Fehrenköttertest volvo Zoom

Fehrenköttertest: Testsieger Volvo unter der Lupe

Technisch bedingt war der Testsieger als einziger Lkw im Feld ohne Dachaufbauten unterwegs. Ein entscheidender Vorteil?

Wer im Lkw wohnt, der sollte dort ein angenehmes Klima vorfinden. Für Spediteur Joachim Fehrenkötter bedeutet das: Jedes seiner Autos bekommt eine Standklimaanlage. Sie bringt Komfort, lässt den Fahrer auch bei Hitze Schlaf finden und sorgt somit für mehr Verkehrssicherheit. Das gilt auch für die Lkw des Praxistests. Sechs Fahrzeuge haben ein Nachrüstgerät von Bycool auf dem Dach und der Volvo FH hat die Anlage in der Rückwand integriert.

Verbrauchsbonus für Fahrzeuge mit Dachaufbauten

Während sich die Fahrer über die Klimaanlagen freuen, sehen die Fahrzeughersteller die Dachaufbauten im Hinblick auf den Kraftstoffverbrauch kritisch. Deswegen hat Dekra-Kostenrechner Andreas Müller für alle Fahrzeuge, die einen Dachaufbau haben, einen Verbrauchsbonus eingerechnet. Drei Prozent bekommen DAF, Iveco, Mercedes, Renault und Scania in der Verbrauchskalkulation gutgeschrieben. Für MAN gibt’s sogar noch zwei Prozent obendrauf, weil der Münchner neben der Dachklimaanlage noch eine SAT-Anlage durch Europa fährt. Zudem hat Müller in diesem Rechenspiel noch ausstehende Wartungen berücksichtigt, die eigentlich in den Betrachtungszeitraum fallen.

Da die Fahrzeuge allerdings in Südeuropa unterwegs waren, konnten sie erst später zur Wartung. Da die anfallenden Kosten beim Verkauf auf dem Gebrauchtmarkt aber zum Abzug kommen würden, sind sie hier Teil der Kalkulation. Hiervon sind MAN, Renault und Scania betroffen. Und siehe da: An den Platzierungen ändert sich durch die Neuberechnung nichts. Allerdings rücken die Fahrzeuge näher an den Volvo FH heran. Das gilt auch für die Verbräuche. Ob drei Prozent Verbrauchsnachteil den Dachklimaanlagen wirklich gerecht wird, bleibt indes fraglich. Es handelt sich hierbei eher um eine Betrachtung im schlechtesten Fall.

Das sagen die Hersteller

DAF Trucks

Das für DAF Trucks sehr erfreuliche Ergebnis des Fehrenkötter-Langzeittests bestätigt genau das, was wir mit unserer DAF Transport Efficiency-Strategie bereits seit einiger Zeit verfolgen. Wir richten all unsere Aktivitäten darauf aus, die Rentabilität unserer Kunden zu steigern. "Aus diesem Grund macht uns der zweite Platz bei diesem international renommierten Langzeittest sehr stolz und zeigt, dass unsere Anstrengungen Früchte tragen", erklärt Heino Schroeder, Geschäftsführer von DAF Trucks Deutschland. Neben einem erstklassigen Ergebnis im Gesamtkostenranking bestach das DAF-Testfahrzeug, ein XF460 mit Super Space Cab als Fahrgestell, nach 30 Monaten Laufzeit und rund 320.000 gelaufenen Kilometern mit sehr guten Verbrauchswerten und geringen Wartungs- und Reparaturkosten.

"Dass der Fehrenkötter-DAF durchschnittlich weniger als 30,5 Liter im Schnitt verbrauchte, war ein sehr erfreuliches Ergebnis, das auch zu einem Großteil dem sehr sparsamen und vorausschauenden Fahrstil der beiden Hauptfahrer Olaf Straube und Uwe Gehrt zu verdanken ist", ergänzt Andreas Vogt, Gebietsleiter Service und bei DAF Trucks Deutschland verantwortlich für die Betreuung des Fehrenkötter-Testfahrzeugs. "Dass unser Fahrzeug zusätzlich auch in den 30 Monaten lediglich 5,5 unkalkulierbare Ausfallstunden aufweist, ist ein exzellenter Beweis für die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Fahrzeuge."

Iveco

Wir beglückwünschen den ETM Verlag und das Engagement der Fa. Fehrenkötter, einen so umfangreichen Test über drei Jahre durchgeführt zu haben. Zuverlässigkeit ist die entscheidende Größe in der Logistik. Und da sind wir natürlich sehr stolz, dass unser Stralis im Echt-Test mit der ursprünglich dünnsten Werkstattmappe aller Teilnehmer aus dem Rennen gegangen ist. Unsere Anstrengungen zur Qualitätssteigerung zahlen sich jetzt aus. Mit dem soeben vorgestellten Stralis XP haben wir weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in die Baureihe gebracht, um den Kraftstoffverbrauch um bis zu elf Prozent zu senken. Dazu zählt ein GPS-Tempomat ebenso wie intelligente Neben­aggregate mit Abschaltung und neuen Hinterachsen. Aber auch der Fahrer muss als entscheidender Faktor hinter dem Fahrzeug stehen.

"Unser Mann" am Steuer des Stralis, Christoph Sokol, war sehr zufrieden und lobte vor allem den niedrigen Geräuschpegel während seiner langen Fahrten. Auch bei ihm bedanken wir uns für den guten Umgang mit seinem Truck. Bei allem Lob möchten wir aber auch ein paar Anregungen zur künftigen Verbesserung und einige Bemerkungen anbringen. Wir hätten es gerne gehabt, wenn die Anbauteile, insbesondere die Dachklimaanlage, einheitlich geregelt gewesen wären. Unterschiedliche Geschwindigkeiten sind leider nicht dokumentiert: Nach unserem Dafürhalten hätte ein auf denselben Wert eingestellter Tempobegrenzer Potenzial für exaktere Vergleichbarkeit gehabt. Schade war es, dass die Differenzen zwischen dem Telematik-Verbrauch und den durch Nachtanken ermittelten Verbräuchen nie gepasst haben und die angekündigte Online-Einsehbarkeit der Verbräuche dann eingestellt wurde. Bei den Reparaturkosten finden sich bei Iveco plötzlich im Schlussbericht Kosten, die auf einen externen Einfluss und Umbauten zurückgehen. Nicht nachvollziehbar ist aus unserer Sicht die Gebrauchtwagenbewertung insgesamt.

MAN

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte MAN den Fehrenkötter-Praxistest. Natürlich sind wir über die Platzierung des MAN TGX 26.440 in der Abschlusstabelle nicht glücklich. Das Testergebnis bewertet die Fahrzeugtechnik mit Stand Februar 2014. Wir haben seitdem den MAN TGX weiterentwickelt, was explizit die Fahrzeuggeneration betrifft, die MAN auf der IAA vorstellt. Hier legte MAN den Fokus besonders auf eine weitere Optimierung des Antriebsstrangs und senkt damit erneut die TCO. Für den am Fehrenkötter-Praxistest teilnehmenden MAN standen einige – mittlerweile längst verfügbare - Features zum Start des Tests noch nicht zur Verfügung, so z. B. der GPS-gesteuerte Tempomat MAN Efficient-Cruise. Der Einsatz von MAN Efficient-Cruise kann im Fernverkehr den Kraftstoffverbrauch um bis zu sechs Prozent senken – ohne Zeitverlust auf der Strecke. Das hätte dem MAN im TCO-Ranking einen Spitzenplatz beschert.

Auch war der MAN mit 440 PS am untersten Rand des ausgeschriebenen Leistungsfensters positioniert. Für das Anforderungsprofil des Praxistests lautete unsere Motorisierungsempfehlung seinerzeit 480 PS. Was die Servicekosten betrifft, wurden die Wartungsintervalle für unsere neue D20- und D26-Motorgeneration auf bis zu 140.000 km oder 18 Monate verlängert. Somit wären im Rahmen des Fehrenkötter-Praxistests nur zwei statt drei Wartungen angefallen. Die geringe Ausfallzeit von lediglich zwei halben Tagen über die gesamte Testdauer hinweg belegt die Qualität und Zuverlässigkeit des MAN.

Mercedes-Benz

Den trans aktuell Fehrenkötter-Langzeittest haben wir über den gesamten Testzeitraum interessiert verfolgt. Allerdings ist eine Vergleichbarkeit der Wettbewerbsergebnisse aus unserer Sicht nur schwer möglich. Denn im Vergleich zu anderen Hersteller-Vergleichstest fehlen hauptsächlich Transparenz zu Einsatzbedingungen, Einsatzprofil und Einsatzschwere sowie der für eine valide Messung unabdingbare Fahrer- und Trailer-Wechsel. Beim Fehrenkötter-Langzeittest war ein Trailer-Wechsel nicht möglich, da Zugmaschine und Trailer geometrisch auf einander abgestimmt waren, trotzdem ist das neben anderen Testparametern vor allem über einen langen Testzeitraum hinweg für uns absolut notwendig.

Der Fokus von Mercedes-Benz Lkw wird auch künftig immer auf maximaler Effizienz bei minimalen Emissionen und herausragender Wirtschaftlichkeit für unsere Kunden liegen. Dafür haben wir bei Mercedes-Benz Lkw zur IAA Nutzfahrzeuge die schweren Lkw noch weiter optimiert.

Renault Trucks

Nachdem Renault Trucks den vormaligen trans aktuell-Fehrenkötter-Test bei den Betriebskosten gewonnen hatte, kann uns der sechste Platz in dieser Saison nicht zufriedenstellen. Viele Kunden im Fernverkehr geben uns aktuell ein sehr positives Feedback zum Verbrauch und zur Zuverlässigkeit des Renault Trucks T. Insofern haben uns die Verbrauchswerte und die Position im TCO-Ranking schon überrascht.

Scania

Wir haben mit Interesse den Vergleichstest verfolgt und finden, dass die Platzierung nicht das widerspiegelt, was unsere Kunden uns tagtäglich bestätigen – eine gute Gesamtwirtschaftlichkeit aufgrund niedriger Verbrauchswerte und niedriger Lebensdauerkosten. Aufgrund der Einsatzbedingungen des Fahrzeugs bei der Firma Fehrenkötter, haben wir intern bei Scania festgestellt, dass der neue 410-PS-Motor mit 2.150 Nm der ideale Motor gewesen wäre, der zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Markteinführung stand und leider noch nicht lieferbar war. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die damals neue Generation an Scania Euro-6-Motoren mit 410 und mit 450 PS, nur mit SCR-Abgasreinigung, sehr wirtschaftlich arbeiten.

Das wurde uns nicht nur von vielen Kunden bestätigt, sondern auch in mehreren Pressetests von verschiedenen unabhängigen Fachzeitschriften. Auch unsere Marktanteilsentwicklung in Deutschland, von 7,2 Prozent im Jahr 2009 bis auf 12,4 Prozent in 2015, sehen wir als Bestätigung unserer Kunden, dass wir hochqualitative Fahrzeuge mit sehr guter Gesamtwirtschaftlichkeit liefern. Heute bieten wir mit unserer neuen Lkw-Generation parallel zu unserer vorhandenen bewährten Baureihe den Kunden eine nie da gewesene Wahlmöglichkeit maßgeschneiderter wirtschaftlicher Transportlösungen.

Volvo Trucks

Wir freuen uns sehr darüber, dass der Volvo FH in diesem Praxis-Test gesiegt hat. Dieses Ergebnis ist kein Zufall. Von Anfang an hat sich der Volvo FH als Fahrzeug mit dem deutlich niedrigsten Dieselverbrauch aller Lkw-Marken an die Spitze gesetzt. Der Einsatz im Speditionsalltag bei Fehrenkötter zeigt, dass der D13-Motor in Verbindung mit unserem I-Shift-Getriebe ein echtes Sparwunder im Fernverkehr ist. Gleichzeitig bedanke ich mich an dieser Stelle bei Jürgen Schwarzer, dem Fahrer des Volvo FH. Er hat sich intensiv mit dem Thema "Kraftstoff sparen" auseinandergesetzt und die Technologien, die ihm hierzu der FH bietet, voll ausgespielt. So reduziert etwa die vorausschauende topografische Geschwindigkeitsregelanlage I-See mit der Rollfunktion I-Roll den Kraftstoffverbrauch um bis zu drei Prozent. Aber auch weitere technische Innovationen sparen Diesel, beispielsweise die integrierte Standklimaanlage I-Park-Cool.

Das Redaktionsteam von trans aktuell bescheinigt ihr einen Verbrauchsvorteil von weiteren drei Prozent gegenüber allen anderen Lkw-Marken. Der Volvo FH ist aber nicht nur Sieger beim Verbrauch. Auch seine Zuverlässigkeit, der sehr gute Service und die fairen Preise haben den FH zum Gesamtkostensieger im TCO-Ranking gemacht. Das heißt, mit dem Volvo FH verdient die Spedition Fehrenkötter mehr Geld als mit jedem anderen LKW im Test! Was uns aber besonders freut: Der Volvo FH ist bei den Lkw-Fahrern als komfortables und fahrdynamisches Fahrzeug sehr beliebt.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 12/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

Foto

Thomas Küppers

Datum

30. November 2016
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