandeln mit den Gemeinden und den  Investoren gehöre auch der enge Dialog mit den Mietern zum Aufgabenspektrum eines Anbieters für Logistik-Immobilien. "Wir arbeiten dabei besonders gerne mit Mittelständlern zusammen", sagt der Geschäftsführer. Diese hätten oft spezielle Anforderungen an das Gebäude, benötigten mehr Büro- und weniger Lagerfläche. Hier sei es dann die Aufgabe, diese Wünsche mit den Anforderungen des Entwicklers, der die spätere Nachvermietbarkeit der Immobilie im Blick habe, in Einklang zu bringen.

Zudem seien die mittelständischen Unternehmen finanziell abgesichert und würden ein gutes Credit-Ranking aufweisen. "Allerdings investieren sie lieber in ihr originäres Geschäft, sei es Personal oder innovative Technik", sagt Hempel. Indem Unternehmen wie Garbe durch eigene Fonds auch die Finanzierung übernähmen, bleibe ihnen ein größerer finanzieller Spielraum. So ergeben sich Vorteile für alle Beteiligten, wie auch im Falle der Westfalenhütte in Dortmund, wo Neubauten für E-Commerce-Geschäftsmodelle aus geschichtsträchtigem Boden sprießen – für eine erfolgreiche Zukunft.

Das Unternehmen

  • Geschäftsführer: Christopher Garbe, Jan Dietrich Hempel
  • Seit mehr als 20 Jahren auf Logistik- und Unternehmensimmobilien spezialisiert
  • 65 Mitarbeiter
  • Sieben Standorte in Europa, darunter der Hauptsitz in Hamburg
  • Rund 1,5 Milliarden Assets Under Management (Kundengelder)
  • Betreut werden 89 Objekte an 60 Standorten in drei Ländern

Franziska Niess

Datum

13. Juli 2017
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