Alles über trans aktuell Fehrenkötter-Test
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trans aktuell Fehrenkötter-Test: Kritik aufgeladen

Ein Praxistest hat gegenüber einem Laborversuch zwar Schwächen, ist aber aussagekräftig.

Bei einer Langzeitbetrachtung wie dem trans aktuell-Fehrenkötter-Test bringen sich alle Beteiligten mit Kritik und Anregungen ein. Die Test-Redaktion hat sich deswegen von Beginn an der Transparenz verschrieben und mit der Spedition, den Fahrzeugherstellern und  Lesern alle Fragen intensiv diskutiert. Die wohl am häufigsten gestellte Frage ist die nach den Ladungsgewichten sowie dem aerodynamischen Verhalten der transportierten Güter. Es gibt bei der Spedition Fehrenkötter nur wenige Transporte, die einander gleichen. Vom Mercedes-Benz-Sprinter der 3,5-Tonnen-Klasse bis zur Krone-Landmaschine, die die Nutzlast des Lkw komplett ausreizt, ist alles dabei. Manches Ladegut hat Containerform und ist aerodynamisch einigermaßen optimal, andere Frachten dürften sich im Wind eher wie ein Bremsfallschirm verhalten.

Am Ende glichen sich die unterschiedlichen Touren über die Laufzeit aus, betont Joachim Fehrenkötter immer wieder. Dem wäre eigentlich nichts hinzuzufügen, aber in einem Test wähnen alle außer dem Erstplatzierten in solchen Dingen eine Übervorteilung.

Auswertung von Frachtpapieren

Deswegen hat sich Fehrenkötters Fuhrparkleiter Robert Theis die Mühe gemacht und für einen beliebig gewählten Zeitraum die Frachtpapiere ausgewertet nach Ladungstyp und -gewicht. Das Ergebnis war für die untersuchten drei Monate, dass alle Fahrzeuge alle Arten von Frachten transportiert haben. Die Tourenvarianz erlaubt es den Disponenten nicht, ein Fahrzeug für immer dieselbe Relation und dieselben Frachttypen einzusetzen.

Würde Theis sich heute hinsetzen und diese sehr aufwendige Auswertung für den gesamten Testzeitraum vornehmen, käme vermutlich heraus, dass alle sieben Lkw alle Arten von Frachten transportiert haben. Unterm Strich werden sich die durchschnittlichen Ladungsgewichte ähneln, mit Sicherheit aber nicht identisch sein. Würde ein Wissenschaftler versuchen, das aerodynamische Verhalten aller Frachten zu erfassen und auch dies zu mitteln, käme vermutlich auch für jeden Lkw ein geringfügig anderer Mittelwert heraus.

Verbrauchsbetrachtung spiegelt den Speditionsalltag wider

So genügt die Verbrauchsbetrachtung zwar keinem wissenschaftlichen Anspruch. Aber sie spiegelt den Alltag der Spedition Fehrenkötter wider und zeigt auf, welcher Lkw sich unter den  unterschiedlichen Einsatzbedingungen als der kostengünstigste erweist. Ein höherer Anspruch darf an einen Praxistest nicht gelegt werden. Selbst bei exakt gleichen Voraussetzungen, identischen Ladungen und einer festen Relation wäre es falsch, von einer wissenschaftlichen Betrachtung zu sprechen, weil auch dann nicht alle Einflussfaktoren auszublenden sind.

Das schmälert die Aussagekraft eines solchen Tests für Fehrenkötter aber nicht. Die Betrachtungen funktionieren nach demselben Schema, wie auch sonst Fahrzeuge auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüft werden. Fehrenkötter beobachtet verschiedene Faktoren und entscheidet, ob der Lkw in die Flotte passt. Davon unterscheidet sich der Praxistest nur insofern, als dass Fehrenkötter seine Erkenntnisse mit den trans aktuell-Lesern teilt. Was das für andere Fuhrparks bedeutet, lässt sich dann in regen Diskussionen erörtern.

Die Qualität der Fahrer

Die im Praxistest eingesetzten Fahrer standen immer in der Kritik der Hersteller. Fehrenkötter hat im Test allerdings nur Fahrer eingesetzt, die eine Fleetboard-Note von mindestens 9,3 haben und sich mit der Marke identifizieren, die sie fahren. Jeder Fahrer hat sein fest zugeordnetes Fahrzeug bekommen und vom jeweiligen Hersteller eine Einweisung sowie Fahrerschulungen. Das macht keinen zu einem Werksfahrer, aber hat alle auf ein ähnliches Niveau gehoben. Für Fehrenkötter selbst gab es nie Grund zur Kritik an den Fahrleistungen, was in der Praxis über 30 Monate für gute Leistungen der Männer hinterm Steuer spricht.

Fehrenkötters Kolumne

Sehr viel Licht, wenig Schatten

Der Test der seinerzeit aktuellen Modelle aller sieben Hersteller, die in Deutschland Fernverkehrs-Lkw anbieten, geht zu Ende. Die Ergebnisse sind eindeutig und nachvollziehbar. Und doch stecken hinter den Zahlen weitere Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass der Scania sich unter Wert geschlagen hat. Wir hatten das Pech, dass wir in den zweifelhaften Genuss eines Montagsautos gekommen sind – jedenfalls was den Motor angeht. Aus unserer Sicht wurde das Problem viel zu spät durch Scania angegangen und behoben. Mit den Werten, die das Fahrzeug dann gezeigt hat, wäre einer der vorderen Plätzen drin gewesen.

Sehr angenehm überrascht waren wir von der Top-Qualität des Iveco. Hier scheint sich in den letzten Jahren eine Menge im Hinblick auf die Verarbeitungsqualität getan zu haben. Das Fahrzeug ist robust, sparsam und sehr zuverlässig. Dass der DAF so weit vorne gelandet ist, hat uns am wenigs­ten überrascht. Das Fahrzeug ist solide und sparsam, so kannten wir die Marke bisher auch im Fuhrpark. Dazu ist es ein echtes Fahrer-Auto.
Der Mercedes-Benz Actros hat sich gut geschlagen, auch wenn wir aus unserer Flotte wissen, dass es noch besser geht. Auch sind die TCO bei uns im Fuhrpark noch mal deutlich niedriger. Vor allem wenn die Kilometerstände weit über 600.000 gehen, lässt der Actros andere Hersteller hinter sich.

Der MAN ist ein grundsolides Auto und hat sich sehr unauffällig im Test gezeigt. Leider kann der etwas in die Jahre gekommene TGX sich gegen die starke Konkurrenz nicht mehr durchsetzen. Es hätte wohl der 480-PS-Motor sein müssen, damit der MAN bei den Verbrauchswerten weiter vorne gelegen hätte. Die Fahrer mögen das Fahrzeug.
Der Renault hat uns sehr enttäuscht. Aus dem vorigen Test waren wir positiv gestimmt, dass hier einer der vorderen Plät­ze erreicht werden könnte. Die Neukonstruktion zeigt doch einige Schwächen in Bedienung und Wartung. Ferner konnte unser T-Modell beim Verbrauch nicht mithalten.

Botschaft an andere Fuhrparkbetreiber

Das Siegerfahrzeug hat in unserem Fuhrpark auf ganzer Linie überzeugt. Neben den tollen Verbrauchswerten zeigt sich eine Solidität, wie wir das an weiteren Fahrzeugen der Marke bei uns auch bereits feststellen durften. Darüber hinaus ist der Volvo FH ein echtes Fahrer-Auto, in dem viele Details wirklich durchdacht sind und dem Fahrer das Leben leichter machen.

Was ist nun die Botschaft von uns an andere Fuhrparkbetreiber? Mit dem Test eines einzelnen Fahrzeugs zeigen sich Tendenzen, aber keine allgemein gültigen Empfehlungen für die Fahrzeugbeschaffung. Wir können jedem raten, selber solche Tests intern durchzuführen. Uns hat der Test viel Klarheit für die Fuhrparkstrategie der nächsten Jahre gebracht.

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Portrait

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

29. September 2016
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