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Fortbildung: Neue Regeln für die Ausbildung: Wissen ist Macht

Um am Markt zu bestehen, benötigt eine Werkstatt gut ausgebildete Mitarbeiter. In diesem Jahr sind neue Anforderungen für Kraftfahrzeug-Mechatroniker in Kraft getreten, die genau das garantieren sollen. Für Azubis gilt eine neue Ausbildungsverordnung.

Die Fahrzeugtechnik hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlebt. Hybrid- und Elektrofahrzeuge einschließlich Hochvolttechnologie zählen ebenso zu den Treibern im Bereich Fortbildung wie Leichtbau-Werkstoffe und Abgasnormen. Die Anforderungen an den Beruf des Kfz-Mechatronikers haben sich deutlich verändert und die neue Ausbildungsverordnung, die in diesem Jahr in Kraft getreten ist, gibt darauf eine Antwort.

Zur Ausbildung gehört jetzt, dass sich die Betriebe und die jungen Leute zwischen fünf Ausbildungsschwerpunkten entscheiden können. Zur Auswahl stehen neben Pkw-, Nutzfahrzeug- oder Motorradtechnik auch System- und Hochvolttechnik sowie Karosserietechnik.

Dreigeteiltes Konzept

In der ersten Phase der Ausbildung geht es um grundlegende Inhalte, doch bereits im zweiten Ausbildungsjahr sind Service-, Wartungs- und Reparaturarbeiten angesagt. In den letzten zwölf Monaten werden die Kenntnisse und Fähigkeiten des gewählten Schwerpunktes vermittelt.

Einer, der sich mit den neuen Ausbildungsregeln bestens auskennt, weil er sie mitgestaltet hat, ist Joachim Syha, Referent Berufsbildung beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Der Verband vertritt die Interessen von 37.800 Kfz-Meisterbetrieben, darunter sind rund 6.900 Betriebe aus der Nutzfahrzeugbranche.

Syha ist zuständig für die öffentlich-rechtlichen Prüfungen wie Gesellen-, Meister- und Service-Technikerprüfungen. "Die Kfz-Mechatronikerausbildung ist nun nicht mehr themaorientiert, sondern arbeitsprozessorientiert formuliert", erläutert der Kfz-Meister und Diplom-Ingenieur. Das gelte für alle Ausbildungsschwerpunkte, auch für den Schwerpunkt Nutzfahrzeuge, den rund zehn Prozent aller Lehrlinge wählen.

Online-Lernen als Vertiefung

Von Anfang an stehe jetzt für die Azubis das service- und auftragsorientierte Arbeiten im Mittelpunkt. Online-Lernen sei in der Ausbildung durchaus ein Thema und werde vor allem zur Vertiefung angeboten. Insgesamt sei die Kfz-Ausbildung auf einem guten Stand. Wie viele Kfz-Mechatroniker nach der Ausbildung ihr Wissen auf dem aktuellen Stand halten, kann der Bildungsreferent nicht genau sagen: "Das hängt allein davon ab, ob der Chef sie zu Fortbildungen schickt. Es gibt dazu keine Statistik."

Im Kfz-Gewerbe vermitteln in Deutschland rund 185 handwerklich-orientierte Bildungseinrichtungen das Wissen. Rund zehn Prozent der Einrichtungen, erklärt Syha, seien dabei auf Nutzfahrzeuge spezialisiert. Auch die Bildungseinrichtungen selbst müssten sich weiterbilden: "Sie erhalten das Know-how von den Herstellern."

Schulungsangebot aus der Kfz-Technik

Neben den Bildungseinrichtungen gibt es ein umfangreiches Schulungsangebot der Anbieter von Kfz-Technik. Eines dieser Unternehmen, die nicht nur Produkte im Port­folio haben, sondern auch das dazugehörige Training, ist Wabco-Würth. Das Hauptprodukt der Künzelsauer ist die Diagnose­lösung für Nutzfahrzeuge W.Easy. Sie besteht aus Laptop, Software, einer Kommunikationseinheit und Kabeln. W.Easy ist mehrmarkenfähig und wird wahlweise als Paket mit integrierter Wabco-System­diagnose oder ohne angeboten.

"Durch die Integration der Wabco-Systemdiagnose unterscheiden wir uns von anderen Mehrmarkendiagnose-Anbietern", sagt Ralf Niklaus, gelernter Industriemeister Fachrichtung Kraftverkehr und Trainer bei Wabco-Würth. Vor Kurzem hat das Unternehmen ein Trainingsangebot für Werkstätten, die mit ­W.Easy arbeiten, eingeführt. Anwender können dabei wählen, ob sie sich in ihrer Werkstatt schulen lassen oder an einem zentral gelegenen Ort. Voraussetzung für ein Training in der eigenen Werkstatt ist, dass mindestens drei Teilnehmer zusammenkommen.

Für das Training an zentraler Stelle arbeitet Wabco-Würth mit dem Nutzfahrzeugspezialisten Stegmaier Nutzfahrzeuge in Kirchberg zusammen. Weitere Standorte sollen hinzukommen. Die Dauer beträgt in der Regel einen Tag. Worin besteht der Hauptnutzen für die Anwender? "Sie werden sehr viel sicherer im Umgang mit der Software und verlieren die Angst, bei der Anwendung etwas falsch zu machen", sagt Niklaus.

Bosch bündelt Angebote online

Auch Bosch bietet Präsenztrainings zu den eigenen Produkten an, setzt aber auch aufs Internet. Auf der Plattform Automotive Campus www.automotive-campus.com hat Bosch das Schulungsangebot gebündelt. Derzeit können Werkstätten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hier für ihre Mitarbeiter Präsenztrainings buchen. Zudem stehen webbasierte Trainings, virtuelle Diagnose-Simulationen und Multimedia-Vorträge zur Verfügung.

Bosch bewirbt sein Portal als "kostengünstige Möglichkeit, das Fachwissen der Mitarbeiter zu erweitern". Das Online-Training könne die Dauer von Präsenzschulungen verkürzen. Am Ende der ein- bis zweistündigen Online-Schulungen hat der Teilnehmer die Möglichkeit, den Lernerfolg zu prüfen.

Neben den kostenpflichtigen Angeboten gibt es kostenlose Online-Trainings, mit denen die Nutzer die neuen Angebote testen können. Das Online-Schulungsangebot steht in englischer und deutscher Sprache zur Verfügung. Für die Nutzung des Systems ist eine Registrierung erforderlich.

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19. November 2013
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