Fehrenköttertest Zoom

Fehrenkötter: Kritik am Praxistest

Ein Praxistest hat gegenüber einem Laborversuch Schwächen, ist aber dennoch aussagekräftig.

Bei einer Langzeitbetrachtung wie dem trans aktuell-Fehrenkötter-Test bringen sich alle Beteiligten mit Kritik und Anregungen ein. Die Redaktion hat sich deswegen von Beginn an der Transparenz verschrieben und mit der Spedition und den Fahrzeugherstellern alle Fragen diskutiert. Die wohl am häufigsten gestellte Frage war die nach den Ladungsgewichten und dem aerodynamischen Verhalten der transportierten Güter. Es gibt bei der Spedition Fehrenkötter nur wenige Transporte, die einander gleichen. Vom Transporter der 3,5-Tonnen-Klasse bis zur Landmaschine war alles dabei. Manches Ladegut hat Containerform und ist aerodynamisch recht günstig gestaltet, andere Ladungen dürften sich im Wind eher wie ein Bremsfallschirm verhalten.

Fehrenkötter beobachtet verschiedene Faktoren und entscheidet, ob der Lkw in die Flotte passt. Davon unterscheidet sich der Praxistest nur insofern, als dass Fehrenkötter seine Erkenntnisse mit Lesern teilt. Was das Ergebnis des Tests für andere Fuhrparks bedeutet, lässt sich in regen Diskussionen erörtern.

Qualität der Fahrer

Die im Praxistest eingesetzten Fahrer standen immer in der Kritik der Hersteller. Fehrenkötter hat im Test allerdings nur Fahrer eingesetzt, die eine Fleetboard-Note von mindestens 9,3 haben und sich mit der Marke identifizieren, die sie fahren. Jeder Fahrer hat sein fest zugeordnetes Fahrzeug bekommen und vom jeweiligen Hersteller eine Einweisung sowie Fahrerschulungen. Das macht keinen zu einem Werksfahrer, aber hat alle auf ein ähnliches Niveau gehoben. Für Fehrenkötter selbst gab es nie Grund zur Kritik an den Fahrleistungen, was in der Praxis über 30 Monate für gute Leistungen der Männer hinterm Steuer spricht.

Fehrenkötters Kolumne

Der Test der seinerzeit aktuellen Modelle aller sieben Hersteller geht zu Ende. Die Ergebnisse sind eindeutig und nachvollziehbar. Und doch stecken hinter den Zahlen für uns und für die Leser weitere Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass der Scania sich unter Wert geschlagen hat. Wir haben wohl tatsächlich das große Pech gehabt, dass wir in den zweifelhaften Genuss eines Montagsautos gekommen sind – zumindest was den Motor angeht. Aus unserer Sicht wurde das Problem viel zu spät seitens Scania angegangen. Mit den Werten, die das Fahrzeug dann gezeigt hat, wäre einer der vorderen Plätzen drin gewesen. Sehr angenehm überrascht waren wir von der Top-Qualität des Iveco. Hier hat sich in den letzten Jahren eine Menge im Hinblick auf die Verarbeitungsqualität getan. Das Fahrzeug ist robust, sparsam und nun auch sehr zuverlässig.

Dass der DAF so weit vorne gelandet ist, hat uns am wenigsten überrascht. Das Fahrzeug ist solide und sparsam. Dazu ist es ein echtes Fahrerauto. Der Mercedes Actros hat sich aus unserer Sicht gut geschlagen, auch wenn wir aus unserem Fuhrpark wissen, dass es noch deutlich besser geht. Auch sind die TCO bei uns im Fuhrpark niedriger. Vor allem wenn die Kilometerstände weit über 600.000 gehen, lässt der Actros andere Hersteller weit hinter sich. Der MAN ist ein grundsolides Auto und hat sich sehr unauffällig im Test gezeigt. Leider kann der etwas in die Jahre gekommene TGX sich gegen die starke Konkurrenz nicht mehr durchsetzen.

Glückwunsch nach Göteborg

Auch die Fahrer erwarten modernere Fahrerhauskonzepte. Der Renault hat uns enttäuscht. Die Neukonstruktion zeigt einige Schwächen bei Bedienung und Wartung. Zudem konnte unser T beim Verbrauch nicht mithalten. Der Volvo FH – das Siegerfahrzeug – hat in unserem Fuhrpark auf ganzer Linie überzeugt. Neben den tollen Verbrauchswerten zeigt sich eine Solidität, wie wir das an weiteren Fahrzeugen der Marke bei uns auch bereits feststellen durften. Darüber hinaus ist der FH ein wirkliches Fahrerauto.

Glückwunsch nach Göteborg! Was ist nun die Botschaft von uns an andere Fuhrparkbetreiber? Mit dem Test eines einzelnen Fahrzeugs zeigen sich Tendenzen, aber keine allgemein gültigen Empfehlungen für die Fahrzeugbeschaffung. Wir können jedem nur raten, selber solche Tests durchzuführen.

Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 12/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
Portrait

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

30. November 2016
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