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Lang-Lkw Feldversuch: Baden-Württemberg meldet zwei Dutzend Straßen

Baden-Württemberg wird bei der geplanten Teilnahme am Feldversuch mit Lang-Lkw nur einen kleinen Teil der von Spediteuren geäußerten Streckenwünsche berücksichtigen.

"Es hat sich gezeigt, dass deren Wunschliste unendlich geworden wäre. Wir mussten eine Auswahl treffen", sagt Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. Bis 10. April musste er die Strecken für die bis zu 25 Meter langen Fahrzeuge dem Bundesverkehrsministerium melden, um ihre Aufnahme in den für Mai erwarteten neuen Streckenkatalog zu erreichen.

Schwerpunkt sind Strecken für Daimler

"Rein nach der Anmeldeform sind es mehr als zwei Dutzend Strecken", sagt Hermann dem Fachblatt für Transport und Logistik. "Aber da sind Teilstrecken zu Außenlagern und differenzierte Hin- und Rückwege unterschieden." Schwerpunkt seien die A 81 von der bayerischen Grenze bis nach Herrenberg, die A 8 von der bayerischen Grenze bis nach Karlsruhe sowie ein kleines Stück auf der A 5 von Karlsruhe nach Rastatt. Bei den Zufahrten auf Land- und Bundesstraßen handle sich schwerpunktmäßig um Strecken zu Daimler-Werken, es seien aber auch Straßen zu Bosch-Werken berücksichtigt.

Keine Strecken zu Kombi-Bahnhöfen dabei

"Und es handelt sich auch nicht nur um Daimler-Spediteure", betont der Grünen-Politiker. "Dazu kommt eine Strecke nach Nagold und auch eine große Spedition aus Baden-Württemberg hat uns mit einer Streckenanmeldung nahe der bayerischen Grenze überzeugt", berichtet der Minister. Obgleich Hermann den Einsatz der Bahn im Güterverkehr befürwortet, hat er nach eigenen Angaben keine Strecken gemeldet, die zu den Bahn-Umschlagbahnhöfen in Ulm, Singen oder Kornwestheim führen. "Man kann nicht hoppla hopp das gesamte Netz freigeben. Wenn Versuch, dann muss es auch ein Versuch sein – und darf nicht bedeuten: Öffnung des gesamten Netzes", so seine Einschätzung.

Hermann: Wirtschaft hat Druck gemacht

Hermann macht keinen Hehl daraus, dass er dem Lang-Lkw weiterhin skeptisch gegenüber steht. Die Wirtschaft, die Transportwirtschaft und die Medien hätten einen massiven Druck aufgebaut, dass sich das Land für den Versuch öffne. "Aber ich stelle mich der wissenschaftlichen Überprüfung meiner Haltung", kündigt der Minister an. Er wolle in einer Studie sehr fundiert die Studie die Auswirkungen auf die Transportkette und den CO2-Ausstoß ermitteln, also untersuchen, welche positiven oder negativen Effekte sich auf Umwelt und Klima ergeben.

Die Ausschreibung für die Studie sei in Vorbereitung. "Wir vergeben die Studie an Dritte nach den üblichen wettbewerblichen Verfahren. Wir wollen eine fundierte Untersuchung von unabhängigen Experten, um jeden Anschein einer interessensgeleiteten Untersuchung erst gar nicht aufkommen zu lassen."

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

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Matthias Rathmann

Datum

23. April 2015
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