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Fertigungsverbund von Solaris: Linienerweiterung

Rund zehn Millionen Euro investiert Solaris in den Ausbau der Produktionshallen sowie neue Bürogebäude. Grund genug, sich die vier Produktionsstandorte genauer anzusehen.

Das Erste, was ich bei Solaris gelernt habe, war, dass das Wort ‚unmöglich‘ nicht zum Unternehmens-Wortschatz gehört", erklärt Tomasz Baranski lachend, während er stolz "seine" Busproduktion zeigt. Hier, auf zwei gewundenen Linien, werden Busgerippe aus Edelstahl der Norm EN 14003 im Vierstundentakt geschweißt. "Vor 15 Jahren haben wir einen Bus pro Woche fertiggestellt, heute sind es meistens mehr als vier pro Tag! Das ist ein gewaltiger Unterschied, der völlig andere Produktionsweisen benötigt", sagt Baranski.

National sowie International vertreten

Rund 300 gut ausgebildetete Schweißer sind in der großen Halle in Sroda Wielkopolska, rund 40 Kilometer vom eigentlichen Unternehmenssitz in Bolechowo entfernt, beschäftigt. Es geht in der Produktion zu, wie in einem Bienenstock. Es brummt und zischt unentwegt. "Wir könnten hier sogar ICE-Waggons schweißen, wenn wir wollten. Unsere Schweißer haben alle nötigen Voraussetzungen dazu", sagt Andreas Strecker, seit Juli Vorstandsvorsitzender von Solaris. Aus der kleinen Halle mit angedocktem Bürogebäude, in dem Krzysztof Olszewski 1996 zusammen mit Ehefrau Solange die Busfertigung begann, ist seitdem ein veritabler Produktionsverbund aus vier Standorten geworden. Neben Bussen entstehen dort seit 2009 auch Straßenbahnen für den polnischen und die internationalen Märkte.

Seine Ursprünge hat das Unternehmen indes in Berlin, wo Olszewski für Neoplan arbeitete und Fahrzeuge der Marke nach Polen exportieren wollte. Vieles vom rührigen Geist des ehemals in Stuttgart ansässigen Busbauers lässt sich noch heute bei der Solaris-Mannschaft erspüren. Das unscheinbare Gebäude in Bolechowo, das den Firmensitz beherbergt und damit den Nukleus des Unternehmens darstellt, steht immer noch. Es wird aber seit einiger Zeit von einem beeindruckenden Neubau flankiert, der bald eine Erweiterung der Bus-Endfertigung sowie die Verwaltung beherbergen soll. Die rund zehn Millionen Euro schwere Investition soll noch in diesem Herbst seine Tore öffnen, aber erst zum Firmenjubiläum im März 2016 gebührend gefeiert werden.

Die rund 7.500 Quadratmeter an neu entstandener Fläche sollen nicht zwingend in einer Kapazitätssteigerung münden (derzeit rund 1.400 Fahrzeuge pro Jahr). Vielmehr will Solaris dort verstreut untergebrachte Abteilungen und Lager zentralisieren. "Es gab über die Jahre doch einigen Wildwuchs auf dem Werksgelände", erklärt Andreas Strecker, der mit seinen Vorstandskollegen ein großzügig verglastes Großraumbüro in der obersten Etage des Neubaus beziehen wird.

Modernste Technik in den Hallen von Solaris

Der Werksverbund berücksichtigt die Bedürfnisse und Auslastungsschwankungen der beiden Produkte Bus und Tram. Bevor die Gerippe geschweißt werden, fertigen 120 Arbeiter in einer dritten Fabrik in Sroda Wielkopolska die Module für beide Fahrzeugtypen vor – auch hier mit hochmodernem Gerät wie 2-D- und 3-D-Laserschweißgeräten von Trumpf sowie einem Schweißroboter, der so schnell wie vier Arbeiter ist. Selbst die mehr als fünf Tonnen schweren Fahrgestelle für die Straßenbahnen werden hier produziert. Großen Wert legt die polnische Marke auf Qualitätssicherung. Die Nähte vieler Teile werden vierfach geprüft – bis hin zum Röntgentest.

Die Endmontage der etwa 40 Tonnen schweren Bahnen des Typs Tramino GT, von denen Solaris gerade mehrere Exemplare nach Leipzig verkauft hat, findet im vierten, angemieteten Werk in Junikowo bei Posen statt. Hier kommt es besonders auf die Expertise der Hochvoltelektriker und der Klebespezialisten an, die auch wechselweise in der Busproduktion eingesetzt werden. Solaris könnte sogar Busse und Trams bei Bedarf gemeinsam produzieren.

Vor allem für die Elektrobusse ist diese Synergie wertvoll – auch wenn sie auf der gleichen Linie wie ihre Diesel-Kollegen gebaut werden. Der erste Urbino electric im neuen Design und mit neuer Produktionsmethode ist schon auf Band gelegt und weist deutlich in die elektrische Zukunft des Unternehmens, die gerade erst beginnt.

Autor

Foto

Thorsten Wagner, Solaris

Datum

23. September 2015
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