Daimler FleetBoard GmbH Zoom

Fleetboard: Nicht nur Wirtschaftlichkeit zählt

Der Lkw-Bauer Daimler zeigt, dass seine Telematik Fleetboard mehr als nur Fahrzeugdaten erfassen und auswerten kann. Bei der Handelskette Edeka haben die Stuttgarter die logistischen Prozesse in der IT abgebildet.

Die Telematiklösung Fleetboard aus dem Hause Daimler ist dafür bekannt, dass sie alle fahrzeugrelevanten Details erfasst und auswertet. Anhand der Kennzahlen wiederum ist es dem Spediteur beziehungsweise Logistiker möglich, den Fahrstil der eigenen Mitarbeiter zu bewerten. Die Werte zum Verbrauch liefern aber auch einen Anhaltspunkt zu den CO2-Emissionen sowie zur eigenen Wirtschaftlichkeit.

Logistische Prozesse erfassen und in der IT abbilden

Die logistischen Prozesse  fristeten hingegen eher ein Schattendasein. Doch das ist Vergangenheit: "Wir bieten dem Kunden an, seine logistischen Prozesse zu erfassen und diese dann in der IT abzubilden", sagt Fleetboard-Geschäftsführer Dr. Ralf Forcher. Soll heißen, die Arbeitsabläufe finden sich im Menü der Fleetboard-Endgeräte wieder.
Pünktlich zur Messe Transport Logistik in München können die Schwaben aber auch mit einem Fallbeispiel auswarten. Der Vollsortimenter Edeka Rhein-Ruhr hat seine 400 Lkw starke Flotte für die Handelslogistik mit Fleetboard ausgestattet. Im Cockpit der Mercedes-Verteilerfahrzeuge findet sich neben dem Fahrzeugrechner Tii Rec auch das Handheld-Gerät Dispo Pilot mobile. Das wiederum ist der Dreh- und Angelpunkt. Vom Navigieren über das Scannen und Fotografieren zur Schadensdokumentation bis hin zur Nachrichtenübermittlung – alles ist möglich. Doch nicht nur das: Mittlerweile unterstützt Fleetboard auch das Dokumentieren der einzelnen logistischen Arbeitsschritte.

Lückenlose Prozessverfolgung

Ob Beladung oder Entladung, das Entgegennehmen von Leergut, die digitale Unterschrift sowie die Fahrt zum Lager – alles das lässt sich bei Edeka Rhein-Ruhr mit den Mobilgeräten von Fleetboard festhalten. Diese lückenlose Prozessverfolgung verschafft Transparenz über den gesamten Transportweg. "Unsere Fahrer haben so deutlich kürzere Standzeiten am Lagerstandort. Pro Tour sparen wir mindestens zehn Minuten", berichtet Thomas Kerkenhoff, Leiter Logistik bei Edeka Rhein-Ruhr. Gespart werden übrigens auch Spritkosten. Im Fall von Edeka sind das rund drei Liter Diesel auf 100 Kilometer. Damit rechnet sich die Investition in die Telematik bereits nach weniger als einem Jahr.

Mitarbeiterschulung gehört dazu

Wie ernst es der 100-prozentigen Daimler-Tochter damit ist, beweist allein schon die Anbindung von mehr als 70 Speditionssoftware-Lösungen. "Dabei ist es uns wichtig, dass wir nicht nur eine Standardlösung im Gepäck haben", erläutert Forcher. Vielmehr kommen die Berater von Fleetboard Consulting direkt zum potenziellen Kunden. Doch auch nach der Einführung ist noch nicht Schluss. Stehen die Prozesse und sind die Geräte konfiguriert, machen sich die Telematikexperten daran, die Mitarbeiter des entsprechenden Logistikers zu schulen.

Die Lösung ist übrigens nicht auf den Lebensmittellogistik fokussiert. Dass Autotransporte abbildbar sind, dürfte kaum verwundern. Aber auch Bauzulieferer, Entsorger, Schwergut- sowie Gefahrgut-Transporteure finden sich dort wieder.

Fahrstilanalyse berücksichtigt neue Techniken wie Eco-Roll oder Kick-Down

Das soll aber nicht heißen, dass Fleetboard in Sachen Fahrzeugdaten nichts Neues zu bieten hätte. So berücksichtigt die Fahrstilanalyse auch neue Techniken wie Eco-Roll oder die Kick-Down-Nutzung im neuen Actros. "Dass Fleetboard bei der Fahrerbewertung fair und objektiv ist, haben uns die Zertifizierer von Bureau Veritas bestätigt", erklärt Forcher.
Verlässlich wollen die Stuttgarter auch an anderer Stelle sein. Daher treibt der Konzern die Vernetzung seiner einzelnen Unternehmensbereiche immer weiter voran. Denn mit Fleetboard lassen sich weitere Dienste nutzen. "Wer sich dafür entscheidet, bei dem verlängert sich das Wartungsintervall automatisch von 100.000 auf 150.000 Kilometer", sagt Torsten Bürger, Leiter Produktmanagment Service Nutzfahrzeuge.

Hintergrund ist das sogenannte Truck Wartungsmanagement. Das ermöglicht nicht nur eine automatische Fehlerdiagnose auf Knopfruck im Pannenfall. Denn die Info geht direkt an das Customer Assistant Center (CAC) in Maastricht. Von dort aus werden dann der Techniker sowie die entsprechenden Ersatzteile organisiert. Das sorgt dafür, dass der Lkw möglichst schnell wieder rollt – und damit Geld verdient. "Im Schnitt sind wir damit 20 Prozent schneller fertig. Weil der Techniker weiß, was ihn erwartet und er alles Erforderliche dabei hat", erläutert Bürger.

Versicherungsangebote für Fleetboard-Kunden

Der Geldbeutel des Logistikers wird aber auch an anderer Stelle geschont: Denn die Versicherungssparte, die unter Daimler Financial Services firmiert, hat für Fleetboard-Kunden besondere Angebote. Diese gehen so weit, dass die Lösung die Fahrleistung des Lkw berücksichtigt. Darüber hinaus fließt hier mit ein, wo das Fahrzeug genutzt wird und wie der Fahrer damit umgeht. "Da spart der Transporteur im Schnitt schnell mal zehn Prozent an Versicherungsprämien", berichtet Benedikt Schell, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Bank.

Damit hat Fleetboard also nicht nur die logistischen Prozesse im Griff, sondern darüber hinaus auch ein umfangreiches Produktangebot rund um den für die speditionelle Dienstleistung benötigten Lkw. "Und das gilt nicht nur für Fahrzeuge aus dem Hause Daimler – denn Fleetboard kann in Lkw aller Hersteller eingesetzt werden", sagt Fleetboard-Chef Forcher.


 

Die Telematiklösung


Fleetboard ist eine 100-prozentige Telematiktochter vom Fahrzeughersteller Daimler. Die IT-Lösung ist beim neuen Actros serienmäßig mit an Bord, kann aber in jeden Lkw eingebaut werden – und das markenunabhängig. Die Daten bekommt Fleetboard dann über die FMS-Schnittstelle. Actros-Käufer lockt das Unternehmen mit einem viermonatigen kostenlosen Test, den wohl die meisten Kunden nutzen. Mehr als die Hälfte davon werden nach Unternehmensangaben schließlich zu zahlenden Fleetboard-Nutzern. Das System umfasst nicht nur das Erfassen der Fahrzeug Daten sowie des Fahrstils. Darüber hinaus gibt es weitere Angebote wie die Arbeitszeiterfassung, Fahrerkarten- und Massenspeicher-Download sowie die Navigation und die Disposition.

Portraits

Autor

Foto

Harry Marx

Datum

17. Mai 2013
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Prof. Dr.-Ing. Heinz-Leo Dudek, Experte für Telematik Heinz-Leo Dudek Telematik
Prof. Dr. Dudek ist Studiengangsleiter für das Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Ravensburg… Profil anzeigen Frage stellen
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