Geodis, Bodenheim Zoom

Frankreich: Geodis richtet sich neu aus

Bislang agiert der französische Logistiker Geodis über selbstständige Ländergesellschaften. Doch nun scheint eine Trennung nach Aufgaben wahrscheinlich.

Der deutsche Ableger der französischen Geodis-Gruppe ist auf Wachstumskurs. So stieg beispielsweise der Umsatz von 2010 mit 100 Millionen Euro auf nunmehr 113 Millionen Euro im Jahr 2011. Mit ein Grund hierfür sind die weit reichenden technischen Dienstleistungen entlang der Supply Chain. "Denn in diesem Bereich ist noch Wertschöpfung möglich", erklärt Robin Otto, der bei Geodis Logistics Deutschland für die Geschäftsentwicklung zuständig ist. So übernimmt der Dienstleister unter dem Stichwort Reverse Logistics die Wiedergewinnung von Rohstoffen etwa aus PC-Bauteilen. Die Kunden kommen dabei nicht nur aus der Republik, sondern aus ganz Europa und sogar aus Übersee. Das dürfte mit ein Grund sein, warum die Geodis-Führungsebene in Frankreich über eine neue Aufteilung der Bereiche nachdenkt. Die starre Untergliederung nach Ländern ist für ein derart dynamisches Geschäft nur begrenzt geeignet. Ohnehin sind in Deutschland der Logistik- sowie der Technik-Bereich räumlich voneinander getrennt. "Zum einen haben wir andere Anforderungen an die Räumlichkeiten. Zum anderen sind die Bereiche anders getaktet und würden sich eher gegenseitig hemmen", sagt Otto. Da sich beide Segmente gegenseitig befruchten, gab es auch beide Male Handlungsbedarf. "Wir waren zuletzt zu 98 Prozent ausgelastet - und damit gefühlt bis unters Dach voll", so Otto.

Neubauten in Nieder-Olm und Bodenheim

Einen Ausweg aus dem Luxus-Problem fand das Unternehmen in gleich zwei Neubauten. In Nieder-Olm entstand so eine 21.000 Quadratmeter Technik-Fläche. Dort erfolgt die bereits genannte Reverse Logistics. Aber auch Leasing-Rückläufer treffen dort ein - und das aus 33 verschiedenen Ländern. Sie werden technisch überprüft beziehungsweise überholt und gehen dann in den Verkauf.

In Bodenheim wiederum entsteht gerade eine Logistikhalle mit 20.000 Quadratmeter Fläche. Dort erfolgen der gesamte Versand sowie die Lagerhaltung. Beide Standorte lassen sich im Bedarfsfall auf jeweils 42.000 Quadratmeter erweitern. Wobei Nieder-Olm und Bodenheim Luftlinie gerade einmal acht Kilometer voneinander entfernt sind. Auch das dokumentiert, wie eng die beiden Bereiche miteinander verzahnt sind.

Geodis will Technik international aufstellen

Wenn man bedenkt, dass Geodis in Deutschland bislang über eine Hallenfläche von rund 200.000 Quadratmeter verfügte, wird die Dimension noch deutlicher. Aber das geschah nicht ohne Grund. "Wir wollen die Technik-Plattform auf internationale Beine stellen", sagt Otto. Insbesondere im europäischen Markt gebe es da noch große Wachstumspotenziale, ist der Geodis-Mann überzeugt.
Das ist wohl mit ein Grund für die angesprochene Neustrukturierung der Geschäftsbereiche. Was sich noch wie eine reine Absichtserklärung anhört, soll wohl noch in diesem Jahr offiziell werden. Dem weiteren Wachstum von Geodis steht damit wohl nichts mehr im Weg. 

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Geodis

Datum

23. März 2012
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